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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Im Molinietum der Voralpen treten häufig auf: Primula farinosa, Eriophorum alpinum (beide imFrühjahr), Trollius Europaeus, Polygonum bistorta, Veratrum album, Bartsia alpina, Swertia perennis, Ranunculusaconitifolius, Sanguisorba officinalis etc. In Norddeutschland gehört Molinia zu den charakteristischen Bestand-teilen der Hochmoore.

Auf trockenen Besenriedwiesen erscheinen andere, z. T. xerophil gebaute Arten, so Nardus, Agrostisalba, Sedum acre, im Wallis oberhalb Zermatt sogar Stipa pennata; in den Alpen können solche Beständeübergehen in Bestände von Calluna vulgaris, Juniperus nana, Vaccinium vitis idaea, V. myrtillus und V. uliginosum,Carex pallescens usw.

Für ein gutes Gedeihen dieses Grases ist der richtige Feuchtigkeitsgrad von Wichtigkeit. AufBöden mit stockender Nässe gedeiht es sehr gut. Es ist eines der spätesten Gräser. Die Besenriedstreuesollte deshalb erst im Spätherbst, wenn Blätter und Halme gelb geworden, gemäht werden. An manchenOrten wird sie in der Tat erst im Laufe des Winters geschnitten. Das blaue Pfeifengras ist eine wertvolleStreuepflanze. Als Futterpflanze ist es weniger geeignet und gehört zu den Unkräutern auf der Futter-wiese. Es liefert ein schlechtes, nährstoffarmes, ungesundes, dem Vieh wenig zuträgliches Futter. Nichtselten wird es künstlich zur Anlage von Streuewiesen angepflanzt. Die Keimung vollzieht sich aber sehr langsamund die Keimfähigkeit der spät (Mitte September) ausreifenden Samen ist in der Regel sehr gering.

XCVI. Diplächne 1 ) P. B. Steifhalm.

In Europa kommt ausser der folgenden Art im südöstl. Russland noch die sibirische D. squarrdäa Richter vor.

246. Diplächne serötina (L.) Link (= Agrostis serötina L.,

= Festüca serötina L., = Molinia serötina Mert. et Koch). Herb st-

Steifhalm. Ital.: Paleo tardivo. Fig. 114.

Ausdauernd, 50 bis 80cmhoch, lockere Rasen bildend. Grund-achse kriechend, sehr kurze, dicht beschuppte (Schuppen spitz, drei-eckig, enganliegend) Ausläufer treibend. Nichtblühende Sprosse ver-längert, bis ca. 30 cm lang, starr aufrecht oder aufsteigend, bis 12 Blättertragend. Blühende Stengel bis an die Rispe beblättert, starr aufrechtoder aufsteigend, unterwärts glatt oder schwach rauh, oberwärts stärkerrauh. Blätter graugrün, mit abstehender, starrer, schwach behaarterSpreite. Blattscheiden anliegend, rauh. Blatthäutchen sehr kurz,gestutzt, fast fehlend. Endständige Aehren mehrfach verzweigt,rispenartig angeordnet. Unterstes Aehrchen länger gestielt, dieoberen meist völlig ungestielt, bis 1 cm lang, 3- bis 6-blütig. Inden obern und mittlem Blattscheiden sind ährenförmige, bis 4 cmlange, armährige (3- bis 5 Aehrchen tragend) Blütenstände einge-schlossen, die bei geschlossenen Scheiden und geschlossenen Spelzen(kleistogam) blühen und regelmässiger Früchte tragen als die end-ständigen. Frucht schmal, 4 cm lang. Hüllspelzen sehr kurz,einnervig, die untere wenig über 0,5, die obere ca. 1 cm lang,spitz, weisslich, dünnhäutig. Aehrchenachse gestreckt, sehr brüchig.Deckspelze ca. 7 mm lang, dicht kurzhaarig. Lodiculae fehlend(deshalb die Blüten sich nicht öffnend). VIII bis X.

Zerstreut auf steinigen, trockenen Hügeln, an buschigen,sonnigen Felsen, unter andern Gräsern und Staudengewächsen wieAndropogon contortus, Artemisien usw.; nur im Gebiete der Mittel-meer- und Pannonischen Flora. Fehlt deshalb in Deutschlandgänzlich. In Oesterreich in Südtirol (besonders im Etsch- undEisacktal, im Vintschgau, bis 850 m), in Niederösterreich (auf

] ) Griech. <5(.yt/,0Ö£(diplüs) = doppeltund ä/vf) (ächne) = Spreu, Spelze; nach der zweizähnigen Deckspelze.

Fig\ 114. Diplächne serötina

Link. a,ai Habitus, b Aehrchen der

endständigen Aehre.