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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Optik.

§ 106. Lichtquellen- Die Verwandtschaft zwischen Wärmeund Licht zeigt sich z. B. darin, daß durch genügende WärmezufuhrKörper leuchtend werden. So wird ein Platindraht durch Erhitzenrot- und schließlich weißglühend. Auch das elektrische Glühlichtist durch vermehrte Wärmeentwicklung des elektrischen Stromes zuerklären. So ist auch verständlich, daß die größte Wärmequelle,die Sonne, zugleich die stärkste Lichtquelle vorstellt. Alle derartigenKörper, deren Moleküle also so schnell schwingen, daß die von ihnenausgehenden Ätherwellen (400800 Billionen in 1 Sekunde, bei derdunklen Wärme 20400 Billionen) als Licht empfunden werden,heißen selbstleuchtend. Von Himmelskörpern gehören außer derSonne nur noch die Fixsterne dazu, während z. B. die Planeten nurdadurch sichtbar sind, weil sie das Sonnenlicht reflektieren. Be-sonders stark wird die Lichtentwicklung, wenn mit der Erwärmungauch eine lebhafte Oxydation (Verbrennung) Hand in Hand geht.Brennende Gase haben übrigens nur ein geringes Leuchtvermögen,das aber durch suspendierte feste Partikelchen bedeutend erhöhtwird. So beruht die Helligkeit einer Gasflamme auf den weiß-glühenden Kohlenstoffteilchen [cf. Bunsenbrenner § 52]. MancheKörper senden aber schon bei gewöhnlicher oder nicht sehr erhöhterTemperatur Licht aus (Lumineszenz 1 ). Hierher gehört das Leuchtengewisser niederer Tiere und Pflanzen (z. B. Meerleuchten, Glüh-würmchen, faulendes Holz) sowie des Phosphors. Man faßt spezielldie erwähnten Erscheinungen unter dem Namen Phosphoreszenz 2zusammen, bezeichnet aber mit diesem Namen auch das Nachleuchtengewisser Körper, nachdem sie einer starken Belichtung ausgesetztwaren [cf. § 134].

§ 107. Ausbreitung des Lichtes. Schatten. Das Licht breitetsich im allgemeinen von einem leuchtenden Punkte nach allen Seitenhin geradlinig und mit gleichmäßiger Geschwindigkeit aus. Treffendabei die Lichtstrahlen auf einen Körper, so werden sie entwederzurückgeworfen (reflektiert), oder verschluckt (absorbiert), odergehen endlich durch ihn hindurch, indem sie dabei eine Ablenkung(Brechung) erfahren. Auf der Reflexion beruht der Glanz der Körperund die Spiegelung, auf der Absorption die Farbe, Erwärmung undchemische Veränderung, auf dem Durchgang des Lichtes die Durch-sichtigkeit der Körper. In dünnen Schichten sind alle Körper durch-sichtig oder wenigstens durchscheinend, umgekehrt vermindert zu-nehmende Dicke die Durchsichtigkeit.

1 luminesco leuchten.

2 (pmatfoQOq Lichtträger.