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138. Hydrocharis mörsus ränae 1 ) L. Gemeiner Froschbiss. Franz.: Petit Nenuphar,morrene; ital.: Morso di rana; engl.: Frogbit. Taf. 19, Fig. 4.
Der Name Froschbiss rührt davon her, dass die Frösche diese Wasserpflanze gern nach kleinerenWassertieren (Schnecken, Würmern etc.) absuchen. Nach den rundlichen, etwa talergrossen Schwimmblätternheisst sie in Ostfriesland: Poggengeld, Poggendäler (niederdeutsch Pogge = Frosch). Aehnlich sind dieBenennungen Schillingsbrod und Grotens, wie die Pflanze an der unteren Weser heisst. Schillinge urrdGroschen (niederdeutsch Groten) sind bekanntlich Münzen, die früher im Umlauf waren.
15 bis 30 cm. Pflanze mit Ausläufern, die an den Enden stets neue Rosetten bildenund im Herbst dünne, zuletzt abfallende, feste Winterknospen erzeugen, die von einer häutigdurchscheinenden Hülle umgeben sind. Blätter schwimmend, in wenigblätteriger Rosette,gestielt, kreisrund, bogennervig, am Grunde tief herzfömig, mit zwei grossen Nebenblättern.Blüten einhäusig, die männlichen und weiblichen an verschiedenen Achsen. MännlicheBlütenstände 1 bis 6 cm lang gestielt, mit häutigen Hochblättern (spatha), meist 3 (seltener2 bis 4) blutig, mit 5 bis 6 mm langen Kelchblättern, 1,5 cm langen, weissen, runden, ander Basis gelben Kronblättern und mit 12 (die 3 äussern oft unfruchtbar), am Grundeverbundenen Staubblättern. Antheren einfächerig. In der Mitte der männlichen Blüte eindeutliches Fruchtknotenrudiment. Weiblicher Blütenstand sitzend. Weibliche Blüten überder einblätterigen Spatha 3 bis 8 cm lang gestielt, kleiner als die männlichen, mit 3 bis6 Staminodien. Kronblätter 10 bis 12 mm lang. Frucht rundlich, an der Spitze unregel-mässig aufreissend, mit zahlreichen Samenanlagen (Taf. 19, Fig. 4b). Samen klein, rundlich,von einer Gallerthülle umgeben. Narben zweispaltig, gelbgrün (Taf. 19, Fig. 4a). —V bis VIII.
Stellenweise in stehenden und langsam fliessenden Gewässern, in Teichen, Gräben,in Altwässern; oft auf grössere Strecken hin gänzlich fehlend (z. B. in Vorarlberg, Nord-tirol, im Zürcher Oberland etc.).
Allgemeine Verbreitung: Europa (im nördlichen Russland, an der Riviera etc.fehlend), Sibirien, Dsungarei.
Im nicht blühenden Zustande hat die Pflanze eine grosse habituelle Aehnlichkeit mit Limnanthemuiii;nymphaeoides (Gentianacee), welcher Art jedoch die Nebenblätter fehlen.
Die Familien Potamogetonaceen, Najadaceen und Hydrocharitaceen bilden zusammen mit den beidenin Europa nicht vertretenen Familien der Aponogetonaceen und Triuridaceen die Reihe der Helöbiaeoder Fluviäles. Es sind zum grössten Teil Sumpf- und Wasserpflanzen, sowohl des Süss- als des Meerwassers,,von sehr mannigfaltigen Formen. Allen ist gemeinsam eine regelmässige, strahlige. nach der Dreizahl gebauteBlüte, sowie ein sehr grosser, eigentümlich ausgebideter, oft keulenförmig angeschwollener oder gekrümmterKeimling (starke Entwicklung des hypokotylen Gliedes). Die Zahl der Staubblätter variiert sehr von 1 (Zannichellia)bis viele (Sagittaria). Der Fruchtknoten ist meistens oberständig, seltener (Hydrocharitaceae) unterständig. Durchdie Ausbildung einer Spatha (Zostera, Vallisneria, Helodea etc.) werden die Helobier mit dem Araceen inBeziehung gebracht. Von den Aponogetonaceen werden verschiedene Arten bei uns in Kalthäusern als Sumpf-und Wasserpflanzen, z. T. auch als Schnittblumen kultiviert, so vor allem Aponogeton distächyus L. f. mitzweischenkligen Blütenähren und grossen, weissen Blütenhüllblättern (ist seit ca. 1780 in Europa eingeführt undhat sich in Südfrankreich am Flusse Lez bei Montpellier eingebürgert), seltener Aponogeton monostächyus L. f.(= A. nätans Engler et Krause), sowie die interessanten Gitter- oder Fensterpflanzen aus Madagaskar (Apono-geton (Ouvirändra) fenestralis Hook. f. und A. Henkeliänus), bei welchen das grüne Blattgewebe bis auf dieNervatur vollständig verschwunden ist. Die Triuridaceen sind ausschliesslich saprophytisch lebende, farblose,gelbliche oder rötliche Gewächse der Tropen und von sehr unsicherer Stellung im natürlichen Pflanzensystem(vielleicht nicht einmal monokotyl). — Schon mehrfach ist der Gedanke ausgesprochen worden, dass zwischeneinzelnen Familien der Fluviäles (speziell der Alismataceen und der Butomaceen) unverkennbai e Beziehungen-bestehen zu den Dikotyledonen, speziell zu den Ranunculaceen, Magnoliaceen und Trochodendraceen. Und zwarsollen sich diese Beziehungen nicht allein auf äussere Aehnlichkeiten beschränken, sondern namentlich auch inder Polyandrie (grosse Zahl der Staubblätter), Polycarpie (grosse Zahl der Fruchtblätter), sowie in der Insertion,
') lat. mörsus (mordere = beissen) = Biss, rana = Frosch; vergl. oben „Froschbiss' - '.