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Allgemeine Verbreitung: Europa mit Ausnahme des eigentlichen Mittel-meergebietes, von Dänemark, den unteren Donauländern und dem grössten Teile von Russ-land (einzig in Finnland und in den Ostseeprovinzen), Sibirien, Nordamerika.
Diese sehr leicht kenntliche Art ist recht vielgestaltig:
f. caespitösum Doell. Stengel bis 25 cm hoch, 5 bis 9 (meist 6 bis 7-) rippig, mit grundständigen,ebenso dicken, bogenförmig abstehenden Aesten. Scheiden kurz glockenförmig, mit schwarzbrauner Querbindeam Saume. Rippen scharf zweikantig, mit deutlicher Carinalfurche. — Sehr häufige Form.
f. virgätum Doell. Aehnlich wie die vorige Form, jedoch über dem Grunde mit einzelnen Aesten.
— Hie und da.
f. elatum Rabenhorst. Stengel bis 6 dm hoch, 9 bis 12rippig, sonst wie die beiden vorigen Formen.
— Ziemlich selten.
f. Heufleri Milde. Stengel über 3 dm hoch, 8rippig. Rippen der Scheiden 5-furchig. Scheidenmit schwarzbrauner Querbinde, am Saume kurz glockenförmig. — Bisher nur im Hinterautale bei Scharnitzim nördlichen Tirol beobachtet.
f. alpestre Milde. Stengel nicht über 16 cm lang, 6 bis 9rippig, mit meist hin und her gebogenenGliedern. Scheiden ganz schwarz, kurz glockenförmig. — Hie und da im Alpengebiet.
f. änceps Milde. Zwergform. Stengel aufsteigend, bis 15 (selten 30) cm hoch, dünn (nur 1 /s bis 3 /i mmdick), 4- (selten 5-) rippig, meist ohne zentralen Luftgang. Scheiden mit schwarzer Querbinde am Saume. Zähneoft ganz weiss. — In Oesterreich in Tirol, Salzburg und Kärnten beobachtet.
f. pseudo-elongätum Milde. Stengel bis 5 dm lang, 6 bis 10 rippig. meist spärlich verzweigt,ohne zentralen Luftgang. Scheiden verlängert (bis 9 mm lang), meist gleichfarbig grün. Zähne oft ganz weiss.Rippen scharf zweikantig. — Bisher nur in der Schweiz (bei Zug und am Genfersee) beobachtet.
f. Wilsöni Milde. Stengel aufrecht, bis 1 m hoch, 8 bis 12 rippig, spärlich und unregelmässig ver-zweigt. Rippen ziemlich glatt, stumpf zweikantig, mit unregelmässig angeordneten Kiesbuckeln. Scheidenkreiseiförmig, schmal, schwarz berandet. Zähne fünffurchig, schwarzbraun, weiss berandet. — Sehr selten. Nurin Baden (Neuenburg und Maximiliansau bei Karlsruhe) beobachtet.
f. cöncolor Milde. Stengel bis 6 dm hoch, 6 bis 9 rippig, spärlich und kurz verzweigt. Rippen derScheide stumpf zweikantig, mit 2 Nebenfurchen, die lanzettlich-pfriemenförmigen, schwarzbraunen, weissberan-deten Zähne nur mit Carinalfurche. Scheide verlängert (bis 10 mm), gleichfarbig grün. — Sehr selten. InOesterreich an der Mur bei Graz, in Steiermark und in der Schweiz am Neuenburgersee beobachtet.
f. arenärium Milde. Stengel aufsteigend, bis 45 cm hoch. Rippen 6 bis 9, mit Kiesel-Querbändernbesetzt. Scheiden verlängert, mit schwarzer Saumbinde. Zähne länglich-pfriemenförmig, schwarzbraun, weissberandet. — Bis jetzt nur am Ufer des Neuenburger- und Genfersees konstatiert
f. polystächyum Milde. Gleichfalls den beiden vorigen Formen ähnlich. Stengel an den obersten(1 bis 6) Scheiden mit kurzen, ährentragenden Aesten. — Hie und da.
f. meridionale Milde. Stengel nicht überwinternd, aufrecht, bis 1 m hoch, oft bis zur Spitze miteinzelnen oder zu zwei stehenden Aesten. Rippen 8 bis 12, stumpf zweikantig, mit 2 Reihen öfter zu Quer-bändern verschmelzenden Kiesbuckeln besetzt. Scheiden verlängert mit schwarzer Saumbinde, grösstenteilsgrün. Zähne länglich-lanzettlich, ganz weiss bis schwarzbraun, mit schmalem, weissem Hautrande. — Bishernur bei Meran in Südtirol beobachtet.
f. affine Milde. Stengel bis 3 cm hoch, unbeästet. Rippen 8 bis 9, stumpf zweikantig, mit breitenKiesel-Querbändern besetzt, fast glatt. Scheiden fast ganz schwarz. Zähne eilanzettlich bis lanzettlich, 3 furchig,schwarz, weiss berandet. — In Oesterreich in Südtirol bei Ratzes, in der Schweiz im Kanton Waadt (bei Conciseam Neuenburgersee und bei Bex) beobachtet.
66. Equisetum scirpofdes') Michx. Binsenartiger Schachtelhalm.
Bis 2 dm hoch. Stengel dichtrasig, niederliegend bis aufsteigend, dünn, 1 bis 1,5 mmdick, meist unbeästet, lebhaft grün, ohne zentralen Luftgang, mit 3 bis 4 breit- und tief-gefurchten Rippen, welche ebenso breit als die Furchen sind, sodass der Stengel regelmässig6 bis 8 kantig erscheint. Stengelglieder bis 1,25 cm lang. Stengelscheiden oberwärts abstehend.Zähne aus bleibendem, breiteiförmigem, weissem, auf dem schwarzbraunen Mittelstreifen rück-seits rauhem Grunde pfriemenförmig zugespitzt. Aehre am Grunde von der obersten glocken-förmigen Scheide umhüllt oder ganz in dieselbe eingeschlossen. — V bis VII.
Bisher einzig auf feuchten Wiesen an der Moll bei Heiligenblut in Kärnten konstatiert(in neuerer Zeit nicht mehr beobachtet).
Allgemeine V e r br e i t u n g: Weit verbreitet im nördlichen Europa (Island, Spitz-bergen, Skandinavien, nördliches Russland), in Sibirien und im nördlichen und arktischen Amerika.
Von Bastarden ist bis jetzt in Mitteleuropa mit Sicherheit einzig E. arvense L.XE. heleocharis Ehrh. (=E. litorale Kühlewein) an zahlreichen Stellen beobachtet worden.
') lat. scirpus = Binse, tlöog = Aussehen; wegen der Aehnlichkeit mit einer Binse.