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Tafel 39.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Aegilops ovata. Habitus.„ 2. Lepturus incurvatus. Habitus.
Fig. 3. Elytnus arenarius. Habitus.„ 4. Elytnus Europaeus. Habitus.
Die aufrechte Trespe repräsentiert ein nur mittelmässiges Futtergras, das allerdings auf armen Kalk-böden, wo andere bessere Futterpflanzen (z. B. Esparsette) nicht mehr gedeihen, etwelchen Ertrag abwirft unddeshalb (schon lange in Südfrankreich) stellenweise angebaut wird. Für arme Kalkböden hat sie die gleiche Be-deutung wie etwa der Schaf-Schwingel (pag. 333) für die armen Sandböden. Sie liefert ein etwas trockenes,hartes, aber gesundes Futter, das allerdings vor der Blüte gemäht werden muss. Stellenweise bildet B. erectus— besonders auf Kalk — auf sonnigen, trockenen Lagen den wichtigsten Bestandteil eines eigenen Wiesen-typus (Magerrasen), die sog. „Burstwiese" (nicht zu verwechseln mit der Borstwiese, die von Nardus stricta ge-bildet wird). In der Kultur- und Bergregion ist dieser Typus sehr verbreitet, wenn er nicht durch Düngung oderBewässerung in ertragreichere Böden umgewandelt wird. Im Süden wird die aufrechte Trespe zuweilen durchden Walliser Schwingel ersetzt. Als fast nie fehlende Begleiter finden wir in der Burstwiese: die Wiesensalbei(Salvia pratensis), Thymus serpyllum, verschiedene Magerkeit und Trockenheit anzeigende Gräser wie Briza,Anthoxanthum, Sieglingia decumbens, Brachypodium pinnatum, Festuca rubra und ovina, Koeleria pyramidata,Avena pubescens, Holcus lanatus, ferner zahlreiche kalkliebende Schmetterlingsblütler wie Trifolium pratense,ochroleucum und campestre, Hippocrepis comosa, Anthyllis vulneraria, Onobrychis sativa, Lotus corniculatus,ausserdem Centaurea scabiosa (verschlechtert den Boden), Scabiosa columbaria, Knautia arvensis und in höherenLagen Knautia silvatica, Carex verna und glauca usw. Einige Begleitpflanzen erscheinen zuweilen in solcher Menge,dass sie eigene Nebentypen (besonders auf Urgebirge) bilden können; solche Nebentypen sind: die Bergseggen-Wiese(Carex montana), die Frühlingsseggen-Wiese (Carex verna), die Zwenken-Wiese (Brachypodium pinnatum), die Schaf-schwingel-Halde (Festuca ovina und deren Abarten), die Zittergras-Wiese (Brizamedia), die Esparsettenwiese, die Schotenkleewiese (Lotus) usw. In den südlichenKalkalpen (Tessin) reicht die Burstwiese bis 1400 m hinauf, wo sich dann ver-schiedene, interessante südliche Typen, wie Asphodelus albus, Faeonia peregrina,Festuca spadicea, Pedicularis gyroflexa. Cirsium erisithales, Danthonia provin-cialis etc. einstellen. An feuchten Stellen geht die Burstwiese allmählich in dieBesenriedwiese (Molinia) über, nach oben dagegen in die Borstgrashalde (Nardus),in die Blaugrashalde (Sesleria) oder in den Horstseggenrasen (Carex semper-virens). Besonders im Alpengebiet findet man zuweilen eigentümliche, vomVolke (Schweiz) als „Narren" bezeichnete Milbengallen, bei denen die Deck-spelzen der obersten Blüten durch den Stich einer Milbe (wahrscheinlichEriophyes tenuis Nal. = Phytöptus tenuis Nal.) stark angeschwollen und zueinem langen (bis 4 cm) spitzen Kegel zusammengerollt sind. Die Blütenteileverkümmern und die Samen bleiben taub. Aehnliche Gallen finden sich auchbei anderen Trespenarten (13. sterilis, tectorum, arvensis, mollis, racemosus etc.),sowie bei Avena pratensis und Dactylis glomerata.
325. Bromus inermis Leyss. (= B. litöreus Georgi, = Festuca
inermis Lam. et DC, = F. poaeformis Pers., = F. Leysseri
Moench, = Schenödorus inermis P. B.). Anger -Tresp e,
Ungarische oder wehrlose Trespe. Fig. 156.
Ausdauernd, 30 bis 140 cm hoch, im Habitus der vorigenähnlich. Pflanze hellgrün oder etwas graugrün. Grundachsekriechend, bis mehrere dm lange, queckenartige, unterirdische,beschuppte Ausläufer treibend. Stengel glatt oder oberwärtszuweilen etwas rauh, reichbeblättert. Blattscheiden kahl, + dicht
,-, ■ i T7- i 11*. ■• *- Fie- 156 Bromus ine r mis Leyss.
wimperig behaart. Spreiten in der Knospenlage gerollt, spater a f^^ (1/ , natarUche Grösse),alle flach bis 8 mm breit, meist wagrecht abstehend, meist b Aehrchen. c Vorspeise,
dlie lldCIl , mo u lilila. vj , 6 , rf Aehrchen von Scleropoa ri-
kahl oder etwas bewimpert. Blatthäutchen kurz (bis über 2 mm gida Griseb.
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