Ursprung und Ausbreitung des Lichts.
79
Alaun, und fast gar nicht Eis. Ferner ist z. B. die Diathermanitätdes durchsichtigen Bergkristalls gleich der des wenig durchsichtigenRauchtopases. Wie man nun Licht in verschiedene Farben zerlegenkann, die durch Körper in verschiedenem Maße gehen, so kann auchWärme durch ein Steinsalzprisma in Strahlen von verschiedenerWellenlänge zerlegt werden. Man spricht daher analog von „Wärme-farben" und nennt diese Eigenschaft der Wärme Thermochrose 1 .Mit anderen Worten, die Wärmedurchlässigkeit hängt auch von derQualität der Wärme ab. Über das Verhältnis der Emission zurAbsorption gilt das KiRCHHOFF'sche Gesetz, daß ein Körper genau dieStrahlen absorbiert, die er selbst aussenden kann. Darauf soll beider Optik näher eingegangen werden, ebenso wie auf die Erschei-nungen der Brechung, Polarisation und Interferenz der Wärmestrahlen,welche genau den Verhältnissen beim Lichte entsprechen.
Optik.
A. Ursprung und Ausbreitung des Lichtes.
§ 105. Natur des Lichtes. Unter Licht versteht man einmaldie subjektive Empfindung der Helligkeit, welche durch verschiedeneReize des Sehnerven und der Sehzentra, z. B. durch Elektrizität,Blutdruckschwankungen etc. hervorgebracht wird, dann aber be-sonders — im physikalischen Sinne ausschließlich — das Agensselbst, welches diese Empfindung vorzugsweise auslöst. Über dieNatur dieses letzteren bestehen verschiedene Ansichten. Nach derEmanations- oder Emissionstheorie 2 Newton's ist das Licht einäußerst feiner Stoff, der von den leuchtenden Körpern ausgesandtwird. Nach der jetzt fast allgemein akzeptierten TJndulations-theorie von Huygens entsteht es ebenso wie Wärme durch außer-ordentlich schnelle Schwingungen der Körpermoleküle, die durchtransversale Ätherschwingungen fortgepflanzt werden. Nach der Auf-fassung von Maxwell, die immer mehr an Einfluß gewinnt, ist diesewellenförmige Fortpflanzung ihrerseits durch elektromagnetischeA^orgänge bedingt fcf. § 190].
1 xQÜLia Farbe.
2 emano ausfließen, emitto aussenden.
: