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Pvrröl. Pvrazol.
— CH = CH — CH = CH —, das sehr häufig vorkommt, nennt man einSystem konjugierter Doppelbindungen. Bei der Aufhebung einerder beiden Doppelbindungen unter Addition zweier einwertiger Atomefindet sehr oft, wie hier beim Pyrrol, die Addition in Stellung 1, 4statt, während die in der Molekel verbleibende Äthylenbindung zwischendie beiden mittleren Kohlenstoffatome tritt.
Während das Pyrrol nur eine sehr schwache Base ist und keinebeständigen Salze bildet, zeigt das Pyrrolin und noch mehr das Pyrro-lidin stark basische Eigenschaften. Diese Zunahme der Basizitäf isteine allgemeine Erscheinung bei der Hydrierung aromatischer Systeme.
Pyrrolidin ist identisch mit dem bei der Destillation des salz-sauren Tetramethylendiamins entstehenden T e t r a m e t h y 1 e n i m i n(S. 162) und kann auch durch Deduktion von Succinimid gewonnenwerden (S. 186). Es ist eine farblose, flüssige Base vom Siedepunkt87° und piperidinähnlichem Geruch. Es ist überhaupt dem Piperidinsehr ähnlich, als dessen niedrigeres Homologe es zu betrachten ist.
Pyrrolidincarbonsäuren sind mehrfach als Abbauprodukte wichtiger, natürlich
vorkommender Stoffe erhalten worden. a-Pyrrolidincarbonsäure oder Prolinist ein Spaltungsstück der verschiedensten Eiweißstoffe, aus denen sie bei der Hydro-lyse mit Salzsäure entsteht. N-Methyl-a-Pyrrolidincarbonsäure oder Hygrin-säure wird durch Oxydation des Hygrins, eines der Nebenalkaloide des Cocains,erhalten. N-Methyl-aot'-Py rrolidincarbonessigsäure oder Tropinsäure ent-steht bei der Oxydation des Tropins und Ekgonins, die Spaltungsstücke der AlkaloideAtropin und Cocain darstellen (s. dort): pxr , pnnH
CH„ — CH, Xi 2 2 >NH
ch 2 -- cir
COOHa - Pyrrolidincarbonsäure,Prolin.
CH., - CH 2Xi " )>N.CH 3
CH 2 — CH
COOHHygrinsäure.
CH, — CILi 2 >N-CH.
CH 2 - CW
COOHTropinsäure.
D. Azole.
Mit dem Namen Azole bezeichnet man Verbindungen mit fünf-gliedrigen stickstoffhaltigen Bingsystemen, bei denen entweder mehrereStickstoffatome oder außer Kohlenstoff und Stickstoif auch Sauerstoffoder Schwefel an der Ringbildung beteiligt sind. Sie leiten sich dem-nach vom Pyrrol, Furfuran und Thiophen durch Ersatz eines odermehrerer CH-Gruppen durch Stickstoff ab.
1. Gruppe des Pyrazols.
Für das Pyrazol und seine Reduktionsprodukte ergeben sich diefolgenden Formeln:
Nil NH NH
W X CH
W X CH,
KW X CH 2
I !
H 2 C- -CH,
HC CH HC ----- CH ä
Pyrazol. Pyrazolin. Pyrazolidiu.
Das Pyrazol entsteht durch direkte Vereinigung von Acetylenund Diazomethan:
HC N x HC = Nv
in 4- i ^>N i >NH
HC
CH,
HC = GW