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Tafel 22.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Zea mays. Gelber weiblicher Fruchtzapfen.„ 1 a. Roter weiblicher Fruchtzapfen einer Spielart.„ 1 b. Männliches Aehrchen.„ 1 c. Weibliche Aehrchen (noch sehr jung).
Fig. 2. Andropogon ischaemum. Habitus.„ 3. Sorghum saccharatum. Habitus.„ 3 a. Einzelne Blüte. Zwitterblüte mit oberermännlicher Blüte.
Auch der Name Welschkorn (besonders in der Schweiz gebraucht) geht wohl auf dieselbe Ursache zurück.Die weit verbreitete Benennung „Kukurutz" für den Mais entstammt dem slavischen Namen unserer Art (PolnischKukurydza, böhmisch Kukurice, russisch Kukurusa): Kukuritz (Westpreussen), Gugarutz, Kukurutz (Nieder-österreich, Kärnten etc.), Kukrutz (Nordböhmen). Im Elsass heisst der Mais nach der Gestalt des Frucht-standes: Zapf e(n)korn. Die Bezeichnung gelber Plent'n (Tirol, „Plent'n" schlechtweg oder „Schwarzplent"ist der Buchweizen [Polygonum fagopyrum] s. d.) leitet sich ab vom ital. polenta — Maisbrei (zu lat. polfre = glätten,zubereiten). Die Maiskolben heissen in Kärnten Tschurtschen, in Tirol Türkentschurtschen, in Krain (Gott-schee) Tschitschen, Benennungen, die auch für Koniferenzapfen (vergl. pag. 85) gelten. Andere Namen dafürsind: Zagel [eigentlich = Schwanz, vergl. pag. 53] (Krain: Gottschee), Rappa [die entkörnten Kolben] (Schweiz:St. Gallen). Die männlichen Rispen heissen nach ihrer Form in St Gallen Türgga-Fähnli, in Tirol auchPenegalen (wohl zu ital. pennello = Pinsel, Fähnchen). Die den Kolben umhüllenden Blätter werden in St. Gallenvom Volke „Stuch ab lätter" oder „Schelfara", in Tirol „Flit sehen" genannt. Die als Grünfutter gebauten,unfruchtbaren Maispflanzen führen in Kärnten die Bezeichnung Fura, in Graubünden (Schiers) Junker.
Im Dialekt der Wälschtiroler heisst der Maiskolben Sversel (ital. vergello = Stab zu Leimruten,von lat. virga = Rute). In der romanischen Mundart Graubündens wird die Maisfrucht Gran törch, törcha,das Mehl daraus Farina da törch genannt. Im Dialekt des Tessin heisst die Maispflanze Formentum, carlun.
Der Mais erfreut sich besonders in Tirol in allen seinen Teilen einer mannigfachen Verwendung.Im Etschlande werden die „Flitschen" (s. o.) nicht selten anstatt des Strohs zum Füllen von Polstern verwendet.Die entkörnten Kolben dienen zur Feuerung (in Frankreich werden sie mit Harz und Teer getränkt und soals Feueranzünder benützt). Auch kann man in Tirol nicht selten sehen, dass anstatt mit Korkstopfen dieFlaschen mit zerstückelten „Türkentschurtscherf verschlossen werden. Des Kuriosums halber sei erwähnt,dass man ijicht selten (z. B. bei Meran) in ländlichen Aborten die entkörnten Maiskolben an Stelle von —Klosettpapier antrifft.
Auch im Volksaberglauben spielt der Mais eine gewisse Rolle. So heisst es in Tirol, dass, wenndie „Flitschen" den Kolben fest umschliessen, dies das Zeichen eines 'darauffolgenden strengen Winters sei.Bezüglich des Anbaus glaubt man in St. Gallen, dass der im Zeichen des Löwen gesäte Mais von den Vögelnausgerissen und gefressen werde, auch das Zeichen der Fische sei ganz ungeeignet zum Anpflanzen diesesGewächses; sehr gut jedoch gedeihe der am Karfreitag ausgesäte Mais.
Einjährige, stattliche, breitblätterige 1,5 bis 2,5 (5) m hoch werdende (seltenerkleinere) Pflanze mit aufrechtem, glattem, meist einfachem, seltener unten verzweigtem, mark-haltigem Stengel. Blätter breit lanzettlich, hellgrün, meist 5 bis 12 cm breit, flach, untenkahl, oberseits mitunter schwach behaart, am Rande wellig, von kurzen, nach vorwärtsgerichteten Borsten bewimpert. Blattscheiden glatt, die untern (mit den Kolben) zweizeiligund mit grosser Blattfläche, die obern spiralig angeordnet und ohne Blattfläche. Blatthäutchenkurz (bis 5 mm lang), lang zerschlitzt gewimpert. Männliche Aehrchen 2-blütig (Taf. 22,Fig. 1 b), 6 bis 8 mm lang und 3 mm breit, mit 2 krautartigen, spitzen, mehrnervigen, be-haarten, hellvioletten Hüllspelzen, meist zu 2, seltener zu 3 oder einzeln an langen, an derHauptachse spiralig angeordneten Scheinähren, diese zu einer gipfelständigen Rispe vereinigt.Weibliche Blütenstände am unteren und mittleren Teile des Stengels blattwinkelständige (aneinem Kurztrieb), von mehreren Blattscheiden eingehüllte Kolben, aus welchen zur Blütezeitdie langen, fadenförmigen, an der Spitze zweispaltigen Narben heraushängen. WeiblicheAehrchen meist zu 2 (Taf. 22, Fig. 1 c), an unentwickelten Aestchen, einblütig, mit 3 quer-breiteren, seltener längeren, z. T. fleischigen (die 2 untern), z. T. krautigen oder durchsichtighäutigen (die obern) Hüllspelzen. Lodiculae fehlend. Frucht sehr verschieden gestaltet,
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