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315. Festuca väria Haenke (= F. versicolor Tausch, = F. füsca Mut. nee L.) Bunt-
Schwingel. Fig. 149 und 150.
Ausdauernd, 15 bis 35 cm hoch, dichte und feste Horste bildend (Fig. 150). Triebealle umscheidet. Stengel meist dünn, ziemlich starr aufrecht, + aufsteigend, meist 2 Blättertragend. Blattspreiten dick, mit stechender Spitze, meist borstlich zusammengefaltet (Fig.149 d), oft fast fadenförmig. Rispe + zusammengezogen. Rispen-äste ohne oder mit grundständigem Ast. Aehrchen meist 5-bis 8- (seltener 3- bis 4-) blutig (Fig. 149 b). Untere Hüllspelzeschwach 5-nervig, lanzettlich. Deckspelze spitz oder stachel-spitzig. Fruchtknoten ganz oder nur an der Spitze behaart.
Diese Art ist sehr veränderlich und wird gewöhnlich in die 2 folgen-den Unterarten gegliedert, zwischen denen allerdings keine scharfen Grenzenbestehen.
subsp. alpestris Roem. et Schult. (= F. alpi'naHost, = F. flavescensRchb., = F. brizoides Wulf.). Ostalpen-Buntschwingel. Blattscheiden glatt,abgestorben strohfarben. Spreiten dickborstlich. fast binsenförmig, starr, starkstechend. Blatthäutchen (besonders der obern Blätter) sehr lang vorgezogen.3 bis 7 mm lang, spitz, meist zart 3-nervig. Aehrchen 7 mm lang, dichtblütig,gelblichgrün oder meist etwas violett überlaufen. Hüllspelzen ziemlich gleichlang, die obere eiförmig-lanzettlich, undeutlich dreinervig. Deckspelzen länglich-lanzettlich, im oberen Drittel plötzlich zugespitzt, oberwärts hautrandig. Auchvivipar beobachtet. — VIII.
Auf Wiesen und Weiden, auf Gerolle, in Felsspalten der Berg- undalpinen Region (von 630 bis 3000 m) der südöstlichen Alpen, von Südtirol"(besonders am Monte Baldo und Vallarsa) bis zum südwestlichen Kärnten(Vischberg bei Raibl); auf Dolomit und Urgebirge.
Diese sehr charakteristische Unterart ist wegen ihrer starren, stechendenBlätter bei den Hirten in Südtirol verhasst. Weil sie beim Vieh nachteilig•wirkt, wird sie niemals gemäht und in gewissen Gegenden niedergebrannt.Ebenso unangenehm ist sie dem Alpenwanderer, der auf den steilen, spiegel-glatten Rasenflächen nur mühsam vorwärtskommt. Auch die Steigeisen helfenhier nichts, da diese leicht in den langen, kompakten Rasen hängen bleiben.Stellenweise bildet sie auf felsigen, geröllreichen Abhängen auf Dolomitbodengrosse, stechende, schwer durchdringliche Flächen, zusammen mit Paederotabonarota, Asperula longifolia, Genista sericea und Rhododendron chamaecistus.
subsp. eu- väria Hackel. Echter Buntschwingel. Graugrün. Blatt-scheiden glatt. Spreiten ziemlich dick, borstlich bis fast fadenförmig, grau-grün bis lebhaft grün, jedoch starrer und schlaffer. Blatthäutchen relativ kurz(0,5 bis 2 mm lang), gestutzt oder stumpf, nervenlos. Rispe eiförmig, etwasnickend. Rispenäste rauh. Aehrchen lanzettlich bis lineal-lanzettlich, 8 bis10 mm lang, meist 4- bis 7-blütig, gewöhnlich violett überlaufen, seltener bleich;kurz gestielt (Stielchen '/a bis '/i so lang wie die Aehrchen; ausnahmsweise stroh-gelb (f. auräta Schröter). Obere Hüllspelze 1-nervig oder nur ganz am Grundeschwach 3-nervig. Deckspelzen stumpf lieh, 4,5 bis 6 mm lang, von der Mittean allmählich zugespitzt, meist unbegrannt oder kurz-stachelspitzig. — VII, VIII.
Stellenweise sehr verbreitet (besonders in den Zentralalpen, doch östlich bis Niederösterreich, jedochnicht in Bayern) auf Wiesen, Weiden, an Felsen, in lichten, sonnigen Lärchenwäldern, von ca. 1500 (zuweilentiefer — bei Locarno bis an den Seespiegel — herabsteigend) bis 3000 m; auch im Riesengebirge und Gesenke.Meist kalkfeindlich.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen, Italien, Karpaten, Balkan, Kleinasien, Kaukasus.
Diese Unterart ist ziemlich veränderlich.
var. acuminäta (Gaud.) Hackel. Aehrchen grünlich-weiss oder nur schwach violett überlaufen. —Stellenweise sehr häufig (besonders in den südlichen Schweizeralpen).
var. glaüca Brockmann. Aehnlich dem Typus, jedoch bläulich bereift. — Puschlav (Monti di Platta\in Graubünden.
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Fig. 149. F estuca vari a Haenke.a ai Habitus ( J /2 natürliche Grösse).b Aehrchen. c Fruchtknoten mitLodiculae. d Blattquerschnitt, e undf Same.