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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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XVII
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XVII

Vom inneren Bau des Pflanzenkörpers.

Anatomie.

Der pflanzliche wie der tierische Organismus baut sich aus kleinsten Teilchen eineszu den Eiweissverbindungen gehörigen Körpers (Protoplasma) auf. Die einfachsten Tiereund die niedersten Pflanzen bestehen nur aus einem einzigen Klümpchen dieser rätsel-haften Substanz. Aber auch schon dieses einfache Schleimklümpchen ist in der feinstenWeise aufgebaut. In der durchsichtigen Masse sehen wir zahlreiche sehr feine Körnchen(Mikrosomen), sowie einen grösseren, stark lichtbrechenden Körper, den man alsKern" (nucleus) bezeichnet hat. Im Innern ist dieser selbst wieder in der feinsten Weiseorganisiert und enthält, deutlich sichtbar ein oder mehrere Kernkör p e r ch en (nucleoli).

Bei den einfachsten Formen des Tier-und Pflanzenreiches ist der lebendige

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Fig. 1.spore

a Amöben eines Schleimpilzes mit Pseudopodien, b Schwärm-ait einer Cilie. c Spermatozoid eines Mooses mit zwei Cüien.d Spermatozoid eines Farns mit zahlreichen Cilien.

Protoplasmaleib (Protoplast) nackt(Primordialzellen oder nackte Zellen)und häufig mit Schwimmfäden(Cilien oder G e i s s e 1 n) ausgerüstet,mit denen er sich im Wasser schwim-mend bewegt, oder er schickt wenigerscharf begrenzte Fortsätze (Pseudo-podien) aus (wie bei den Amöbender Schleimpilze), mit denen er sichkriechend fortbewegt (vgl. Fig. 1.) Inder Mehrzahl der Fälle aber umgibt sich der pflanzliche Protoplast mit einer Membran. Höherorganisierte Pflanzen und Tiere bestehen nun aus unendlich vielen Protoplasten. Bei einer solchenVereinigung kann jede Zelle dieselbe Arbeit verrichten und dabei ihre Selbständigkeit undUnabhängigkeit bis zu einem gewissen Grade bewahren. Der Zellenverband gleicht dann einerKolonie. Solche Zellengesellschaften finden wir namentlich bei niederstehenden Pflanzen, z. B.bei vielen kolonienbildenden Algen (Protococcaceen). Bei höheren Organismen hat dagegeneine weitgehende Arbeitsteilung stattgefunden. Jede Zelle verrichteteine besondere Arbeit und ihre Existenz ist an die Arbeitsleistungvon anderen Zellen gebunden. Der Organismusgleicht einem Staate, in welchem jedes Individuum ,in anderer Weise und in Abhängigkeit von anderenzum Wohle des Ganzen tätig ist. Der reichver-zweigte mächtige Baum und das hochentwickelteWirbeltier sind beides solche Staaten, aufgebaut .

aus unzähligen kleinen Protoplasmaleibern. Wäh-rend aber die Protoplasten des Tierkörpers sichfast durchwegs nackt aneinanderschmiegen(Fig.2a),

Fig", 2, Tierisches und pflanzliches Zelleng-ewebe.a Kaninchenleber, b Hollundermark.

H e g-i, Flora.