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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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311. Festuca pratensis Huds. (= F. elätior L., = F. heteromalla Pourr., = F. elätior L.subsp. pratensis Hackel, = Bromus elätior Koeler). Wiesen-Schwingel. Taf. 36, Fig. 3.

Ausdauernd, 30 bis 120 cm hoch, lockere Rasen bildend, dunkelgrün. Triebe meistdurchbrechend. Grundachse meist kurz (zuweilen länger) kriechend. Stengel gewöhnlich bogen-förmig aufsteigend, über dem Grunde meist 3 Blätter tragend; der Knoten des oberstenungefähr in der Mitte liegend. Blätter 10 bis 20 cm lang, 3 bis 5 mm breit, schlaff (kleineGefässbündel nur auf der Unterseite mit Bastbündeln, Fig. 145b). Scheiden meist glatt, offen.Rispe aufrecht oder etwas nickend, schmal, bis über 20 cm lang, einseitswendig, vor und nachder Blüte zusammengezogen, während derselben abstehend, selten schmal (der var. intermediasich nähernd). Hauptrispenast 4- bis 6-, dessen grundständiger Zweig 1 bis 3 Aehrchentragend. Aehrchen 9 bis 11 mm lang, locker 3- bis 13- (meist 7- bis 8-) blutig (Taf. 36,Fig. 3 a), lineal-länglich, gelblichgrün, zuweilen violett überlaufen, selten stark violett ge-fleckt. Aehrchenachse glatt oder fast glatt. Hüllspelzen lanzettlich, oberwärts trockenhäutig,die obere länger, 1 /3 bis halb so lang als die vor ihr stehende Deckspelze, + gestutzt oderabgerundet, weiss berandet. Deckspelzen 6 bis 7 mm lang, meist eiförmig-lanzettlich, kurzund breit zugespitzt, wehrlos, in der Regel nicht begrannt (vgl. unten). Frucht länglich,verkehrt-eiförmig. VI, VII.

Häufig auf Wiesen, Grasplätzen, Brachäckern, an Dämmen, Wegen, von der Ebenebis in die alpine Region (vereinzelt bis 2000 m).

AllgemeineVerbreitung: Ganz Europa (nördlich bis 66°) gemässigtes Asien;in Amerika eingeführt.

Aendert wenig ab :

var. tvpica Hackel. Rispe länglich, fast ährenförmig. UntereRispenäste mit 4 bis 6. ihr grundständiger Zweig mit 1 bis 3 Aehrchen. Häufig.

var. p s e u d o 1 o 1 i ä c e a (Fries) Hackel (= var. subspicäta Aschers,et Graebner). Rispe lineal. Alle Aeste mit nur einem Aehrchen, dieuntersten mit einem, die oberen ohne grundständigen Zweig.

var. fasciculäta Sonder. Rispenäste kurz mit genähertenAehrchen. Selten.

var. intermedia Hackel. Blätter von F. pratensis. Rispe vonF. pratensis.

var. megalöstachy s Stebler. Aehrchen gross, 15 bis 20 mm lang, locker. Obere Hüllspelze denGrund der zweiten Deckspelze erreichend oder höchstens Y s derselben deckend. Deckspelze lnng (+ J mm).Stellenweise in den Alpen auf Viehlagerplätzen.

var. sciäphila Domin. Stengel sehr weich, knickig aufsteigend. Blätter verlängert, weich, schlaff,ziemlich schmal. Rispe breit, locker, an der Spitze überhängend. Aeste lang, abstehend, zart, sehr entfernt(die untersten ca. 3 cm). Aehrchen stets bleich. Ausgesprochene Schatten- und Hainpflanze. In Böhmen(Aussiger Mittelgebirge bei Schreckenstein) beobachtet. Wohl weiter verbreitet.

var. coloräta Waisbecker. Aehrchen nur 4- bis 6-blütig, dunkelviolett. Selten.

subsp. Apennins (De Kot.) Hackel. var. parviflöra Hackel. Aehrchen klein, wenigblütig. Deck-spelzen 5 mm lang, begrannt. Unterste Rispenäste mehrährig. Algäu (Seealpsee, 1635 m). Jedenfalls stehtdiese Form mit der subsp. Apennina (Deckspelzen deutlich begrannt) aus den südwestlichen Alpen, Dalmatienund Siebenbürgen in keinem genetischen Zusammenhang.

Diese Art ist ein ausgezeichnetes Futtergras, das auch auf Fettmatten auf leichterem Boden starkverbreitet ist. Sie ist ein feuchtigkeitliebendes Gras, das im Tieflande oft die Fromentalwiese (Arrhenatherum)vertritt. In der Bergregion bildet es gegen 1400 m nicht selten den Hauptbestandteil von fetten Wiesen. ImTiefland wird es hie und da auch angebaut.

Fig. 145. Blattquerschnitte, a von Fe-stuca arundinacea Schreb. b vonFestuca pratensis Huds.