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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Verbreitet auf steinigen Alpenmatten, im Wildheurasen, in schattigen Wildbachrunsen,in Lawinenzügen, in den Alpen und im Schweizer Jura, von ca. 1800 bis 2500 m, vereinzelthöher bis 3200 m (Wallis), zuweilen auch tiefer, bis 1500 m hinab; auf Urgestein und Kalk.

Allgemeine Verbreitung: Westliche Pyrenäen, Alpen (bis Kroatien), Jura(selten), Apenninen, Karpaten, Balkan, Kaukasus, Armenien, Persien.

Diese Art ist ziemlich formenreich und bildet vor allem in den östlichen Alpen verschiedene Unter-arten, die von vielen Autoren auch für besondere Arten gehalten werden. Sie steht zwischen F. ovina undheterophylla.

subsp. genuina Hackel (= F. violäcea Richter). Ziemlich niedrig, 15 bis 25 cm hoch. Stengelganz glatt. Alle Blattspreiten fadenförmig, nicht über 0,5 mm dick, kantig, gekielt. Abgestorbene Scheidenbald in unregelmässige Fasern sich auflösend. Rispe kurz, 3 bis 6 cm lang. Untere Rispenäste 2- bis 3-ährig. Aehrchen klein, bis 7 mm lang, 3 bis 4 blutig. Deckspelze 4 bis 4»/, mm lang, kurz begrannt oderwehrlos, etwas rauh. Obere Hüllspelze kurz, spitz. Verbreitet auf Alpenwiesen,var. auräta Hackel (= F. auräta Gaud). Aehrchen goldgelb.

var. minor Hackel. Aehnlich. Stengel jedoch oberwärts kurzhaarig. Rispenäste behaart. Deck-spelzen kurz stachelspitzig. Auf Kalk in den südöstlichen Alpen von Krain, Steiermark, Kroatien, Dalmatienund selten in Tirol (um Kitzbühel); auch in den Venetianischen Alpen.

var. longiusaristäta Freyn. Grannen l /s bis »/« Länge der Spelzen. Steiermark (Grüblkar).var. nitida Haekel. Stengel oberwärts kurzhaarig. Deckspelzen kurz begrannt. Kroatien,subsp. p.'cta Hackel (= F. picta Kit., = F. nigrescens Mert. et Koch). Pflanze 30 bis 40 cm hoch.Stengel kantig, oberwärts kurzhaarig. Abgestorbene Scheiden spärlich zerfasernd. Stengelblätter deutlich breiterund flacher als die borstlichen Blätter der nicht blühenden Triebe, 7- bis 9-nervig. Rispe starr, 6 bis 7 cmlang, vielährig. Aehrchen klein, 7 mm lang, 2- bis 4-blütig, sehr dunkel. Hüllspelzen stumpflich. Deckspelzenkurz begrannt. Oestliche Alpen von Krain, Steiermark, Kärnten, Niederösterreich, Salzburg (Gamskarkogel,Radstatter Tauern) und selten in Tirol (Thoralpe bei Kitzbühel).

subsp. nigricans (Schleich.) Hackel (= F. nigrescens Gaud.) 30 bis 40 cm hoch,kahl, oberwärts rundlich. Spreiten der Stengelblätter breiter, fast flach (ausgebreitet 2 mm breit), 7- bis 9-nervig, etwas gefaltet. Spreiten der untern Blätter borstlich oder fadenförmig kantig, vorn rauh. AbgestorbeneScheiden spärlich zerfasernd. Rispe 6 bis 9 cm lang, ziemlich schlaff, vielährig. Deckspelzen 6 cm lang.Granne halb so lang oder länger als die Deckspelze. Verbreitet auf Wiesen der Ost- und Zentralalpen(westlich bis Tirol und Algäu). Diese Form wird leicht mit F. rubra subsp. nigrescens verwechselt (vgl. pag. 341).subsp. Nörica (Richter) Hackel. 40 bis 50 cm hoch. Stengel oberwärts glatt und kahl. Spreitean allen Blättern ziemlich gleich gestaltet. Blätter borstlich, starr, 5- bis 9-nervig. Abgestorbene Blattscheidenlange erhalten bleibend, nicht zerfasernd. Rispe ziemlich gross, 7 bis 9 cm lang, nickend, vielährig. Oest-liche Alpen von Oesterreich und Bayern, auf Kalk und Urgestein. Unter der Höttinger Alpe bei Innsbruck bis1260 m hinab. In der Schweiz nur aus dem südöstlichen Graubünden (Ofen) bekannt. Ist in Mitteltirol mitder subsp. nigricans durch Mittelformen verbunden.

Der violette Schwingel gehört im allgemeinen zu den bodenvagen Pflanzen, der ziemlich auf allenGesteinsarten vorkommt, sofern ihm die übrigen Standortsverhältnisse zusagen. Er wächst sowohl an trockenen,sonnigen, felsigen Halden mit massiger Krumme, als an schattigen, feuchten, tiefgründigen Hängen (das-letztere zieht er allerdings vor). F. violäcea ist ein ausgesprochenes Wildheu- und Mähdergras, das auch vonden Gemsen gern aufgesucht wird. Auf der eigentlichen Weide fehlt es fast vollständig. Das Abweiden er-trägt er schlecht. In Wildbachrunsen und in Lawinenzügen erscheint er oft in Gesellschaft der rostfarbenenund der Horstsegge (Carex ferruginea und sempervirens), von Poa violäcea und (auf Kalk) von Festuca pulchella.Ueber ca. 2500 m bildet er in den Zentralalpen oft grössere Bestände und löst nach oben den Carex semper-vire»s-Typus ab. Die Horste des violetten Schwingels stehen ziemlich locker und regelmässig. Zu den Begleit-pilanzen gehören: Festuca Halleri, Poa alpina, Phleum alpinum, Carex sempervirens, Ranunculus montanus,Trifolium badium, Lotus corniculatus, Myosotis alpestris, Galium anisophyllum, Campanula barbata, Chrysan-themum alpinum, Cirsium spinosissimum, Achillea moschata, Leontodon Pyrenaicus etc.

Stengel glatt,

309. Festuca heterophylla Lam. (= F. longiseta Hegetschw.) Borsten -Schwingel.

Ital.: Pasöo delicato. Fig. 143.

Nach den langen, fadenförmigen Blättern heisst diese Art in der Schweiz (Marthalen-Zürich) Grossmutterhaar.

Ausdauernd, 60 bis 120 (150) cm hoch, dichte Horste bildend. Triebe meistens um-scheidet, wenige durchbrechend, nicht kriechend. Stengel glatt, dünn, schlaff, meist drei-