231
Tafel 28.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Agrostis alpina. Habitus.
„ 1 a. Aehrchen, einblütig.
„ 2. Agrostis spica venu. Habitus.
„ 2 a. Aehrchen.
,, 2b. Fruchtknoten mit Narben.
„ 2 c. Aehrchen (sehr jung).
„ 3. Lagunis ovatus. Habitus.
,, 3 a. Einzelnes Aehrchen.
,, 3b. Staubblätter und Fruchtknoten.
Fig. 4. Holms lanatus- Habitus.
4 a. Aehrchen, zweiblütig.4b. Fruchtknoten mit Narben.
5. Aira caryophyllea. Habitus.
5 a. Aehrchen, zweiblütig.
6. Weingaertneria canescens. Habitus.
6 a. Aehrchen, zweiblütig.6b. Granne der Deckspelze.
in 2 seitlichen Büscheln angeordneten Haaren bestehend. Deckspelze etwa 2 J3 bis 3 /* so langals die Hüllspelzen. — VII, VIII.
Ziemlich häufig auf sonnigen Geröllhalden im Urgebirge, im Alpenrosen- undWacholdergebüsch, in Runsen, Muhrgängen, in Gebirgswäldern, in den Alpen und Voralpen,von ca. 1400 bis 2680 m (Piz Lagalb im Puschlav), seltener noch etwas tiefer.
Allgemeine Ve rbr eitun g: Alpen, von den Seealpen bis Salzburg und Ober-Krain (für Niederösterreich [Schneeberg] ?) und nördliche Apenninen.
Die Pflanze gleicht in ihrem Habitus sehr einer Agrostis und wird auch von verschiedenen Autoren■für eine solche gehalten. Aendert wenig ab: var. flavescens Correns (= var. aürea Bornmüller). Aehrchengrünlich-gelb. — Hie und da.
var. mütica Koch. Deckspelze unbegrannt.
var. aristäta Koch. Deckspelze mit kräftiger, unterhalb ihrer Mitte eingefügter, die Hüllspelzenüberragender Granne.
var. subaristäta Torges. Granne über der Mitte der Deckspelze eingefügt, zart, nicht vortretend.
196. Calamagrostis laneeoläta Roth (= C. calamagröstis Karsten, = C. canescens Druce,= Aründo calamagrostis L., = A. Leersii Oett.) Lanzettliches Reitgras. Fig. 96f.
60 bis 150 cm hoch. Grundachse unterirdisch kriechend, kleine Rasen und ziemlichdünne Ausläufer bildend. Stengel steif aufrecht, etwas schlaff, unten glatt, oberwärts rauh,aus den Knoten oft verzweigt. Blätter schmal, steif, meist glatt, seltener (besonders anden Seitentrieben) borstig zusammengefaltet, rauh. Rispe länglich, schlaff, öfter überhängend,bis über 2 dm lang, während der Blütezeit regelmässig ausgebreitet, gleichmässig mitAehrchen besetzt. Rispenäste dünn, meist nicht über 5 cm lang. Aehrchen schmal-lanzettlich,viel kürzer als die Hüllspelzen. Hüllspelzen ungleich, ca. (3) 4 bis 6 mm lang, meistviolett punktiert mit grünen Mittelstreifen, in Form und Grösse wechselnd, obere unmerklich,untere, doppelt so lang als die Deckspelzen. Deckspelze mit sehr kurzer (kaum 1 mmlang), die Seitenspitzen nicht oder wenig überragender, endständiger Granne (Fig. 96 f).— VII, VIII.
Ziemlich selten in Wiesenmooren, in Gebüschen, an Ufern und Gewässern, zu-weilen grössere Bestände bildend, auch auf Sandboden; in der Ebene und in der Berg-region. Stellenweise sehr selten oder gänzlich fehlend.
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Nordeuropa (fehlt in Irland, im nörd-lichen Skandinavien und in Russland), Sibirien.
Aendert folgendermassen ab:
var. parviflöra Harz. Hüllspelzen 3 bis 4 mm lang. — Verbreitet.
var. ramösa (Schult.) Beck. Hüllspelzen 5 bis 6 mm lang, schmäler und länger zugespitzt. —Mehr im Süden.