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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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zu schmacken = schlagen (niederhessisch schmacken = schmetternd, hinwerfen, vergl. Bumskeule etc.!)gehört während der zweite zu Dune (= Daune, wegen der weichen Samenwolle) oder auch zu Dutte (sieheoben!) zu stellen ist. Auch aus dem Slavischen sucht man den Namen zu erklären und deutet ihn dann alsverbranntes Seelchen" (Czechisch sinaha = Brand, dusa = Seele), eine Bezeichnung, die sich (mit Anspielungauf die rauchbraune Farbe der Kolben und auf die feine Federwolle der Früchte) vielleicht auf eine Volkssagebezieht Einigermassen ähnlich sind die Benennungen P am elduts chen, P ummeldu tschen (Mecklenburg:Lattendorf).

In Graubünden nennt man die Pflanze, wennzwei Kolben am gleichen Stengel getrennt übereinander-t 1 en" Chünig [= König], (also wohl Typha angustifolia, bei welcher der männliche und weibliche Kolbendurch einen nackten Stengelteil getrennt sind).

Schliesslich existieren für den Teichkolben noch Namen wie.' D ünn sammer (Nordfriesland), DulenfOstfriesland), Häenk (Unteres Wesergebiet: an der Geeste). Kannevaskes (Ostfriesland), Kettich,Kettikul (Mecklenburg), Wutzel (Steiermark). Im Dialekt des Tessin: Munit.

Die Stengel des Teichkolbens dienen zum Decken von Dächern und als Brennmaterial. In vielenGegenden (z. B. Pinzgau, St. Gallen, Strassbu'-g) stopfen die ärmeren Leute ihre Betten statt mit Federn mitder weichen Samenwolle des Rohrkolbens. Sie wurde auch in früheren Zeiten zum Verbinden von Wundenan Stelle der Baumwolle benutzt. Ja noch heute verwendet das Landvolk ab und zu die trockene Wolle derPflanze zum Blutstillen. In manchen Gegenden Schwabens bildet der Rohrkolben einen Bestandteil derWeihsangen" (Krauterbüschel, die am Feste Maria Himmelfahrt geweiht werden). Nach der Weihe wird erhinter das Kruzifix in der Wohnstube (s. o.) gesteckt; schlägt er an der Spitze aus, so gilt dies als Zeichen,dass noch im laufenden Jahr ein Hausinwohner stirbt.

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86. Typha latifölia L. Breitblätteriger R o h r k o 1 b e n. Franz.: Roseau desetangs, quenouille, canne de jonce, masse d'eau; ital.: Sala, schiancia, mazza-sorda, biodo.

Taf. 15, Fig. 1.

1 bis 2,5 m hoch. Blätter meist blaugrün, breit-linealisch, 10 bis 20 mm breit,stumpflich, so lang oder länger als der Blütenstand. Männlicher und weiblicher Blüten-kolben je 10 bis 20 cm (selten bis 30 cm) lang, sich berührend, seltener etwas entfernt,meist ziemlich gleich lang. Weiblicher Kolben schwarzbraun bleibend. Weibliche Blütenohne Tragblatt. Narbe schief rhombisch-lanzettlich, schwarzbraun bis kohlschwarz, so langoder beträchtlich länger als die Haare. VII, VIII.

In Sümpfen, Wiesenmooren, an Ufern von Seen und Flüssen, meist überall. Steigtin den Alpen vereinzelt bis 1800 m (so als var. Bethulöna Kronfeld bei Tofano di Mezzaim Ampezzotal) hinauf.

Allgemeine Verbreitung: Weit verbreitet in der nördlich gemässigten Zoneund in den Tropen, ferner in Australien und Polynesien; fehlt im mittleren und südlichenAfrika (wird daselbst durch die subsp. Capensis vertreten).

Aendert im allgemeinen wenig ab:

var. ambigua Sond. Männlicher und weiblicher Kolben fast gleich lang, bis 3 cm voneinander ent-fernt. Blätter 1 bis 2 cm breit. Hie und da.

var. remotiüscula Simonkai. Kolben wenig voneinander entfernt; der männliche bedeutend längerals der weibliche. Zerstreut.

var. eläta Kronfeld. Kolben kürzer als beim Typus (oft nur 6 cm lang), sich berührend oder wenigentfernt. Blätter sehr schmal (meist nicht über 10 mm breit). Nicht häufig.

var. Bethulöna Kronfeld. Niedrig, meist nicht über I m hoch. Kolben sich berührend; der-weibliche erheblich (bis doppelt) länger als der männliche. Blätter schmal, 5 bis 10 mm breit. Seltenin den Alpen.

Von Missbildungen wurde bei Heringsdorf in Norddeutschland eine Form mit zwei nebeneinander-stehenden weiblichen Kolben beobachtet.