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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Zweigen, verhältnismässig wenig Aehrchen tragend; diese 4 bis 6 mm lang, 1- bis 5-blütig,spitz, grün bis hellbräunlich, zuweilen violett überlaufen. Hüllspelzen lanzettlich, in einescharfe Spitze ausgezogen, selten stumpflich, die untere kürzer. Deckspelzen lanzettlich,3 bis 4 mm lang, am Rücken und etwas in den untern 2 /s dicht behaart (Fig. 131 m). Fruchteiförmig-spindelförmig, am Rücken kaum furchig, flach, 1,6 mm lang. VI, VII, selten VIII, IX.

Sehr verbreitet in lichten Laubwäldern, im Gebüsch, an Abhängen, auf Felsen, inAuen, auf Bergwiesen, in Dünentälern, von der Ebene bis in die alpine Region, bis ca. 2300 m(Seiseralpe 2300 m, Sellrain im Inngebiet 2380 m); auf Kalk- und Schiefergestein.

Allgemeine Verbreitung: Europa (im Süden nur im Gebirge, fehlt inPortugal), gemässigtes Asien, Nordamerika.

Ist in der Tracht, in der Ausbildung und Grösse der Aehrchen sehr veränderlich:var. vulgaris Gaud. Pflanze schlaff, ziemlich kräftig. Stengel aufsteigend. Rispe gross, reichährig(die stärksten Aeste mit bis über 10 Aehrchen und fast stets 4 [5] grundständigen Zweigen), nach der Blüte zu-sammengezogen. Aehrchen 1- bis 2- (3-) blutig, klein, 4 mm lang. - Sehr verbreitet in Wäldern. In tieferemSchatten wird die Pflanze noch schlaffer und die Rispe armähriger (subvar. t en e 1 la Rchb.), schliesslich traubig,mit nur wenigen (bis 6) Aehrchen (subvar. uniflöra Mert. et Koch).

var. miborofdes Aschers, et Graebner. Pflanze straff aufrecht, etwas graugrün, bis über 30 cm hoch.Stengel dünn, glatt. Blätter schmal, sehr rauh, meist borstenförmig eingerollt. Rispe starr aufrecht, ähren-förmig nur 2 bis 5 Aehrchen tragend. Aehrchen nur ein, 1- bis 2-blütiges, grünes Aehrchen tragend. Hullspelzenauf dem Rücken rauh. - Bisher nur im Königreich Sachsen (Cottaer Berg bei Pirna) beobachtet.

var. agrostoides Aschers, et Graebner. Aehnlich, aber die Blätter mitunter flach. Rispe reichahng,die meist kurzen Aeste etwas starr aufrecht abstehend. Zerstreut.

var montäna Gaud. Stengel schlaff, meist knickig aufsteigend, glatt oder unter der Rispe wenigrauh Blätter flach, ziemlich plötzlich in die Spitze verschmälert. Rispe nur mit wenigen (meist 5 bis 10),an langen (bis 2,5 cm) Stielen stehenden, 3- bis 5- (6-) blutigen und 5 bis 6 mm langen Aehrchen. Häufig mden Alpen und zerstreut im Mittelgebirge.

var. Reichenbächii Aschers, et Graebner. Aehnlich. Stengel glatt, ziemlich dick. Blatter all-mählich in die Spitze verschmälert. Rispe reichblütig. ausgebreitet, überhängend. Rispenäste verlängert, bisüber 10 Aehrchen tragend. Häufig im Tiefland.

var. rariflöra Aschers, et Graebner. Pflanze niedrig, bis 30 cm hoch, grasgrün. Stengel steif auf-recht dünn. Blätter glatt, bis 2,5 mm breit. Scheiden glatt. Rispe ährenförmg zusammengezogen, späterausgebreitet. Rispe armährig (meist nur 3 bis 7 Aehrchen). Hüllspelzen stumpflich. Selten.

var. firmula Gaud. Aehnlich, aber Rispe reichährig, ausgebreitet, aufrecht oder an der Spitzeüberhängend. Blüten nicht durch Zotten verbunden. Nicht selten im Gebüsch.

var. coarctäta Gaud. Aehnlich. Blätter flach. Rispe zusammengezogen. Blüten durch Zotten

verbunden. Sonnigen Stellen.

var setifölia Bolle. Aehnlich, jedoch Blätter borstenförmig zusammengefaltet. Selten (Berlin).

var rigidula Mert. et Koch. Pflanze dunkelgrün, zuweilen fast bläulichgrün. Stengel und Blatt-scheiden etwas rauh. Spreite borstenförmig zusammengefaltet. Rispe aufrecht oder etwas überhängend.Aehrchen meist violett. Blüten durch Zotten verbunden. - Selten, besonders auf Kalk; stellenweise fehlend.

var. glaüca Gaud. Pflanze graugrün. Stengel glatt. Rispe kurz, aufrecht oder an der Spitze über-hängend, sehr dicht. Aehrchen meist grün gefärbt. Alpen, Riesengebirge.

var glaucäntha (Gaud.) Rchb. Gleichfalls graugrün. Rispe lockerer, länglich, überhangend.Rispenäste kurz, die untern mit einem grundständigen Zweige. Aehrchen grösser, stark blaugrün, 5- bis 6-blut.g.stumpflich, eiförmig. Alpen von Tirol und der Schweiz.

Poa nemoralis ist in Laubwäldern, vor allem in Buchenwäldern, sehr verbreitet, wo sie häufig sehrgesellig (oft als ein lästiges Unkraut) auftritt; in ihrer Gesellschaft finden sich dann meistens Oxalis acetosella,Adoxa moschatellina. Milium effusum, Melica nutans, Luzula nemoralis, Carex silvatica und ormthopoda,Moehringiatrinervia, Anemone hepatica, Fragaria vesca, Lathyrus vernus, Asarum Europaeum, Geran.um Roberti-anum Phyteuma spicatum, Convallaria maialis, Galium silvaticum, Mercurialis perennis, Hieracium s.lvaticum,Chelidonium maius, Lactuca muralis etc. (in Oberbayern häufig Symphytum tuberosum und Aposer.s foetida).

Gelegentlich kann man an dieser Poa-Art (besonders im Gebirge) eine sonderbare Gallenbildung be-obachten hervorgerufen durch eine Gallmücke (Mayetiola oder Hormomyia poae Bosc). Infolge eines Reizesder oberhalb des Stengelknotens sitzenden Larve bilden sich (mit Ausnahme der Stelle, wo das Tier sitzt) ringsum den Halm weissliche, später hellbraun gefärbte Adventivwurzeln aus, die sonst an dieser Stelle des Halmesniemals zur Entwicklung kommen.