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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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Guttapercha.

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Prüfung. Kaulschuk darf in heißem Wasser weder stark erweichen, noch knel-bar werden, wodurch er sich von der Guttapercha unterscheidet. In 6 T. Petroleum-benzin schwillt der Kautschuk zunächst stark auf und gibt innerhalb einiger Stundeneine trübe dickliche Flüssigkeit. Es geht hierbei etwa die Hälfte wirklich in Lösung,der andere Teil bleibt in Form einer voluminösen Masse gleichmäßig suspendiert.Auf mineralische Beschwerungsmittel, wie Bleikarbonat und Schwerspat, prüft man,indem man 0,2 g in kleine Stücke zerschnittenen Kautschuk nach und nach in eingeschmolzenes Gemisch aus 2 g Natriumnitrat und 1 g getrocknetem Natriumkarbonateinträgt. Die Schmelze muß sich nach dem Erkalten ohne Rückstand in Wasser lösen.Vulkanisierten Kautschuk würde mau daran erkennen, daß der Schwefel in dieserSchmelze zu Schwefelsäure oxydiert und die mit Salpetersäure angesäuerte Lösungder Schmelze daher durch Bariumnitrat getrübt wird.

Guttapercha ist der eingetrocknete und gereinigte Milchsaft ver-schiedener in Malakka und Niederländisch-Indien heimischen Sapo-taeeen, besonders einiger Arten der Gattungen Palaquium and Payena.Die meiste Guttapercha stammt aus Ostindien. Sie wird in ähnlicherWeise gereinigt wie Kautschuk, dem sie auch in der chemischen Zu-sammensetzung sehr nahe steht. Guttapercha ist im Gegensatz zumKautschuk sehr wenig elastisch, hingegen wird sie in heißem Wasserknetbar, läßt sich dann in jede Form bringen und wird beim Er-kalten wieder hart. Sie löst sich in Chloroform und Schwefelkohlen-stoff, in der Wärme auch in Terpentinöl, Benzin und Benzol. DurchVulkanisieren werden ihre Eigenschaften in ähnlicher Weise ver-ändert wie die des Kautschuks. In sehr dünn gewalztem Zustandebildet sie das Guttaperchapapier, Percha lamellata, das als Ver-bandmittel dient. Durch Fällung der Benzollösung der Guttaperchamittelst Alkohol erhält man die weiße oder gebleichte Guttapercha,die in Stäbchenform in den Handel kommt und besonders in der Zahn-technik Verwendung findet. Mit der Zeit, namentlich im Licht, wirdGuttapercha brüchig, was durch.Aufbewahren im Dunkeln und unterWasser vermieden wird. Die Veränderung beruht auf einem Oxy-dationsvorgang. Eine Lösung von Guttapercha in 9 T. Chloroform istdas Traumaticin, das beim Eintrocknen eine dünne elastische Hauthinterläßt und als Wundschließmittel dient. Die harten Guttapercha-kompositionen mit Kreide, Magnesia usw. bilden das künstlicheElfenbein. Die technische Verwendung der Guttapercha ist einesehr große. So dient sie vor allem zur Umkleidung unterirdischerund unterseeischer Telegraphenleitungen und ist auch sonst für dieverschiedensten Gewerbe unentbehrlich. Der Hauptbestandteil derGuttapercha ist ein Gutta genannter Kohlenwasserstoff (C U) H 1C ) X , dessenOzonid mit dem des Kautschuks vermutlich stereoisomer ist.