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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Gesetze der flüssigen Körper.

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statt (Kohäsion 1 ). Darauf beruht es, daß kleine Tropfen Kugel-sestalt annehmen. Gewöhnlich wirkt dieser Kohäsion die Schwer-kraft entgegen [cf. § 36]. Eliminiert man aber dieselbe, so nehmenauch größere Flüssigkeitsmengen Kugelform an. Zuerst zeigte diesPlateau, indem er Öl vorsichtig in eine Flüssigkeit von gleichemspezifischen Gewicht brachte. Befinden sich Flüssigkeiten in engenRöhren, so wirkt der Kohäsion auch noch die Adhäsion 2 entgegen,d. h. die Anziehung zwischen Gefäßwand und Flüssigkeit. Überwiegtdie Adhäsion, so ist die Oberfläche der Flüssigkeit konkav, z. B. beiWasser in Glasröhren; überwiegt die Kohäsion, so ist sie konvex,z. B. bei Quecksilber in Glasröhren. Eine solche gekrümmte Ober-fläche heißt auch Meniskus.

§ 43. Oberflächenspannung und Kapillarität. Die oberstenSchichten von Flüssigkeiten zeigen die interessante Eigenschaft, daßsie dichter sind als die übrigen. Sie bilden gewissermaßen ein Häutchen.Darauf beruht es, daß manche Insekten auf dem Wasser laufen können,daß eine Nadel auf Wasser schwimmt etc. Diese Eigenschaft heißtOberflächenspannung.

Man kann dies so erklären: Während bei & e

einem kugelförmigen Teilchen im Innern einer

Flüssigkeit die anziehenden Kräfte sich von allen

Seiten das Gleichgewicht halten, werden an der

Oberfläche die anziehenden Kräfte in ab c (Fig. 28) Flg '

nicht kompensiert, sie werden also de nach unten zu ziehen suchen.

Aus Fig. 29 erhellt nun ohne weiteres, daß die Spannung bei konvexen

Oberflächen

n

d

größer, bei kon-kaven aber klei-ner ist als beiebenen. Da gehtaus den betref-fenden Größendes Stückes abchervor, das jahervorruft.

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Fig. 29.

durch seine Anziehung die OberflächenspannungHierdurch finden die Erscheinungen in Kapillaren 8ihre Erklärung. Ohne auf die komplizierten Verhältnisse hier nähereinzugehen, sei nur bemerkt, daß, wenn man ein solches enges

1 cohaereo zusammenhangen.

2 adhaereo anhaften.

3 capillus Haar; also Haarröhrchen, d. h. sehr feine Eöhren.

Guttmann, Grundriß der Physik. 3. Aufl. 3