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Struktur des Furan-Kerns.
kern durch Substitution eines dem Hetero-Atom benachbarten H-Atoins
*egen —CHO oderHC—CHHC-O-C-CHOFurfurol,abgekürzt C 4 H 3 0-CHO
CO-OH ab:
und
HC-----CH
HC-O-C-CO-OH '
Brenzschleimsäure,abgekürzt C 4 H 3 0-CO,H
sie sind also ein Aldehyd und eine Carbonsäure, die einander in derStellung der Seitenkette entsprechen. Zu ibnen gelangte man durchUmwandlung -von Kohlenhydraten bzw. von Materialien, welche Kohlen-hydrate enthalten. Der Aldehyd erhielt von Fownes 1 den Namen„Furfurol", weil er aus Kleie (lateinisch: furfur) gewonnen werden kann(Weiteres s. S. 56—57). Für den Stammkörper schlug Babyer 2 , als erdie Konstitution der „Furfurol-Gruppe" erörterte (s. u.), den Namen„Furfuran" vor; in neuerer Zeit wird statt dessen die kürzere Be-zeichnung 3 „Furan" bevorzugt, die auch zu einer zweckmäßigeren Be-nennung der häufig in Betracht kommenden Radikale führt (vgl. S. 48).Für die Struktur des Komplexes C 4 H 3 0, der im Furfurol mit derAldehydgruppe, in der Brenzschleimsäure mit Carboxyl verbunden ist,stellte Baeyer 1 schon 1870 in glücklicher Intuition die bis heute be-währte Anschauung auf, wobei er sich zunächst nur auf den Vergleichmit dem Pyrrol stützte, dessen Formel ebenfalls von ihm entwickeltworden ist. Sieben Jahre später 5 gab er eine experimentelle Be-gründung und bewies zugleich für das Furfurol und die Brenzschleim-säure die Stellung ihrer funktionellen Gruppen innerhalb des Komplexes,indem er das Furfurol durch eine Folge von Reaktionen mit der normalenPimelinsäure (Bd. I, Tl. II, S. 401) verknüpfte. Das Furfurol nämlichläßt sich nach der „Perkin sehen Reaktion" mit Essigsäureanhydrid undNatriumacetat (vgl. ferner S. 75) zu einer ,,Furfur-acrylsäure" konden-
sieren :
C 4 H 3 0-CHO
(OH 3 .CO) 2 0 + CH 3 .CO-ONa
C 4 H 3 0-CH:CH-CO,H
die durch Natriumamalgam unter Wasserstoff-Zufuhr in die „Furfur-propionsäure" C 4 H 3 0-CH 2 -CH 2 -C0 3 H übergeht-, aus der Furfur-propion-säure erhält man nun durch Oxydation mit Silberoxyd und Brom eineSäure C,H 8 0 5 („Furonsäure"), die beim Erhitzen mit Jodwasserstoff undPhosphor normale Pimelinsäure H0 2 C-[CH 3 ] 5 -C0 2 H liefert. Hieraus er-gibt sich, daß die Kohlenstoffatome in allen genannten Verbindungen— also auch im Furfurol und der Brenzschleimsäure — ohne Ver-zweigung und ohne Trennung durch Sauerstoff aneinandergereihtsind. Das Sauerstoffatom des Komplexes C 4 H 3 0 kann aber, wie die
1 A. 54, 66 (1845V 2 B. 10, 1361 (1817).
3 H. Schipp, B. 19, 2153 Anm. (1886). 4 B. 3, 517 (1870).
5 B. 10, 1360 (1871). — Vgl. ferner zur Konstitution: Cakzoneri, Oliveei, G. 16,486 (1886). — W. Makckwald, B. 21, 1401 (1888). — Pükvis, Soc. 97, 1658 (1910).