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XXXIX. Zostera 1 ) L. Seegras.
Die Gattung umfasst 6 bis 7 Arten, die an den Küsten der gemässigten Zone weit verbreitet sind.In Europa kommen nur die beiden folgenden Arten vor;
1. Blätter 3 bis 9 nervig, an der Spitze abgerundet. Stiel des Blütenstandes unter der Scheideverdickt........................... Zostera maririä n-r. 120.
1*. Blätter 1 bis 3 nervig, an der Spitze ausgerandet. Stiel des Blütenstandes unter der Scheidenicht verdickt.......................... Zostera nana nr. 121.
120. Zostera man na L. Seegras. Franz.: Zostere; ital.: Allego, aliga;engl.: Grass-weed, grass-wrack, mallow. Taf. 18, Fig. 1.
Die Pflanze hat fast alle Benennungen nach der Gestalt ihrer langen, flutenden Blätter erhalten:Seegras (meist für die getrockneten Bilanzen); Wasserriemen (Oldenburg); Wier [niederdeutsch wier =Draht, auch im Holländischen heisst die Pflanze Wier] (Ostfries. Inseln: Borkum); D ank (Mecklenburg), Tank(Schleswig-Holstein) [vergl. engl, tang = Fucus-, Laminaria-Arten und engl, tangle = Gewirr]; Slamp [schlampen= schlottrig sein, welk herabhängen] (Ostfries. Inseln: Juist); Seeweed (engl, sea-weed, von weed = Unkraut).Die drei zuletzt genannten Bezeichnungen werden auch für andere flutende Meerespflanzen (z. T. für Meeres-algen) gebraucht.
Das Seegras wird bekanntlich zum Ausstopfen von Polstern und Matratzen verwendet und ersetzt daskostspieligere Pferdehaar. Am meisten entwickelt ist die Seegrasgewinnung zu diesem Zwecke in den Nieder-landen, wo die Pacht der Seegrasbänke in den Jahren 1867 bis 1869 42.630 fl. einbrachte. In neuerer Zeitwird das Seegras auch zur Herstellung von Strassenpflaster benützt. Würfel, die aus komprimierten Meeresalgenund Seegras bestehen und mit einem Drahtnetz umgeben sind, werden in siedendes Pech getaucht. Baltimorebesitzt z. B. ein derartiges Strassenpflaster, das [sich durch seine Geräuschlosigkeit auszeichnet. Seltener wirddas Seegras —- frisch oder verbrannt — als Dünger auf die Aecker gebracht oder zur Befestigung von Sandwegenbenützt. In Norddeutschland werden in einzelnen Gegenden (z. B. in Schleswig-Holstein) die Dächer mit Seegrasbelegt. In Venedig dienten die Blätter von alters her zum Verpacken von Glaswaren (daher Alga vitrariorumgenannt, ein Name der auf Posidonia oceanica übertragen wurde).
Grundachse kriechend, monopodial aufgebaut, mit Hilfe von Adventivwurzeln sichim Boden befestigend. Laubspross kurz. Blätter flutend, mit völlig geschlossener Scheide,abwechselnd zweizeilig stehend, mit kleinen Achselschüppchen, 3 bis 7 (seltener bis 9)nervig, 3 bis 9 mm breit, schmal bis breit linealisch, an der Spitze abgerundet, mit vomRande ein wenig entfernten Seitennerven. Blühender Spross sich verzweigend, jeder ZweigBlüten entwickelnd. Stiel des Blütenstandes unter der Scheide verdickt. Blütenähre mitflachgedrückter Achse, zur Blütezeit in die Scheide (spatha) des obersten Laubblattes ein-geschlossen. Die Aehren legen sich mit ihrer Oberseite nach oben ganz flach auf das
einseitig ausgebildet, mit leicht nach vorne gebogenenRändern, bis 12 (wahrscheinlich) zwitterige, vollkommennackte Blüten tragend. Männliche und weibliche Blütenrechts und links von der parenchymatischen Mittelrippein je einer Längsreihe angeordnet (Fig. 70, 1). Die unterstenBlüten mit kleinen Hochblättchen (retinäcula), die sich überdie Blüten hinüberlegen. Blüte mit einer Anthere, anfänglichmit ihrem Rücken der Oberseite der Aehrenachse einge-fügt und ungeteilt (Taf. 8, Fig. la). Später rücken diebeiden Antherenhälften auseinander und stehen dann amEnde eines zweigabeligen Antherenfadens (Fig. 70, 2).Halbantheren ihrer Länge nach in 2 bis 3 Fächer geteiltoder einfächerig. Fruchtknoten aus einem einzigen Karpellbestehend, mit einer einzigen, hängenden, geradläufigen
Wasser. Blütenähre abgeflachtt
Pig- 70. / Querschnitt durch den Blüten-stand von Zostera marina (schematisiertnach Kirchner, Locw und Schröter), s Staub-m Mittelrippe. /Fruchtblatt. 2 Staub-
blatt.
beutel (Antherenhälften auseinanderstehend)3 Pollen (fadenförmig:)
') von foarrif) = Gürtel, Riemen, Leibgurt.