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(nördl. Hannover) und vielleicht aus letzterem verstümmelt, Piepenpapen (Hessen). Dazu vgl. auch dasdänische tagror, rortäg und tag = Phragmites communis. Der Name Ipserrohr (Württemberg: rauhe Alb)dürfte sich aus der Verwendung des Schilfes zu Gipsdecken (vgl. unten!) erklären. Z eigelgras heisst esim Aargau deswegen, weil sich die Schulkinder früher ,.Zeigel", Stäbchen zum Zeigen beim Lesenlernen, ausdem Rohre verfertigten. In Wien (am Prater) benützen es die Kinder wie auch anderwärts als Pfeil beimBogenschiessen und nennen es „Kits chipf eil'. Ausserdem existieren für das Schilf noch Bezeichnungen wieLärlistudä (St. Gallen), Lun (Kärnten: Gailtal), Schiatta (Bayern: Unterfranken), Schiemen [Vgl. Irispseudacorus und Acorus calamus !] (Schwaben), Nuhnen (Schweiz). Im Dialekt des Tessin heisst das Schilfrohr L isc a.
Das Schilfrohr findet Verwendung zum Berühren von Wänden, zu Weberspulen (in der Schweiz des-halb Spühlirohr und Spuele), zu Matten, zu Federnhalter, als Mundstücke für musikalische Instrumente, zu Rohr-stuhlgeflechten (ein solcher Stuhlsitz heisst in der Göttinger Gegend „Schilpsitz"), zu Verzäunungen und zurBedeckung von Dächern. Die zierlichen, wolligen Rispen werden häufig zu Trockenbuketts gebunden. In Ostfries-land stehen diese „Reitpüskes", wie sie dort heissen, ab und zu in Vasen als Zimmerschmuck auf den Kommoden.Auf den „schwingenden Böden" des Neusiedler-Sees (Ungarn) versorgen sich die Landleute während derwochenlang dauernden Heuernte dadurch mit Wasser, dass sie ein Schilfrohr, dessen unteres Ende mit einem breitenBlatte bedeckt ist, in den Boden stossen. Dadurch gewinnen sie das nötige Wasser im filtrierten Zustande^
Ausdauernd, 1 bis 4 (selten bis 8, 10?, vgl. var. pseudodonax) m hoch. Grundachsebeblätterte, unterirdische (hie und da auch oberirdische, sog. „Legehalme"), sehr weit kriechende(3 bis 4 m), oft sehr dicke (bis 2,5 cm) oder im Wasser flutende (bis 11 m lang) Ausläufer treibend.Stengel steif aufrecht, glatt, kahl, H/2 (bis 2 1 ja) cm dick. Blätter beiderseits oder nur unterseitsgraugrün, steif, 4 bis 5 dm lang und 2 bis 2 1 /a cm breit. Scheiden fast glatt, Blattspreitenin der Knospenlage gerollt. Blatthäutchen fehlend, an seiner Stelle eine Haarkrone ausmehrreihig angeordneten, kurzen, steifen, weisslichen Härchen bestehend. Scheidenränderim Oehrchen ausgezogen, behaart. Unmittelbar über dem Haarkranz eine dunkle, in derMitte schmale, gegen die Ränder zu schmalen Dreiecken verbreiterte Querbinde. Rispegross, vielblütig, etwas einseitswendig, aufrecht, 20 bis 50 cm lang, während der Blütezeitabstehend, vor und nachher fast immer zusammengezogen, etwas überhängend. Rispenästespiralig gestellt, dünn, schwach rauh, am Grunde weisseidig weich behaart (aufgelösteTragblätter), die kräftigeren meist mit 4 grundständigen Aesten, bereits wenig über demGrunde Aehrchen tragend. Aehrchen 6 bis 9 mm lang, schmal, lanzettlich, meist dunkel-braun, violett überlaufen, seltener hellzimmetbraun oder gelblich, 3- bis 7- (8) blutig, dieunterste Blüte meist männlich, die übrigen zweigeschlechtig. Einzelne Blüten durch Inter-nodien voneinander gesondert. Hüllspelzen bedeutend kürzer als die Deckspelzen, lanzettlich,
ungleich lang, die obere ein-nervig, ca. sechs mm lang,mindestens doppelt so lang alsdie untere (diese meist etwasüber 2 mm lang), dreinervige.Deckspelze lang, am Rückenetwas gekielt, violett, in einelange Spitze ausgezogen, dieder männlichen Blüte etwa solang als das Aehrchen, die derübrigen etwas kürzer (mitunternur etwa halb so lang). Vor-spelze kaum halb so lang alsdie Deckspelze, am Rande kurzbewimpert. Narben federför-mig, voneinander getrennt(Taf. 31, Fig. 4b). Aehrchen-
Fig. 111, Schilfformation an der Amper bei Dachau. Phot. V. Zünd, München-Luzer