Druckschrift 
2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
Seite
391
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Furfuran.

391

CH, — CO - CH 3

I

CH 2 — CO — CH,

+ H :1 N =

CH = Cr-CH 3

I >NH +

CH = C CH 3Dimethylpyrrol.

sich auch 1 andere

2H 9 0

t, J-Diketone.

Wie das Acetonylaceton verhalten

Legt man dem Acetonylaceton die tautomere Formel CH 3 — C(OH):CH — CH = C(OH) — CH 3 bei, so erscheinen diese Umsetzungen alseinfache Reaktionen der Hydroxyle.

Gemeinsam ist den drei Verbindungen ferner die Entstehung ausSchleimsäure. Diese liefert bei der trocknen Destillation Furfuran-carbonsäure (Brenzschleimsäure), die durch Kohlendioxydabspalfungin Furfuran übergeht. Destilliert mau hingegen das Ammoniumsalzder Schleimsäure, so entsteht Pyrrol, und beim Erhitzen der Schleim-saure mit Bariumsulfid bildet sich Thiophen:

CH(OH)-

CH(OH) —COOHCOOH

CH(OH) — CH(OH)-Schleimsäure.

CH(OH) - CH(OH) — COOHCH(OH) - CH(ÜH) - COOH

+ H 2 S =

CH(OH) — CH(OH) — COOHCH(OH) CH(OH) —COOH

H 3 N =

CH=CHn

CH=CH 7

Furfuran.

CH=CHsCH=CH'

Thiophen.

CH=CHs

>0 f 2C0 2 -f3H 2 0.

>S + 2C0 2 -r-4H 2 0.

>NH+2C0 2 4-4H,0.

CH==CH'Pyrrol.

Auch manche Farbenreaktionen haben Furfuran, Thiophen undPyrrol gemeinsam. So geben sie sämtlich mit Isatin und Schwefel-säure eine intensive Blaufärbung.

A. Furfuran und seine Derivate.

Das Furfuran (oder Für an), CJi^O, und einige seiner Derivatesind im Vorlauf des Fichtenholzteers enthalten. Zu seiner Darstellunggeht man vom Furfuranaldehyd oder Furfurol aus und oxydiertdieses zur Furfurancarbonsäure oder Brenzschleimsäure, die beimErhitzen unter Druck Kohlendioxyd abspaltet:

CH = CH\„ CH = CH\ ^ CH = CH X

CH = CH 7

CH\ 0CH = C-CHO

CH

>0C-COOH

Furfurol.

Brenzschleimsäure.

Furfuran.

Furfuran ist eine bei 32° siedende Flüssigkeit von charakteristischemGeruch. Seine Dämpfe färben einen mit Salzsäure befeuchteten Fichten-span grün.

Furfurol oder Furol, CJ^O • CHO, a-Furfuranaldehyd, entstehtbei der Einwirkung von Salzsäure oder Schwefelsäure auf Pentosenoder auf Verbindungen, die beim Kochen mit Säuren Pentosen bilden.Seine Bildung dient daher zum Nachweis solcher Substanzen (s. S. 230,wo auch die Furfurolreaktion beschrieben ist). Man stellt dasFurfurol durch Destillation von Kleie mit verdünnter Schwefelsäuredar, woher es auch seinen Namen hat. Es ist eine farblose, bei 162°siedende, in Wasser wenig lösliche Flüssigkeit von charakteristischemGeruch und zeigt alle Eigenschaften eines Aldehyds. Namentlich dem