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Tafel 30.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Avena sativa. Habitus.
,, 1 a. Aehrchen.
„ 2. Avena pubescens. Habitus.
„ 2 a. Aehrchen.
Fig. 3. Airhenatherum elatius. Habitus.
,, 3 a. Aehrchen.
., 4. Oauduüa fragilis. Habitus.
,i 4 a. Aehrchen.
LXXXV. Ventenäta 1 ) Koeler. Schmielenhafer.
Einjährige Gräser von sehr charakteristischer Tracht, die der Gattung Trisetumsehr nahe stehen. Deckspelze der untern Blüte jedoch wehrlos, ohne eigentliche, rückenständigeGranne, an der Spitze in eine kurze Granne auslaufend. Hüllspelzen 3- bis 5-nervig.
Die Gattung umfasst nur 3 Arten, die besonders im südlichen Europa und im Orient vorkommen.
220. Ventenäta dubia F. Schultz (= V. avenacea Koeler, = Avena dubia Leers,
= A. tenuis Moench, = A. triaristäta Vill, = Trisetum tenue Roem. et Schult., == Hölcus
triflorus Pollich, = Brömus triflörus Pollich). Zweifelhafter Schmielenhafer. Taf. 29,
Fig. 4.
Einjährig, 30 bis 70 (100) cm hoch, kleine Rasen bildend und wenige bis zahlreiche,aufrechte oder aufsteigende, glatte Stengel treibend. Blattscheiden anliegend, glatt oderschwach rückwärts rauh. Blattspreite schmal, selten bis über 3 mm breit, oberseits rauh,anfangs eingerollt, später rinnig oder flach. Blatthäutchen sehr lang (bis 1 cm). Rispegleichmässig ausgebreitet, reichblütig, bis 20 cm lang, mit anfänglich aufrechten, späterabstehenden oder ein wenig zurückgeschlagenen, schwach rauhen, fadendünnen, bis ca. 7 cmlangen Aesten, die stärksten bis 5 (sehr selten noch mehr) Aehrchen tragend. Alle Aestenur im oberen Teile Aehrchen tragend. Aehrchen (Fig. 4 a) zwei- bis dreiblütig, grünlich,ca. 1 cm lang. Untere Hüllspelze ca. 6 mm lang, meist sechs- bis siebennervig, schmälerals die ca. 9 mm lange, meist neunnervige obere Hüllspelze; beide am Rücken rauh, amRande sehr fein gezähnelt, grün, am Rande weiss. Deckspelzen fünfnervig, die der unterenBlüte in eine kurze Granne zugespitzt, die der obern Blüte mit kräftiger, unter der Mitteabgehender, gedrehter und geknieter Granne. Narben federig. — VI, VII.
Ziemlich selten, an sonnigen, trockenen Stellen, in lichten Wäldern, auf trockenenAeckern. Oft auf weite Strecken hin gänzlich fehlend (z. B. vollständig in Württemberg).In Deutschland zerstreut im mittleren Rheingebiet (von Trier abwärts bis Bonn), amuntern Main (früher auch bei Wertheim), bei Frankfurt, in Nassau, Ober- und Niederhessen,Thüringen, Harz und selten im Vogtlande (zwischen Taltitz und Rosenberg). Ausserdemselten verschleppt (z. B. bei Hamburg). In Oesterreich mehrfach in Böhmen und Mähren,selten in Niederösterreich und Istrien. Fehlt in der Schweiz gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Durch ganz Südeuropa (von Spanien bis Mazedonienund Südrussland), Kleinasien, Transkaukasien, Algier. Reicht in Westeuropa nördlichbis Belgien.
') Nach Pierre Etienne Ventenat (geb. 1757, gest. 1805), Professor der Botanik in Paris.
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