Fig. 172. Dünengräser auf den Friesischen Inseln. Die breitbliltterigen, blühendenExemplare sind Elymus arenarius I-., die feinblätterigen, nichtblühendenAmmophila arenaria Link. (Photographie von Dr. O. Focke, Bremen.)
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bürg, Barby, Niesky, Glogau (bei Thorn wohl ursprünglich wild), ausserdem bei Vegesack,Lippstadt, bei Dresden, Nürnberg (bei Hummelstein völlig eingebürgert, bei Bernloh), Hom-burg. In Oesterreich nurin Böhmen (an der Elbe beiSalesel), jedoch nicht im Küsten -lande. In der Schweiz ganzfehlend.
Allgemeine Ver-breitung: Mittel- und Nord-europa (fehlt im Mittelmeer-gebiet), Sibirien, Nordamerika.
Der Strandhafer gehört zuden nie fehlenden Strandpflanzen ander Ost-und Nordsee; er findet sichsowohl auf der Vordüne wie auchauf der weissen oder Wanderdüneund auf der grauen oder festliegendenDüne. In den Kieferwäldern derDünen sind die Blütenstengel ziemlichschlank und an den untern Knoten knickig aufsteigend. Ueber die wichtigsten Begleitpflanzen vgl.pag. 237- Der Strandhafer ist ein sehr genügsames Gras, das wegen seiner sandbindenden Eigenschaft bei derBefestigung der Dünen eine grosse Rolle spielt und in besondern Pflanzgärten herangezogen wird. WährendAmmophila arenaria (vgl. Bd. I. pag. 237) und Ammophila Baltica (Bd. I, pag. 236) sich besonders für dieLuvseite geeignet zeigen, erweist sich der Strandhafer für die Leeseite am zweckdienlichsten. Vgl. hierüberauch Abromeit, J. Handbuch des deutschen Dünenbaues. Durch einen Pilz (Cseoma hypodytes Schlechtend.)wird die Pflanze viel höher, die Aehre gestreckter und schlaffer. In Island soll aus den Früchten Brot bereitet werden.Von Bastarden möge genannt sein: Agriopyrum iunceum P. B. X Elymus arenarius L.= Tritördeum stric tum Aschers, et Graebner, = Triticum strictumDeth). In derTracht meist demE. arenariusähnlich. Pflanze gewöhnlich graugrün, 70 bis 80 cm hoch. Die untersten Aehrchen meist einzeln, bis 5-blütig.Hüllspelzen lanzettlich, spitz, bis fast 2 cm lang. Deckspelzen breitlanzettlich, wenigstens unterwärts und in derMitte kurzzottig, an den Rändern und oberwärts oft kahl. — Selten an der Ostseeküste und auf Rügen.
Die Gattungen Nardus, Aegilops, Lolium, Agriopyrum, Lepturus, Seeale, Triticum, Hordeum undElymus gehören zur Tribus Hordeae. Aehrchen ein- bis vielblütig (obere Blüte dann unvollkommen), an denAuszähnungen einer Spindel sitzend, eine Aehre bildend, Ausser unsern Gattungen und Arten gehören nochhieher: Psilürus mit einer Art: P. aristätus Duv.-Jouve (= P. nardoides Trin.), ital. Erba setolina, ausdem Mittelmeergebiet. Zartes Gras mit langer, dünner, gekrümmter Aehre (verwandt mit Lepturus). BeiHamburg (Wollkämmerei am Reiherstieg) und im Hafen von Mannheim (1903) adventiv beobachtet. MitElymus nahe verwandt ist die Gattung A s p r e 11 a. Aehrchen meist zu zwei auf kurzen Stielchen, ohne oder mit rudi-mentären Hüllspelzen. A. hystrix Willd. aus Nordamerika wird bei uns zuweilen als Zierpflanze für Rabattenoder als Schnittpflanze für Trockenbouquets gezogen.
Die Tribus Bambuseae, die in allen wärmeren Ländern der ganzen Erde (ca. 250 Arten) verbreitetist, hat in Europa keine wildwachsenden Arten aufzuweisen. Einzelne Arten aus den Gattungen Arundinäria undPhy 1 lo s tächys 1 ) werden — besonders im Süden.— als Zierpflanzen im Freien gezogen. Meist sind es grosse,oft riesige (bis 40 m hoch), perennierende Gräser mit verholzten, selten krautigen, oft dicken (bis 30 cm) Halmen,die in den Tropen ganze Wälder bilden können. Blätter häufig kurz gestielt, mit lanzettlicher bis lineallanzett-licher Spreite. Die Verwendung der Bambusen — vor allem bei den Völkern von Indien und Ostasien — isteine äusserst vielseitige (Pfosten und Träger von Häusern, Dachziegel, Flossbrücken, Flösse, Pallisaden, Möbel,.Spazierstöcke [pepper canes], Pfeifenrohre, Etuis, Messerscheiden, Flöten, Matten, Körbe, Schachteln, Gewebe,Stricke, Sonnenschirme, Füllmaterial von Betten, Packmaterial, Salatpflanze etc.). In den Internodien einzelnerArten finden sich merkwürdige Kieselsäure-Konkretionen, Tabaschir genannt, welche in der abergläubischenMedizin der Orientalen und Chinesen (gegen Gallenfieber, Dysenterie, Gelbsucht, Aussatz, Lungenkrankheit,,sowie als Aphrodisiacum) noch heutzutage eine grosse Rolle spielen.
') Eine übersichtliche Zusammenstellung mit Bestimmungsschlüssel der in Deutschland kultivierten,winterharten Phyllostachys-Formen und Arundlnaria-Arten (von Prof. Pfitzer-Heidelberg) findet sich in den.Mitteilungen der deutschen dendrologischen Gesellschaft. 1905 und 1907.