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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Von unsern in Mitteleuropa vorkommenden 50 echten Farnpflanzen gehören 41 der Familie derPolypodiaceen an.

Die meisten Farne sind von Haus aus als Waldbewohner oder als feuchtigkeitsliebende Humus- undSchattenpflanzen anzusehen. Nur eine verhältnismässig kleine Zahl zählt zu den Xerophyten, wie z. B. ver-schiedene Felsen- und Mauerfarne aus dem Mittelmeergebiet aus den Gattungen Cheilanthes, Notholaena undAsplenium (z. B. A. ceterach), die weit in die Alpentäler (A. ceterach bis weit nach Mitteleuropa) vordringen. Der-artige Formen besitzen rosettenartig angeordnete Blätter, welche auf der Unterseite mit einem dichten Belag vontrockenen Spreuschuppen bedeckt sind. Bei intensiver Beleuchtung oder im trockenen Boden rollen sich dieBlattsegmente, deren Oberseiten unbehaart sind, bogig einwärts, sodass die grüne Oberseite vollständig verdecktwird. Bei Benetzung der Blätter rollt sich die Blattrosette wiederum auf und wird flach. Einige echte Felsen-farne (z. B. Allosoms crispus, Cystopteiis fragilis subsp. regia, Aspidium rigidum etc.) sind Bewohner der Hochgebirge.Hier werden sie von der über dem Gebirge ruhenden Nebelschicht und von deren Niederschlägen feucht genugerhalten. Unsere meisten einheimischen Arten entfalten ihre Blätter im Frühjahr und bringen ihre Sporangienim Spätsommer zur Reife. Eine Ausnahme macht die im Mittelmeergebiet weit verbreitete Unterart serratumvon Polypodium vulgare, die dem regenlosen Sommer der Mittelmeerzone Trotz bieten will. Sie entfaltet ihreBlätter auffallenderweise im Herbst oder gegen den Winter zu, wenn die Regen einsetzen und bringt dann ihreSporangien im Laufe des Winters zur Reife. Von eigentlichen Sumpffarnen kommt bei uns nur Aspidiumthelypteris in Betracht. Die Nähe von Wasser lieben Aspidium cristatum und Osmunda regalis.

Die meisten unserer Waldfarne beginnen sich gleichzeitig im Frühjahr mit dem Laub der Bäume undder Sträucher zu entfalten und ziehen dann nach dem Laubfalle ein. Nur wenige Arten, wie z. B. das straff leder-blätterige Aspidium lobatum und A. lonchitis sind ganz Wintergrün; fast Wintergrün sind ScolopendriumPolypodium vulgare, Asplenium adiantum nigrum und fontanum.

Zur chemischen Beschaffenheit des Substrates verhalten sich unsere Farnkräuter als Humuspflanzender Wälder ziemlich indifferent. Daneben gibt es allerdings einige Felsenpflanzen, welche nur auf ganzbestimmten Bodenarten auftreten. Es sind dies aber dann immer solche Arten, welche mit dem Gestein inbeständigem Kontakte stehen.

Zwei Farne, Asplenium adulterinum und Asplenium adiantum nigrum subsp. cuneifolium, kommennur auf Serpentingestein vor. Stark kalkfliehend sind Allosoms crispus, Woodsia Ilvensis und Asplenium ceterach,während Asplenium fontanum und lepidum, Aspidium Robertianum und rigidum, sowie Cystopteris montana als Kalk-farne zu bezeichnen sind. Für die Dolomiten der Südalpen sind besonders charakteristisch: Asplenium Seelosii,Woodsia glabella und Cystopteris fragilis var. Huteri. Der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) ist im allgemeineneine kalkfeindliche Sandpflanze, passt sich aber stellenweise auch dem sandarmen Kalklehmboden sehr gut an.

Während eine Reihe von Farnen über äusserst grosse Gebiete verbreitet ist und einen kosmopolitischenCharakter trägt, besitzen andere ein äusserst kleines Verbreitungsgebiet und können als endemische Formenbezeichnet werden. Dahin gehört z. B. Asplenium Seelosii der südlichen Dolomiten, Asplenium fissum, lepidumund fontanum der Kalkalpen.

Viele Farnpflanzen sind in ihrem Wüchse, in der Blattbildung etc. äusserst veränderlich. Auch Miss-bildungen, welche von Liebhabern gerne in Kultur genommen werden, kommen zahlreich, zuweilen auch in derfreien Natur, vor.