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Die aufrechte Trespe ist äusserst veränderlich und bildet mehrere Unterarten, die von verschiedenenAutoren auch als besondere Arten betrachtet werden.
subsp. condensätus Hackel (= var. Insübrica Stebler). Grundachse dicht rasenbildend, keine Aus-läufer treibend. Stengel meist nur 3 (5) dm hoch, + stark bis oben behaart. Blattscheiden und Blattspreiten dichtwollig behaart. Spreite sehr lang (30 bis 45 cm) und schmal (aufgefaltet 2 bis 3 mm breit), ohne randständigeWimpern. Rispe kurz, dicht zusammengezogen. Aehrchen klein, bis 17 mm lang. Deckspelze 9 mm lang,ganz kahl. — Südalpen (Tessin: Dolomitfelsen bei Gandria und Melide), Südtirol (Ritten, Bozen, Tione, Trient,Doss Brione bei Riva, Monte Baldo). Ausserdem um Verona, in Istrien und Kroatien.
var. micrötrichus Borbäs. Blattscheiden sehr dicht mit ganz kurzen Haaren besetzt. — Küstenland, Istrien.
subsp. stenophyllus Link (= B. angustifölius Bieb., = B. erectus Huds. var. IongiaristätusO. Kuntze). Pflanze sehr gross, kräftig (oft bis fast 1 m hoch). Blattscheiden kahl, nur an den unterstenBlättern kurzhaarig. Spreiten relativ schmal (ca. 8 mm breit), kaum rauh. Rispe schlaff oder etwas starr, zu-letzt oft sehr locker. Die stärksten Rispenäste öfter bis 1 dm lang. Aehrchen sehr gross (meist 4 bis 5 cmlang, lockerblütig. Hüllspelzen ziemlich ungleich, meist 8 bis 11 mm lang, kahl. Deckspelzen 13 bis 18 mmlang, immer bedeutend länger als die obere Hüllspelze, kahl. Granne 0,5 bis 1 cm lang. — Südtirol (Bozenund Doss Trento bei Trient), Oberkrain (Tosz b. Triglav).
subsp. Transsilvänicus Hackel (= F. erectus Huds. var gläber Willkomm). Pflanze meist nichtüber 4 bis 5 dm hoch. Scheiden meist kahl, ab und zu + dicht wimperig behaart. Rispe meist schlaff, bis15 cm lang. Rispenäste sehr dünn, aufrecht, nie schlaff, meist nur 1 Aehrchen tragend; der schwächste grund-ständige Zweig meist so lang oder bis l'/a mal länger als sein Aehrchen. Aehrchen sehr Iocker-blütig. Hün-spelzen sehr ungleich, die untere nur 2 /ä so lang als die obere. Deckspelzen meist 10 mm lang, so lang alsdie obere Hüllspelze. Granne bis 8 mm lang. Alle Spelzen kahl. — Auf altem Gemäuer, an Felsen, Abhängen,Alpentriften, im südlichen und östlichen Gebiet. In Oesterreich in Tirol (Ampezzo, am Monte Tombea,Val Concei) und Krain (Crna prst und Begunsica in den Karawanken). In der Schweiz bis jetzt nur imuntersten Puschlav beobachtet, hier scheinbar die subsp. eu-erectus vertretend und in Gesellschaft von Tunicasaxifraga, Silene otites, Galium mollugo subsp. Gerardi, Stachys rectus var. stenophyllus, Veronica spicata,Campanula spicata, Scabiosa agrestis, Artemisia campestrisusw. Ausserdem im Veltlin, Triest, Kroatien, Balkan etc.
subsp. eu-erectus Aschers, et Graebner. Pflanze zuweilen bis 90 cm hoch, hellgrün. Scheidenan den untern Blättern zerstreut behaart, seltener kahl. Spreite meist oberseits entfernt bewimpert. Rispe meiststarr. Rispenäste ziemlich starr, meist 1 bis 2 Aehrchen tragend; der schwächste grundständige Zweig meistmehrmals kürzer als sein Aehrchen. Aehrchen meist dichtblütig. Beide Hüllspelzen ziemlich gleichlang. Deck-spelzen ca. 11 mm lang, 1 / 3 länger als die obere Hüllspelze. Granne meist nur 5 mm lang. Alle Spelzen ge-wöhnlich an den Nerven rückwärts rauh. — Die häufigste Form.
var. vi 116 su s (Mert. et Koch) Aschers, et Graebner. Alle Scheiden ganz kahl, nicht gewimpert.Untere Rispenäste mit mehreren grundständigen Zweigen. Deckspelzen kurz anliegend behaart. — Nicht selten.
var. Borbäsii Hackel. Aehnlich. Spreite kahl. Deckspelzen kahl. — Im südlichen Gebiet stellen-weise verbreitet.
var. glabriflörus Borbäs. Blätter behaart. Deckspelzen kahl. —Besonders im nördlichen Gebiet,seltener im Süden (z. B. auf den Maggia-Alluvionen bei Locarno),
subvar. multiflörus Richter. Aehrchen sehr gross (bis über 4 cm lang), bis 13-blütig.
subvar. planifölius Aschers, et Graebner. Untere Blätter flach.
var. depauperätus Aschers, et. Graebner. Rispe sehr klein. Rispenäste ohne oder mit nur einemgrundständigen Zweig. — Selten auf nährstoffarmem Boden.
var. pygmius Aschers, et Graebner. Pflanze klein (0,5 bis 2 dm hoch). Blätter behaart oderbewimpert, die untern borstenförmig zusammengefaltet. Rispe sehr klein, fast ganz traubenförmig, oft nur1 Aehrchen tragend. Aehrchen sitzend oder höchstens die untersten etwas gestielt. Spelzen breit-hautrandig. —Vogelsberg bei Halle a. S.
var. Hackelii Borbäs (= B. Pannönicus Hackel). Stengel verlängert, starr, dünn. Blätter starr,graugrün, die untern borstenförmig zusammengefaltet. Scheiden behaart. Untere Rispenäste länger als ihreAehrchen. Deckspelzen kurz begrannt (kaum '/a so lang als dieselbe), kahl oder spärlich kurzhaarig. — Selten(Ruine Tschanuff bei Remüs im Unterengadin), bei Innsbruck und im südöstlichen Gebiet.
subsp. longiflorus (Willd.) Aschers, et Graebner (= B. inermis Leyss. var. läxus Griseb., =B. erectus Huds. var. läxus Doli). Untere Blätter ebenfalls flach, schlaff, massig lang. Rispe aufrecht, sehr locker.Rispenäste sehr dünn, geschlängelt, ziemlich verlängert (bis 5 cm lang), aufrecht bis wagrecht abstehend odergar überhängend, bis 2 Aehrchen tragend, mit bis 3 grundständigen Zweigen. Aehrchen sehr gross, bis fast'4 cm lang, bis 11 blutig. Deckspelzen behaart. Granne ziemlich kurz. — Bis jetzt selten beobachtet in Baden,im Königreich Sachsen, Böhmen, Küstenland. Ausserdem bei Hamburg und Königsberg eingeschleppt.