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19. Fam. Alismatäceae, 1 ) Froschlöffelgewächse.
Fast ausschliesslich ausdauernde (selten einjährige) Pflanzen feuchter Standorte.Grundachse meist senkrecht, kurz und verdickt, seltener Ausläufer mit knolliger Spitzetreibend. Stengel meist schaftartig. Blätter flutend, schwimmend oder aus dem Wasserhervorragend, nach dem Standorte, Beleuchtung etc. sehr veränderlich. Die Erstlingsblättermeist bandförmig, fast immer grundständig, selten auch in der Blütenregion (Elisma) auf-tretend, stets ganzrandig, einfach, linealisch, lanzettlich, eiförmig oder herz-, spiess- undpfeilförmig, gitternervig, auf der Rückseite dicht unter der Spitze mit Apicalöffnung(Wasserausscheidung). In den Blattachseln kleine, nur wenige Millimeter lange Achsel-schüppchen. Blüten zwitterig, seltener einhäusig (Sagittaria). Blütenstand oft stockwerk-artig (bei Alisma bis 10 Stockwerke), ährenförmig, traubig, schirmtraubig, doldig oder rispig,seltener Blüten einzeln (Elisma). Blütenstengel oft dreikantig. Blüten strahlig symmetrisch.Perigon sechsblättrig, heterochlamydeisch, meist deutlich in einen äussern, dreiblätterigen,derben, kelchartigen Kreis und in einen innern, dreiblättrigen, sehr zarten, weissen oderrötlichen, oft sehr hinfälligen Kreis gegliedert (Taf 19, Fig. 1 a). Staubblätter 6 (dannquirlig angeordnet) oder mehr (Sagittaria), selten nur 3 (Wiesneria ), stets frei, oft mit Haaren•oder Zähnchen besetzt. Fruchtknoten 'oberständig, frei oder erst am Grunde etwas ver-bunden (Blütenachse erhebt sich), quirlig oder spiralig (Echinodorus) angeordnet, 6 odermehr, selten nur 3, stets einfächerig, meist 1, seltener 2 oder mehrsamig. Narbenpapillennicht sehr gross. Samenanlagen grundständig, gekrümmt und nach aussen gewendet (apotrop),seltener (Elisma. Taf. 19, Fig. 2 a) nach innen gewendet (epitrop). Früchtchen trockeneSchliessfrüchtchen, oft sehr lufthaltig (Verminderung des spezifischen Gewichtes, Erhöhungder Schwimmfähigkeit), trockenhäutig, nicht aufspringend, Oberfläche oft nicht benetzbar,oft von harzabscheidenden Drüsen durchsetzt.
Die Familie ist über die warme und gemässigte Zone sehr ungleich verbreitet. Sie umfasst diefolgenden 12 Gattungen: Ranalfsma (R. rosträtum Stapf auf der Halbinsel Malakka), Alisma (1 Art in allenfünf Erdteilen), Caldesia (3 Arten), Elisma (1 Art), Damasönium (3 Arten, davon D. stellätum Pers. imwestlichen [jedoch nicht in Deutschland] und südlichen Europa), Limnophyton (2 Arten), Echinodorus(19 Arten), L ophoto cärpus (2 Arten), Sagittaria (31 Arten), Rautanenia (R. Schi'nzil Buch, in Südwest-Afrika), Burnatia (B. enneandra in Afrika) und Wiesneria (3 Arten im tropischen Afrika und Asien). DieAlismataceen besitzen ein reiches Netz von Milchsaftgängen, das von dem der Leitbündel unabhängig ist. In•der Regel wird jedes stärkere Leitbündel von einem solchen Gange begleitet. Ausserdem treten sie im Netz-gewebe reichlich auf. Bei verschiedenen Arten treten gegen Ende der Vegetationszeit an den bogig nieder-gestreckten Stengel Winterknospen (Turionen) auf, welche aus stärkereichen Niederblättern bestehen und dieRuhezeit überdauern. Ueber den Nutzen etc. siehe bei den einzelnen Gattungen. In Europa kommen 6 Gattungen.mit 8 Arten vor; Damasonium fehlt in Mitteleuropa.
1. Blüten eingeschlechtig, die obern weiblich, die untern männlich. Staubblätter viele.
Sagittaria XLVII.1*. Blüten zwitterig. Staubblätter 6 ...................... 2.
2. Blütenachse gewölbt. Fruchtblätter kopfig angeordnet. Früchtchen kaum zusammengedrückt.Blüten doldig.......................... Echinodorus XLVI.
2*. Blütenachse (lach. Fruchtblätter kreisförmig angeordnet.............. 3.
3. Samenanlagen nach innen (nach der Bauchseite des Fruchtblattes) gewendet. Stengel flutend,verschiedenblättrig. Blüten einzeln, schwimmend................Elisma XL1V.
3*. Samenanlagen nach aussen (nach der Rückenseite des Fruchtblattes) gewendet. Stengel in der Regelaufrecht, Blüten nicht schwimmend.......................... 4.
4. Blätter eiförmig, am Grunde abgerundet oder in den Blattstiel verschmälert. Fruchtschalcpergamentartig............................. Alisma XLIII.
4*. Blätter am Grunde tief herzfömig. Innenschicht der Fruchtschale (Endocarp) holzig._____________ Caldesia XLY.
') äXiafia (bei Dioskorides) Name einer Wasserpflanze, die möglicherweise mit Alisma plantago identischist; vielleicht von äf.g (Genitiv äXög) = Salz, Meer, da die Pflanze in Griechenland in Mecrcssümpfen wächst.