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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Wärmelehre.

Das beste Biskalorimeter ist das von Bunsbn (Fig. 60), beidem die Menge des Schmelzwassers nicht direkt, sondern durch die

f

e eintretende Volumsdifferenz gemessen wird.

Fig. 60.

§101. Atom wärme.

Im Eaume b ist Wasser, das infolge einer Kälte-mischung in der Köhre a um dieselbe einen Eismantelbildet, dargestellt durch die punktierte Linie. Imunteren Teile von b, in der Röhre c und der damitverbundenen Kapillaren e ist Quecksilber, das durchdie Ausdehnung des gefrierenden Wassers bei e aus-fließt. Nun wird nach Entfernung der Kältemischungin a die zu untersuchende erwärmte Substanz, derenGewicht und Temperatur bekannt sind, gebracht.Der Eismantel schmilzt, und infolge der dabei ein-tretenden Volumsabnahme wird das Quecksilber inder Kapillare von e etwa bis d rücken. Es entsprichtnun immer die Differenz von 0,09 cbcm 1 g geschmolze-nen Eises.

Dülong und Petit fanden die merkwürdigeTatsache, daß die spezifische Wärme der Atome fester Elemente um-gekehrt proportional den Atomgewichten ist. Das Produkt aus Atom-gewicht und spezifischer Wärme, die sogenannte Atomwärme, istdemnach eine konstante Größe (ca. 6,2) und bietet ein wichtiges Hilfs-mittel zur Bestimmung der Atomgewichte. Man kann das Gesetz soerklären, daß bei den leichteren Atomen durch schnellere Bewegunginfolge vermehrter Wärmezufuhr die geringere Masse kompensiertwird, so daß also die kinetische Energie (^ m v 2 ) konstant ist.

§ 102. Spezifische Wärme der Gase. Bei den Luftarten hatman zu unterscheiden zwischen der spezifischen Wärme bei gleich-bleibendem Volumen, c, und derjenigen bei gleichbleibendem Druck,c p . Wird z.B. in dem Gefäße AB CD (Fig. 61) 1 kgLuft erwärmt, wenn der Deckel E unbeweglich ist,so entspricht die Wärmemenge, die nötig ist, dieTemperatur um 1° zu erhöhen, nach Reduktion aufdie Volumenseinheit der spezifischen Wärme bei kon-stantem Volumen c . Ist der Deckel E aber beweglich,so wird sich die Luft bei der Erwärmung etwa bis E'ausdehnen; jetzt bleibt also der Druck gleich. Da imletzteren Falle die Luft eine Arbeit leistet, indem sieden Deckel entgegen der auf ihm lastenden Atmosphäre um das StückCC hebt, muß sie eine niedrigere Temperatur als im ersten Fallehaben. Anders ausgedrückt, um Luft bei gleichbleibendem Druckebenso zu erwärmen wie dieselbe Menge bei gleichbleibendem Vo-lumen, ist mehr Wärme nötig. Es ist also c r ~>c r , und c v c

c

A

E

E

n

n

H

Fig. 61.