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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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316. Festuca pümila Vill. (= Schenodorus pümilus Roem. et Schult., = Festüca variaHaenke var. minor Neilr.). Niedriger Alp en- Schwingel. Fig. 140g bis m.

Ausdauernd (6) 10 bis 20 (30) cm hoch, dichte Horste bildend. Triebe alle um-scheidet. Stengel fadenförmig, glatt, steif aufrecht. Blätter borstlich zusammengefaltet,0,5 bis 0,6 mm dick, ziemlich weich, nicht stechend (im Querschnitt mit meist 5 getrenntenLeitbündeln und 5 Bastbündeln, Fig. 140 m). Blattscheiden offen. Blatthäutchen gestutzt,länglich, etwas vorgezogen (im Gegensatz zu F. ovina). Rispe meist aufrecht, 2 bis 4 cmlang, ziemlich locker, armährig. Rispenäste rauh, zur Blütezeit abstehend, vorher und späterzusammengezogen, mit oder ohne grundständige Zweige, 1 bis 2 Aehrchen tragend. Aehrchen3- bis 5-blütig (Fig. 140 h), kurz gestielt, 7 bis 9 mm lang, elliptisch, meist lebhaft violettüberlaufen. Hüllspelzen ziemlich gleich lang, zugespitzt. Deckspelzen 4 bis 5,5 mm lang,im obern Drittel meist deutlich bespitzt oder kurz begrannt (Fig. 140 i). Granne 1 bis1,5 mm lang, bräunlich. Vorspelzen an den Kielen lang und dicht bewimpert(Fig. 140 k). VII bis IX.

Häufig auf steinigen Alpenwiesen, auf Weiden, Wildheuplätzen, an Abhängen, an Fels-wänden, in Felsspalten, im Felsschutt der Alpen, von ca. 1800 bis 2800 m, vereinzelt bis3300 m (Theodulpass im Wallis), hie und da auch tiefer hinabsteigend bis 1250 m; besondersauf kalkreichem Gestein. Auch auf der rings von Gletschereis umgebenen Mittagsplatteim Silvrettagebiet, 2937 m.

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpenkette, Jura, Karpaten, Siebenbürgen,Balkan, Korsika.

Aendert wenig ab : var. genui'na Hackel. Blätter lebhaft grün, mit gesonderten Bastbündeln. Häufig.

f. pseudorepens Brockmann. Internodien lang, fruchtbare und unfruchtbare Triebe lang,aufsteigend.

var. rigi'dior Mutel. Blätter graugrün, steif, mit ununterbrochener Bastlage. Aehrchen grösser.Selten. Bildet den Uebergang zu F. varia.

var. glaucescens Stebler und Schröter. Blätter graugrün, steif, jedoch mit gesonderten Bastlagen.

var. flavescens Gaud. (= var. lutea Seringe). Aehrchen gelblich. Selten in Südtirol und inBayern (Kammerlinghorn).

Der niedrige Schwingel gehört zu den düngerfliehenden Arten, der besonders auf Kalk und auf kalkreichemSchiefergebirge vorkommt (deshalb die grosse Verbreitung in den Kalkalpen). Er bildet einen häufigen Be-standteil der Milchkrautweide (Leontodon-Arten), der Horstseggenhalde (Carex sempervirens) und vor allem desPolsterseggenrasens (Carex firma, s. d.). Im Schutt bildet er oft grosse, aus hunderten von Trieben zusammen-gesetzte Horste, die durch lange (bis 40 cm) Wurzeln verankert werden. Als Begleitpflanzen erscheinen aufsolchen Schutthalden mitten im Urgebirge (auf Kalkgestein): Tofieldia calyculata, Carex sempervirens, Sileneinflata, Gypsophila repens, Ranunculus alpestris, Biscutella levigata, Arabis pumila, Kernera saxatilis, Anthyllisvulneraria, Hedysarum obscurum, Parnassia palustris, Saxifraga caesia, aizoides und aizoon, Sedum atratum, Coto-neaster vulgaris, Dryas octopetala, Viola biflora. Helianthemum chamaecistus, Daphne striata, Veronicaaphylla, Rhododendron hirsutum, Myosotis alpestris, Bartsia alpina, Campanula pusilla, Valeriana montana,Saussurea discolor, Aster alpinus, Hieracium villosum, Leontopodium alpinum, Achillea atrata, BellidiastrumMichelii etc. (aufgenommen auf Maloja-Oberengadin).

317. Festuca läxa Host (= F. canescens Host). Schlaffer Schwingel. Fig. 151.

Ausdauernd, 35 bis 60 cm hoch, graugrün, lockerrasenbildend. Grundachse oft +.kriechend, mit Schuppen bedeckt. Blätter in der Knospenlage gefaltet. Blattscheiden glatt,nur an den grundständigen Blättern am Grunde geschlossen, sonst offen. Blattspreite anden grundständigen Blättern borstlich zusammengefaltet (Fig. 151c), 7 bis 20 cm lang,starr, stumpflich, unterseits ganz glatt, oberseits etwas samtig behaart. Blatthäutchenkurz (Fig. 151 d), + deutlich zweilappig. Rispe 6 bis 10 cm hoch, breit - eiförmip-,schlaff, nickend, zur Blütezeit abstehend, später locker zusammengezogen. Unterster