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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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III. Onoclea 1 ) L. Straussfarn.

Diese eigentümliche Gattung mit schönen, kraftvollen Formen besitzt in der Gegen-wart nur drei Arten, die für feuchte Lagen beliebte Kulturfarne geworden sind. In Europakommt einzig die folgende Art vor.

5. Onoclea struthiöpteris 2 ) (L.) Hoffen. (= Struthiöpteris Germanica Willd.)

Straussfarn. Taf. 2, Fig. 3.

30 bis 150 cm. Grundachse kurz, aufrecht, etwas über den Boden hervortretend,schwarze, mit Niederblättern besetzte, bis 6 dm lange, unterirdische Ausläufer treibend.Fruchtbare und unfruchtbare Blätter verschieden gestaltet. Die unfruchtbaren liegen nachaussen und bilden einen Trichter. Die Blattfläche derselben ist länglich, hellgrün, kurz undplötzlich zugespitzt und nach dem Grunde zu stark verschmälert. Fiedern jederseits 30 bis 70,abwechselnd, zugespitzt, fiederspaltig bis iiederteilig. Abschnitte ganzrandig oder undeut-lich ausgeschweift. Die Sporenblätter bis 6 dm lang, kürzer als die unfruchtbaren, einfachgefiedert, lineallanzettlich, anfangs grünlich, zuletzt dunkelbraun. Fiedern steif, anfänglichzylindrisch zusammengerollt (Taf. 2, Fig. 3 a, 3 b), an den Rändern durchscheinend häutig,zuletzt sich aufrollend. Schleier unregelmässig zerschlitzt, sehr vergänglich. VI bis VIII.

Zuweilen gesellig am Ufer von Waldbächen oder auf feuchten Wiesen, aber oftauf grosse Gebiete hin fehlend; auf kalkreichem Boden seltener. Fehlt in Deutschlandz.B. in den Vogesen, im Gesenke, im grössten Teile von Bayern (nur im Fichtelgebirgeund bayerischen Wald wild), sowie im westlichen Teile des nördlichen Flachlandes. InOesterreich fehlt die Art gänzlich in Mähren, Krain und Istrien. In der Schweiz kommtsie mit Sicherheit nur im südlichen Tessin wild vor. (Angeblich soll sie auch im Schiltwaldbei Triengen im Bezirk Sursee und bei Zofingen im Kanton Aargau gesammelt worden sein).

Allgemeine Verbreitung: Oestliches und mittleres Europa (bis Skandinavien undBelgien, fehlt in der ungarischen Tiefebene), östliches Nordasien und östliches Nordamerika.

Dieser stattliche Farn wird häufig in Gärten, zuweilen auch auf Kirchhöfen (z. B. inFlensburg) angepflanzt.

Der Farn entwickelt stellenweise nur unfruchtbare Blätter und kann dann leicht mit Aspidium filixmas oder mit A. montanum verwechselt werden.

Formen und Missbildungen treten nur selten auf.

var. s er rata. Baenitz mit gesägten Abschnitten. Wurde in Sachsen bei Löbau und in Tirol beiMeran beobachtet.

f. diedala Sauter. Blattspitze und Fiedern wiederholt gegabelt. Im Herzogtum Salzburg.

f. furcäta Baenitz. Blattspitze einfach gegabelt.

Ausserdem kommen Uebergänge von fruchtbaren zu unfruchtbaren Wedeln vor, welche man auchkünstlich durch Entfernung der unfruchtbaren Wedel im Anfange der Vegetationszeit hervorrufen kann.

IV. WoÖdsia 3 ) L. Wimperfarn.Kleine Farnpflanzen mit sommergrünen, büschelig gestellten, einfach gefiedertenBlättern. Fiedern meist gegenständig. Schleier unterständig, rings um den Sorus angeheftet;

! ) üvöxlua bezeichnet bei Dioskorides eine Borraginacee (vielleicht Echium rubrum?).

s ) OTQOvftög = Sperling, Strauss; ntegig = Farn. Die fertilen Wedel gleichen einer Straussenfeder.

3 ) Nach dem englischen Botaniker Joseph Woods (17761864).