LX. Setäria 1 ) Pal. Fennich, Borstenhirse.
Einjährige Gräser. Aehrchen in ährenförmigen, dichten, zylindrischen oder strauss-blütigen Rispen, deren Zweige z. T. ohne Aehrchen (bei S. viridis Aehrchen mehr oderweniger ausgeprägt) als grannenartige Hüllborsten die Aehrchen überragen. Aehrchen alsGanzes abfallend, mit drei unbewehrten Hüllspelzen, in der Achsel der dritten meist eineverkümmerte, männliche Blüte tragend. Deck- und Vorspelze verhärtend, meist matt,seltener schwachglänzend oder querrunzelig.
Die Gattung umfasst ca. 10 Arten, in allen wärmeren Ländern; einige treten als Unkräuter auch inder gemässigten Zone auf. S. Italica ist eine weit verbreitete Nutzpflanze.
1. Hüllspelzen deutlich querrunzelig. Borsten zuletzt fuchsrot, durch vorwärts gerichtete Zähnchensehr rauh. Aehrchen 3 mm lang.....................S. glauca nr. 150.
1*. Hüllspelzen fein punktiert. Borsten meist grün. Aehrchen 2 bis 2>/ 2 mm lang..... 2.
2. Kurzhaare der Hüllborsten und des oberen Stengelteiles nach rückwärts gerichtet (diese daher beimAufwärtsstreichen rauh)......................S. verti cillata nr. 151.
2*. Kurzhaare der Hüllborsten und des oberen Stengelteiles nach vorwärts gerichtet (diese daher beimAbwärtsstreichen rauh)...............................°-
3. Untere Rispenäste zu Scheinquirlen genähert...........S. ambigu a nr. 152.
3*. Untere Rispenäste dicht gedrängt. Aehrenrispe daher nicht unterbrochen....... 4.
4. Stengel knickig aufsteigend, dünn. Aehrenrispe 7 bis 10 mm dick .... S. viridis nr. 153.4*. Stengel steif aufrecht, bis 1 cm dick. Aehrenrispe iy s bis 2'/» cm dick, unten gelappt, meist
überhängend............................S. Italica nr. 154.
150. Setaria glaüca (L.) P. B. (= Pänicum glaücum L., = Pennisetum glaücum R. Br.).Gilb-Fennich. Ital.: Pesarone, panicastrella. Taf. 23, Fig. 4.
Im Dialekt des Tessin heisst die Pflanze Pabbi.
Einjährig, 4 bis 40 (90) cm hoch, niederliegend oder aufsteigend. Stengel einfachoder am Grunde ästig. Blätter graugrün, mit oberseits rauher, unterseits glatter, am Randeund oberseits am Grunde spärlich behaarter Blattspreite. Aehrenrispe aufrecht, bis 7 cmlang, oval bis schmal-zvlindrisch, mit gelb- bis fuchsroten, die Aehrchen 2- bis 3 r mal über-ragenden Borsten (Taf. 23, Fig. 4 a). Aehrchen eiförmig, ca. 3 mm lang, auf kurzen, un-verzweigten Stielen direkt der Rispenspindel aufsitzend. Unterste Flüllspelze breit-eiförmig,nur etwas kürzer als die zweite, welche etwa halb so lang als die dritte und die gleich-lange, buckelig gewölbte Deck- und Vorspelze ist. Deck- und Vorspelze deutlich quer-runzelig (Taf. 23, Fig. 4 b). — VII bis X.
Nicht selten auf Brachland, an Wegrändern, auf Dämmen, Gemüsefeldern, inWeinbergen, auf wüsten Plätzen; zuweilen in Gesellschaft von S. viridis. Steigt bisca. 1400 m hinauf.
A llgem eine Verb reitung: Wärmere und gemässigte Zonen beider Erdhälften.
var. pümila (Aschers, et Graebner). Pflanze klein, nur 4 bis 8 cm hoch. Rispe wenig ährig. — Nichtselten im Herbst.
151. Setaria verti eil lata (L.) P. B. (= Panicum verticillatum L.). Wir tel-F ennich,Klebgras. Ital.: Fieno stellino, panicastrella. Taf. 23, Fig. 5.
Da die Rispe dieser Grasart sich infolge der rückwärts gerichteten, rauhen Borsten leicht in dieKleider oder in das Fell von Tieren einhängt, heisst die Pflanze in Niederösterreich (vgl. auch die Volksnamenv °n Galium aparine, Bidens tripartitus, Lappa-Arten, deren Früchte die ähnliche Eigenschaft haben): Bedläus[= Bettlerläuse], Hauerläus. (Die Pflanze, die gern in Weinbergen vorkommt, hängt sich dort gern an dieKleider der ,,Hauer" [_ . Winzer]), Hareindraher (= Haareindreher).
') Lac. seta = Borste, wegen der borstenförmigen Hüllborsten der Aehrenrispen.