Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
187
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

...,

23

187

Tafel 23.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Tragus racemosas. Habitus.

1 a. 2 Blüten. Obere Hüllspelze bestachelt.

2. Panicum lineare. Habitus.

2 a. Blüte.

3. Panicum crus galli. Habitus.

3 a. Aehrchen mit einer sterilen Zwitterblüte.

4. Setaria glauca. Habitus.

Fig. 4 a. Zweiblütiges Aehrchen. 1 Blüte nur alsSpelze entwickelt.

4 b. Stück von der Oberfläche einer Spelze.

5. Setaria verticillata. Habitus.

5 a. Aehrchen (vergrössert).

5 b. Spitze einer Hüllborste mit rückwärts ge-richteten Haaren.

1. Scheinähren an der Spitze des Stengels fingerförmig genähert. Blüten unbegrannt .... 2.1*. Aehrchen in Rispen........................... 3.

2. Scheinähren meist zu 5. Untere Blätter nebst den Scheiden behaart. Aehrchen länglich-lanzett-lich, spitz............................P. sanguinale nr. 145.

2*. Scheinähren meist zu 3. Blätter nebst den Scheiden kahl. Aehrchen elliptisch, stumpf.

P. lineare nr. 146.

3. Aehrchen in traubig gestellten, einseitswendigen Scheinähren. Blätter und Stengel glatt, kahl

P. crus galjli nr. 148.

3*. Aehrchen lang gestielt, in reichblütiger, überhängender Rispe. Blätter nebst den Scheiden

rauhhaarig............................P. miliaceum nr. 147.

145. Panicum sanguinale L. (= Digitäria sanguinälis Scop., = Däctylon sanguinaleVill., = Syntherisma vulgare Schrad. Bluthirse, Blutfennich. Franz.: Manne terrestre,

sanguinale; ital.: Sanguinaria, sanguinella.

Nach der fingerförmigen Anordnung der Rispen führt die Bluthirse in Niederösterreich den NamenTeufelspratz'n. Ebendort heisst sie auch Wilder Br ein (vergl. Panicum miliaceum, pag. 188) oder WildaFenigl (Fenigl = Setaria Italica, vergl. pag. 193). Der Anbau der Bluthirse fand schon im Mittelalter in denöstlichen Ländern von Deutschland und Oesterreich statt. Heute ist der Anbau dieser Art gering (z. B. nochin Böhmen, in der Oberlausitz, in Untersteiermark).

Einjährig, oft ganz violett überlaufen. 10 bis 30 (65 cm) hoch. Stengel niederliegend,am Boden sich verzweigend, wurzelnd, knickig aufsteigend. Stengel glatt, kahl, an denKnoten spärlich behaart. Blätter (besonders unterseits) mit seidig glänzenden Haaren be-setzt und mit weisslichen Randnerven. Blattscheiden ziemlich weit, die untern langwimperigbehaart. Scheinähren aufrecht abstehend, meist zu 3 bis 6. Achse flach gedrückt, schmalgeflügelt. Aehrchen ca. 3 mm lang, länglich-lanzettlich, meist violett überlaufen. UntersteHüllspelze sehr klein, zweite etwa halb so lang als die meist 7 nervige, am Rande wolligflaumige, sonst kahle dritte Hüllspelze. Narben purpurrot. VII bis X.

Ziemlich verbreitet auf Gartenland, Aeckern, an Wegen, Mauern, Ruderalstellen,in Weinbergen, von der Ebene bis ca. 1300 m.

Allgemeine Verbreitung: Wärmere und gemässigte Zone, stellenweise einlästiges Unkraut. Ausserdem vielerorts verschleppt und eingebürgert. Wird in Nordamerikaals Futtergras (Crab grass) angebaut.

Aendert in der Behaarung und in der Ausbildung der Blätter etwas ab :

subsp. ciliare (Retz.) Trin. (= Digitäria ciliäris Koeler). Dritte Hüllspelze am Rande steif haarigbewimpert. Oft niedriger und robuster als der Typus. Vereinzelt mit dem Typus.

var. ätrichum Aschers, et Graebner. Untere Blattscheiden vollständig kahl oder mit wenigenlängeren Haaren. Selten.

var. distächyum Aschers, et Graebner. Rispen nur mit 2 Scheinähren.

var. repens Aschers, et Graebner. Hauptstengel niederliegend, sehr lang (bis 3 dm), am Bodenkriechend, wurzelnd. Selten auf fettem Boden.