Druckschrift 
Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
Entstehung
Seite
124
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

124

Elektrizität.

DAMBLLsche. Kupfer taucht hier in Kupfervitriollösung; in diesemGefäße steht ein mit verdünnter Schwefelsäure gefüllter poröser Ton-zylinder, in den das Zink taucht. Hierbei wird das Kupfervitriolzerlegt in Cu und S0 4 . Cu scheidet sich wie alle Metalle (und auchWasserstoff) an der Kathode ab [cf. § 178], also am Kupfer, da imElemente der Strom von Zink zum Kupfer geht. Der Rest S0 iwandert zum Zink, trifft aber unterwegs den durch Zersetzung derH^SO^ entstandenen H 2 und vereinigt sich mit ihm wieder zu ff 2 SO,.Der Rest der ursprünglichen Schwefelsäure, <S0 4 , geht zum Zink undbildet mit ihm das lösliche ZnSO r Das definitive Resultat ist also,daß das Zink fortwährend aufgelöst wird, das Kupfer aber durch dieAuflagerung von metallischem Cu gewissermaßen wächst. Ahnlichist der Vorgang auch bei allen anderen konstanten Ketten. Hiersei noch das GsovESche Element erwähnt (Zink in Schwefelsäure,Platin in Salpetersäure), das BuNSEN'sche (Zink in Schwefelsäure,Kohle in Salpetersäure) und das von Leclanche (Zink in Salmiak-lösung, Kohle in Braunstein). Sehr praktisch sind die Trocken-elemente, die ebenfalls meist aus Zink und Kohle bestehen. AnStelle der Flüssigkeit enthalten sie aber eine mit einer geeignetenLösung getränkte mehr oder weniger erhärtete Füllmasse (Gips,Kreide, Ton etc.), deren nähere Zusammensetzung Fabrikgeheim-nis ist.

§ 170. Akkumulatoren. In neuerer Zeit benutzt man auchden Polarisationsstrom, indem man die Elektroden, an denen sichdurch Zersetzung von Wasser H und 0 abgeschieden haben, durcheinen Schließungsdraht verbindet. Der so entstehende Strom hat,wie bereits erwähnt, die umgekehrte Richtung wie der ursprünglicheund dauert natürlich nur solange, bis die an den Elektroden auf-gespeicherten Stoffe verbraucht sind. Derartige, von Plante er-fundene, sekundäre Elemente heißen auch Akkumulatoren 1 ); siezeichnen sich einmal durch ihre große und sehr konstante elektro-motorische Kraft aus und können vor allem zur Aufspeicherung vonKräften dienen, die dann im passenden Augenblicke zur Benutzungbereit sind. Eine Akkumulator-, Zelle" besteht aus zwei durchKautschukbänder etc. getrennten Bleiplatten in verdünnter Schwefel-säure, durch welche ein galvanischer Strom geschickt wird. Dabeiverbindet sich der entstehende Sauerstoff mit der Anode zu Blei-superoxyd, der Wasserstoff wird an der Oberfläche der Kathode ver-dichtet. Eine stärkere Wirkung erzielt man nach Fauee dadurch,

accumulo anhäufen.