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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Tafel 34.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Poa compressa. Habitus.), 2. Poa Sudetica. Habitus.,, 3. Poa annua. Habitus.

Fig. 4. Poa nemoralis. Habitus. 5. Poa pratensis. Habitus. 6. Poa tiivialis. Habitus.

Wiesen wächst, nennt man es in Bern (Schweiz) Herdgras. Nach der Farbe des Samens heisst es auchGo 1 d sp i tz e (Darmstadt). Weitere Bezeichnungen (mehr Büchernamen !) sind noch steifes oder gefiedertes Kamm-gras, buschiger Hundsschwanz, Wiesenkammgras. Die Stengel werden zuweilen zu Hechtarbeit verwendet.

Ausdauernd, 20 bis 60 cm, horstbildend. Triebe umscheidet, gelbgrün. Stengeldünn, glatt, straff, aus kurzer, ziemlich dicker, meist dunkel bis schwarz gefärbter Grund-achse aufsteigend. Blätter gerippt, in der Knospenlage anfangs gefaltet, später gerollt,d. h. mit den Rändern übereinandergreifend. Blattscheiden schmal bis weit hinauf ge-schlossen, glatt. Spreiten etwas rinnig vertieft, die der grundständigen Blätter meist kurz, bis2 mm breit, oft borstenartig zusammengefaltet, die der stengelständigen Blätter meist breiter(bis 3 mm breit), oberseits an der Spitze oft rauh, unterwärts glatt. Blatthäutchen kurz,gestutzt, kaum 1 mm lang. Aehrenrispe linealisch, (2) 5 bis 10 cm lang, l /i bis 1 cm breit,vor und nach der Blüte zusammengelappt. Achse hin- und hergebogen. Aehrchen zwei-zeilig, grün, ca. 3 mm lang, meist deutlich einseitswendig (durch nachträgliche Drehung derSpindel wird die Einseitswendigkeit häufig scheinbar aufgehoben). Jedes normale fruchtbareAehrchen wird von einem unfruchtbaren, kammartigen begleitet, bei welchen an der Aehrchen-spindel dicht gedrängt bis 10 schmale, scharfgekielte und gewimperte, stachelspitzige, leereSpelzen sitzen. Fruchtbare Aehrchen 3- bis 4-blütig (Taf. 33, Fig. 5 b). Deckspelzen der-selben mit einer die Länge der Deckspelze nicht erreichenden Granne. Frucht 2 bis 2,3 mmlang. VI, VII zuweilen noch einmal im IX und X.

Sehr verbreitet auf trockenen Wiesen, Triften, auf Fettmatten, an Abhängen, auflichtem, grasigem Waldboden, überall von der Ebene bis in die alpine Region, vereinzeltbis ca. 2000 m (im Wallis).

Allgemeine Verbreitung: Fast durch ganz Europa (fehlt im nördlichsten Russ-land und in Skandinavien, sowie teilweise im Steppengebiet), Kaukasus, nördliches Kleinasien.

Aendert sehr wenig ab:

var. ovdtus Aschers, et Graebner. Stengel kaum 10 cm hoch. Rispe ganz kurz, eiförmig bis kugelig.

f. bracteätus Schübe. Dicht unter Rispe mit einem ziemlich langen, scheidelosen Tragblatte.

1. viviparus Willk. Aehrchen zu Laubsprossen aus wachsend.

Dieses, durch die zierlich kammartig gelappte, einseitswendige Rispe leicht kenntliche Wiesengras isteines der vorzüglichsten Futtergräser, das auf Wiesen und Weiden gern gesehen ist. Es ist düngerliebend underträgt Jauchedüngung gut. In Holland, in Schleswig-Holstein und stellenweise in England schreibt man ihmzusammen mit dem englischen Raygras, dem Wiesenrispengras und dem Rotklee den hohen Wert der Weidenzu. Die unteren Weiden der Voralpen (z. T. auch der Buchenregion) können als eigentliche Kammgrasweidenbezeichnet werden, in welchen neben dem Kammgras vor allem noch Agrostis alba und A. vulgaris, Deschampsiacaespitosa (an feuchten Stellen), Anthoxanthum odoratum, Koeleria pyramidata, Festuca rubra, Leonodonhastilis, Plantago media, maior und lanceolata, Carum carvi, Achillea millefolium. Alchemilla-Arten, Trifoliumrepens, Alectorolophus minor und A. hirsutus, Euphrasia officinalis und stellenweise der gelbe Enzian (z. B. imSchweizerjura) vertreten sind. Hier bildet das Kammgras vielfach den Hauptbestandteil des Rasens. Besondersgegen den Herbst kommt das Kammgras auf den Weiden zur Geltung, da das Vieh die Halme meist stehenlässt. Oft (besonders an fetten Stellen) dominieren in dem Kammgras stark der Rotschwingel und der Frauen-mantel, welche zwei Pflanzen Nebentypen bilden können. Auf ganz trockenen Stellen tritt die Nardusweide anStelle von Cynosurus. Nach oben geht die Kammgrashalde in die Milchkrautweide (Leontodon-Arten) und inihre Nebentypen über. An der Uebergangszone ist Plantago alpina immer reichlich entwickelt.