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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Phanerögamae. 1 ) Blüten- oder Samenpflanzen.

Sie zerfallen in die beiden Klassen Gymnospermae und Angiosp er mae, vondenen die erste den Gefässkryptogamen viel näher steht als die letztere (vgl. pag. 2).

Gymnospermae. 2 ) Nacktsamige Gewächse.

Die Gymnospermen sind Sträucher oder Bäume mit typischen Leitbündeln und mitsekundärem Dickenwachstum in Spross und Wurzel. Die Leitbündel liegen im Stammein einem Kreise. Das Dickenwachstum erfolgt wie bei den Dikotyledonen durch einengeschlossenen Cambiumring, der nach aussen hin Bast, nach innen Holz mit deutlichenJahresringen bildet (einzig die Cycadeen machen hievon eine Ausnahme). Das sekundäreHolz ist sehr gleichförmig gebaut, indem es fast ausschliesslich aus Tracheiden mit Ring-poren oder gehöften Tüpfeln besteht. Echte Gefässe kommen den Gymnospermen mitAusnahme der Gnetaceen (vgl. pag. 74) nicht zu. Der Keimling besitzt mehrere(seltener nur 2) Keimblätter. Bei der Keimung wird eine kräftige primäre Wurzel (Haupt-oder Pfahlwurzel) entwickelt. Mit einer einzigen Ausnahme (weibliche Pflanze vonCycas) besitzen alle Gymnospermen Blüten, d. h. die sporangientragenden Blätter(Sporophylle) sind von anderer Gestalt als die Laubblätter und ähnlich wie bei vielenEquisetaceen, Lycopodiaceen und Selaginellaceen an einzelnen Sprossen (sehr häufignächst der Sprossspitze) oder an Sprossabschnitten zu eingeschlechtigen Blüten vereinigt.Eine Blütenhülle (Perianth) kommt mit Ausnahme der Gnetales den Gymnospermen nichtzu. Die männlichen Blüten sind nach dem gleichen Typus gebaut wie die Sporangienständeder Schachtelhalme und Bärlappe; sie repräsentieren einen oft langen, mit sehr vielenStaubblättern besetzten Spross. Die weiblichen Blüten sind von verschiedenem Baue. Wiebei den Gefässkryptogamen tritt ein Generationswechsel auf. Die proembryonale Generation(Vorkeim) ist jedoch sehr wenig entwickelt und stets eingeschlechtig (vgl. pag. 2 u. 3).

Häufig stehen die Blüten beiderlei Geschlechts auf demselben Individuum; dasselbeist dann als monoecisch (Fichte, Föhre, Lärche, Weisstanne) zu bezeichnen. Daneben gibtes aber auch dioecische Formen, sodass männliche und weibliche Pflanzen (Wachholder,Eibe) unterschieden werden. Die männlichen Blätter nun Staubblätter geheissentragen in verschiedener Anzahl und Anordnung die Mikrosporangien, hier Pollensäckegenannt. Ganz ähnlich wie bei den Gefässkryptogamen entstehen in diesen die Mikrosporen(Pollenkörner), die durch Aufspringen der Pollensäcke frei werden. Wie bei denheterosporen Pteridophyten (z. B. bei den Hydropterides) treten auch hier nur sehr wenigeZellteilungen auf. Eine grössere Zelle des Pollenkorns wächst unter gewissen Bedingungenzu einem schlauchförmigen Gebilde (Pollenschlauch) heran, während die eine (oder seltenerdie wenigen Zellen) antheridialen Charakter besitzt, sich weiter in zwei generative Zellenteilt, von denen die eine bei der Befruchtung als Spermakern aus dem Pollenschlauch indas Archegonium übertritt und die Befruchtung vollzieht. Nur in seltenen Fällen kommenbei den Gymnospermen an Stelle der cilienlosen Spermakerne eigentliche Spermatozoidenvor (bei Cycas und Ginkgo je 2, vgl. Fig. 30 d).

Die weiblichen Blätter Fruchtblätter oder Carpeile genannt tragen anihrem Rande oder auf ihrer freien Oberfläche ein oder mehrere Makrosporangien, die vonnun an als Samenanlagen (ovula) bezeichnet werden. An der Samenanlage bemerken wirzunächst eine oder seltener zwei Hüllen (Integumente), welche ringwallartig das ganze Gebilde

l ) yavEQÖg = offenbar, deutlich, yäfiog = Heirat; wegen der deutlich sichtbaren Fortpflanzungsorgane.s ) yvfivög = nackt, onsQfia = Same; wegen der freiliegenden Samenknospen.