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Tafel 25.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Stipa pennata. Habitus.„ 2. Lasiogrostis calamagrostis. Habitus.„ 2a. Einzelnes Aehrchen.
Fig. 2b. Staubblätter und Fruchtknoten.„ 3. Milium effusum. Habitus.„ 3a. Aehrchen (isoliert).
Spanien, Algier und Marokko massenhaft] (besonders nach England) exportiert und zu Flechtwerken und zurPapierfabrikation verwendet. Die Blätter gelangen unter dem Namen „falsches Rosshaar" in den Handel.Ausserdem finden sie in den österreichischen Virginia- und in den italienischen Brissago-Cigarren Verwendung.Verschiedene Arten (besonders ^nordamerikanische) üben auf das Vieh, vor allem auf die Pferde, einenarkotische Wirkung aus. Einige ausländische Arten werden sehr selten verwildert bei uns angetroffen, so z.B.S. formicärum Del. aus Südamerika, S. intricäta Godr. aus Argentinien und S. törtilis Desf. aus dem Mittelmeergebiet.
1. Deckspelze mit einem spitzen Callus sich ablösend, mit geknieter, meist sehr langer und ge-drehter Granne.............. >..............
1*. Deckspelze mit einem sehr kurzen, behaarten Callus, mit gerader, nicht geknieter Granne. Sehr selten.
S. ari Stella nr. 164.
2. Granne federig behaart, 20 bis 30 cm lang............S. pennata nr. 162.
2*. Granne nicht federig behaart, rauh, 10 bis 15 cm lang.......S. capillata nr. 163.
162. Stipa pennata 1 ) L. Feder-Pfriemengras, Federgras, wilder Flachs. Franz.:Plumet, Plumet de Vaucluse; ital.: Lino delle fate, stuzzichella; böhm.: Svateho Ivana.
Taf. 25, Fig. 1.
Nach den auffallend stark behaarten Grannen führt das Gras Namen wie: Federgras (Oesterreich),S t o a n f e d a r n [= Stein-] (Niederösterreich) .Wiesenhoar (Niederösterreich), Pfingsthaar (Niederösterreich),St. Iwans-, St. Prokop^sbart (Böhmen), Jakobs-, Joachimsbart (Niederösterreich), Flunkerbart(Mark); türkischer, wilder Flachs (Mark), Sandflachs (Oesterreich), Bargflachs (Nordböhmen).Auf das germanische Altertum scheint der Name „Frau Harfenbart" (Mark) zurückzugehen. Frau Harfe(auch Harke, Herke, in Mitteldeutschland Frau Holla genannt) war der Name einer germanischen Göttin, unterderen besonderer Hut der Flachs stand. Da das Pfriemengras häufig mit dem Flachs (s. o.) verglichen wird,so wäre vielleicht hierin der Grund der Benennung „Frau Harfenbart" zu suchen. Wie in vielen anderen Fallenwurde mit dem Eindringen des Christentums die hl. Maria an Stelle der heidnischen Göttinnen gesetzt (vgl.übrigens auch die Benennungen anderer zierlicher Gräser wie Briza media und Hierochloe odorata!), daherNamen wie: Marienflachs (Mark), Frauenhoar, Liebf rauenharl (Niederösterreich). In Thüringenheisst unser Gras Fäks, ein Name, der auf mittelhochdeutsch vachs (fags) = Haar, Haarschopf zurückgeht(vergl. auch Nardus strictal). — Das Pfriemengras bildet als unverwelkbares Bukett (nach Einlegen in Kalk-wasser) einen beliebten Zimmerschmuck. Häufig wird es auch von Landleuten als Hutschmuck (oft rot gefärbt)benützt; ebenso weht es auf dem zur Nationaltracht des Ungarn gehörenden Kolpak (hohe Pelzmütze). ImRomanischen heisst das Gras Mignanas, im Tessin Penagger.
40 bis 100 cm hoch, horstbildend. Blätter binsenförmig oder borstig ^zusammen-gefaltet, seltener flach, fast stechend, kahl, seegrün. Rispe einfach, unterster Teil in derobersten Blattscheide eingeschlossen bleibend. Aehrchen stielrund. Aehrchenachse steif-haarig. Hüllspelzen lanzettlich-pfriemenförmig, in eine lange, feine Spitze ausgezogen,3 nervig, bis / cm lang. Deckspelzen nur unterwärts seidig behaart, 15 bis 24 mm lang,an der Spitze kahl. Grannen frei, bis 30 cm lang, federig behaart, gekniet, überhängend.Haare der Granne anfangs anliegend, später federartig abstehend. — V, VI.
Stellenweise an sonnigen, sandigen und steinigen Plätzen, an Felsen, in trockenenWäldern, an Abhängen sehr häufig, doch mehr im südlichen und östlichen Gebiet; liebteinen kalkhaltigen Boden. Steigt in den warmen Tälern an sonnigen Abhängen hoch
J ) Mit Federn versehen; lat. penna = Feder.