5
filix mas und Pteris Cretica) die beblätterte, sporenerzeugende Pflanze, welche normaler-weise aus der befruchteten Eizelle der Geschlechtspflanze hervorgehen sollte, zuweilen direktdurch Sprossung aus dem Gewebe der Geschlechtspflanze.
Fllices. 1 ) Echte Farne. 2 )
Der Stamm ist meist ein kräftiges, unterirdisches, wagrecht oder schief verlaufendesRhizom (Grundachse). Baumartige Farne mit hohen, aufrechten, oft bewehrten Stämmen findensich in den Tropen und Subtropen der alten und neuenWelt. Die Blattstellung ist entweder multi-lateral, bilateral oder dorsiventral. Im ersten Falle stehen die Blätter meist dicht gedrängtund bilden am Ende des Stammes eine allseitig ausgebreitete, oft stattliche Krone, wie beivielen Baumfarnen. Zweizeilig beblättert sind z. B. die horizontal kriechenden Rhizomedes Adlerfarns, dorsiventral beblättert die Rhizome von Polypodium vulgare.
Die Blattfläche ist gewöhnlich reichlich zerteilt (eine einfache ungeteilte Blattflächebesitzt von einheimischen Farnen die Hirschzunge) und im Knospenzustande schnecken-förmig, bischofsstabartig nach vorn eingerollt. An den Blattstielen, an den Blattspindelnund auf der Unterseite der Blätter kommen verschiedenfarbige, mannigfaltige Haarbildungenvor, die als Spreuschuppen bezeichnet werden. Oft hüllen diese die jungen Blätter undStammteile vollständig ein oder bilden auf der Unterseite der Blattfläche einen silberweissenoder rotfarbenen Ueberzug, wie z. B. bei Asplenium ceterach und bei Notholaena Marantae.
Aus der Spore entwickelt sich in der Regel ein oberirdisches, chlorophyllreiches,meist flächenförmiges Prothallium (Taf. I Fig. 31 bis 36), welches mit Ausnahme der die Arche-gonien tragenden Region einschichtig gebaut ist. Hinter dem Ausschnitte des herzförmigenProthalliums liegen die Archegonien (Taf. I, Fig. 34, 35 und 36), während die Antheridiensich teils am Rande, teils am hintern Ende zwischen den Rhizoiden (Taf. I, Fig. 32 und 36)auf der Unterseite befinden.
Die Sporen entwickeln sich ausschliesslich auf den Blättern, die dadurch zuweileneine starke Veränderung erfahren können. In vielen Fällen erzeugen dann die fruchttragendenBlätter oder Blattteile kein oder nur sehr wenig grünes Blattgewebe, wie bei Onocleastruthiopteris, Blechnum spicant und Osmunda regalis. Als S o r i oder Fruchthäufchen werdenGruppen von Sporenbehältern (Sporangien), welche meist in gesetzmässiger Beziehung zu denBlattnerven stehen, bezeichnet. Die Sori entspringen oft auf einem hervortretenden Blattgewebe-polster, dem Receptaculum (Taf. 3, Fig. 3b) und werden bei vielen Arten vor derReife von einem häutigen Schleier, dem Indusium, bedeckt und beschützt. Der Schleier istvon verschiedener Gestalt, bald ober- (Taf. 4, Fig. 1 b), bald unterständig (Taf. 2, Fig. 1 b).Bei der GattungWoodsia ist der unterständige Schleier in haarähnliche Fransen aufgelöst (Taf.2,Fig. 4b). Zuweilen bedeckt der umgerollte Blattrand als sog. unechtes Indusium dieSporangien. Das einzelne Sporangium besteht bei den Polypodiaceen im reifen Zustande auseiner, mit einem dünnen, mehrzelligen Stiele dem Polster aufsitzenden Kapsel, mit einschichtigerWandung und schliesst eine grössere Anzahl von Sporen ein. Sehr charakteristisch istfür gewisse Familien, z. B. für die grosse und formenreiche Familie der Polypodiaceen,der Ring (annulus), welcher als vortretende Zellreihe mit stark verdickten Seiten- undInnenwänden einen grossen Teil der Sporenkapsel überzieht (Taf. 1, Fig. 2). Der Ringvermittelt das Aufspringen der Kapseln und ist für die Charakteristik der Familien vongrosser Wichtigkeit.
*) lat. filix = Farn; vielleicht von filum - Faden.
2) Farn gehört lautlich wahrscheinlich zu Sanskrit parna = Flügel, Blatt (griech. .Treoöj* = Feder), eineVermutung, die durch mundartliche Formen wie Pf arm (Kärnten), Pfalm (Berchtesgaden ia Oberbayern)vielleicht bestätigt wird.