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20. Asplenium ceterach 1 ) L. (= Ceterach officinarum Willd). SpreuschuppigerStreifenfarn, Schriftfarn. Franz.: Doradille; ital.: Erba ruggine, Cedracca; kroat.:
Sljezenica, Zlatinjak. Taf. 5, Fig. 1.
Ausdauernder, zierlicher, xerophil gebauter, bis 20 cm hoher Farn. Grundachsemit schwarzen, gewimperten und fadenförmig zugespitzten Spreuhaaren bedeckt. Blätterüberwinternd, gestielt, 6 bis 20 cm lang. Blattstiel kürzer als die Blattspreite, am Grundemeist schwarzbraun. Blattfläche lineal-lanzettlich, stumpf, lederartig, oberseits graugrün,glanzlos, in der Regel kahl, unterseits mit dachziegelartig sich deckenden, am Blattrandewimperartig hervorragenden Spreuschuppen reichlich besetzt (Taf. 5, Fig. 1 a). Blätter fieder-teilig. Blattabschnitte jederseits 9 bis 12, miteinander abwechselnd, länglich bis halbkreisförmig,ganzrandig. Sori länglich bis lineal, anfangs unter der dichten Spreuschuppenbekleidungversteckt. (Taf. 5, Fig. lb). Schleier rudimentär, zuweilen gänzlich fehlend.— V bis VIII.
Stellenweise an trockenen, sonnigen Felsen, an alten Mauern, besonders in derRegion des Weinbaues. In Deutschland sehr zerstreut im mittlem (selten in Thüringenund Reuss) und südlichen Gebiet; am häufigsten im Rheingebiet abwärts bis Düsseldorfund in den grossen Nebentälern (Neckar-, Mosel-, Lahn-, Nahe- und Maintal). Ausserdemvereinzelt in Elsass-Lothringen und in Württemberg. In Norddeutschland nur vereinzeltund wohl meistens, wie z. B. an den Festungsmauern von Graudenz, nur eingeschleppt.Wurde in Nürnberg an der Burg auf die Stadtmauer verpflanzt und scheint sich daselbstzu erhalten. In Oester reich nur in Südtirol, Vorarlberg (früher bei Bregenz), Küstenland,in Krain und als Seltenheit in Untersteiermark (nur auf dem Kotecnik bei Liboje und in derGemeinde Grossberg bei Sauritsch). In der Schweiz ziemlich häufig im westlichen undsüdlichen Gebiet. Steigt in den Alpentälern stellenweise, wie an der Berninastrasse (bisfast 2000 m) hoch hinauf. Ausserdem am Jurarand und vereinzelt im Föhngebiet nördlichder Alpen.
Diese Art variiert, wie alle systematisch isoliert stehenden Formen, recht wenig.
Vereinzelt tritt die var. crenätum Moore mit deutlich gekerbten, am Grunde oft geöhreltem Ab-schnitten auf. Die var. depauperätum Wollast. ist nur als eine Kümmerform zu betrachten, bei welcherdie Abschnitte unregelmässig, bald klein (oft sogar fast fehlend), bald vergrössert und dann eingeschnittengekerbt erscheinen. Sie wurde z. B. bei Kreuznach, oberhalb Lorch a. Rh. in Nassau, sowie bei Altdorf undLocarno in der Schweiz beobachtet.
Allgemeine Verbreitung: Verbreitet im ganzen Mittelmeergebiet und dessenAusstrahlungen (steigt an der Stilfserjochstrasse unter den Lawinen-Schutzdächern bis2500 m hinauf), ausserdem im Kaukasus, in Vorderasien bis zum westlichen Himalaya.Nördlich erstreckt sich diese Art längs der atlantischen Küste bis Belgien und England.
21. Asplenium trichömanes 2 ) L. Brauner oder Haar-Milzfarn. Taf. 5, Fig. 2.Franz.: Polytric officinal, capillaire; ital.: Erba ruginina.
Der Name Widertod leitet sich vielleicht ab von widertun = entgegentun, weil der Farn früher alszauberkräftiges Mittel gegen das ..Antun" der Hexen galt; nach anderen ist jedoch Widertod = wider den Tod,wegen der vermeintlichen grossen Heilkraft der Pflanze. Grimm leitet das Wort im „Deutschen Wörterbuch"I, 37 von dem althochdeutschen Worte dona = Ranke ab. Der Name Widertod wurde übrigens auch für anderePflanzen, die ehedem als zauberkräftig galten, gebraucht, so z. B. für Polytrichum commune, Asplenium rutamuraria, Botrychium lunaria, Drosera rotundifolia. Widertod (Böhmerwald, Niederösterreich), Wiederthon(Nordböhmen), Widertad, Widrito d (Niederösterreich). Wegen der zierlichen Wedeln: Frauahaar (Schweiz:Waldstätten).
Ausdauernd, 4 bis 30 cm hoch. Grundachse dick, mit lanzettlichen, borstenförmigzugespitzten und gewimperten Spreuhaaren besetzt, welche meistens einen Scheinnerventragen. Blätter überwinternd, dicht rasig, im Umriss fast lineal. Blattstiel glänzend, elastischgebogen, rot- bis schwarzbraun, mit jederseits 15 bis 40, sehr kurz gestielten Fiedern
') Der Farn wurde von den arabischen Aerzten cheterak genannt. In früheren Zeiten wurde ergegen Milzkrankheiten verwendet.
2 ) 'OgiS, (Genitiv tgi-xög) = Haar, ßavia = Raserei, Ueberfluss ; wegen der vielen glänzend schwarzen(haarähnlichen) Wedelstiele. Vergleiche auch Adiantum capillus Veneris nr. 39.