ItJUIlHJUI!
Balsame.
379
über, während Kolophonium als Rückstand bleibt. Der französische Terpentin besitzteine Säurezahl von 123—124, der deutsche eine solche von 113—117. Ester enthaltendiese beiden Sorten fast nicht, so daß Säure- und Verseifungszahl nahezu zusammenfallen (S. 167). Der venetianische Terpentin hingegen zeigt eine Säurezahl von 65—85und eine Verseifungszahl von 85—110.
Canadabalsam, Balsamum canadense, ist der Terpentin von Abies eanadensisund Abies balsamea. Er unterscheidet sich vom gewöhnlichen Terpentin dadurch,daß er mit der Zeit wohl etwas dicker wird, aber stets klar bleibt. Er löst sich inÄther, Benzol, Chloroform, Terpentinöl, Schwefelkohlenstoff, aber nicht völlig inAlkohol und Petroläther. Charakteristisch für Canadabalsam ist sein sehr starkesLichtbrechungsvermögen. Aus diesem Grunde, und weil er keine kristallinischenAusscheidungen gibt, dient er zum Einbetten mikroskopischer Präparate.
Copaivabalsam, Balsamum Copaivae, stammt von verschiedenen, in Süd-amerika und Westindien heimischen Copaiferaarten. die ihn in weiten Gängen desHolzes und den äußeren Partien des Marks enthalten. Copaivabalsam ist klar,gelbbräunlich, von starkem, würzigem Geruch und scharfem, bitterlichem Geschmack.Sein ätherisches Öl, das 50—60% ausmacht, besteht hauptsächlich aus Sesqui-terpenen, C 15 H M , die verschiedene hochmolekulare Säuren, wie Copaivasäure, Undgeringe Mengen von Estern gelöst enthalten. Die medizinische Anwendung des Copaiva-balsams beruht darauf, daß er auf die Harnwege antiseptisch wirkt. Größere Dosenraten Nierenentzündung hervor. Der Copaivaharn enthält harzige Bestandteile,die sich beim Kochen mit Salpetersäure ausscheiden, also Eiweiß vortäuschen können,sich aber im Gegensatz zum Eiweiß in Alkohol lösen. Die geringeren Sorten Copaiva-balsam finden auch zur Lack- und Firnißbereitung Verwendung.
Prüfung. Als der beste Copaivabalsam gilt der venezolanische Maracaibo-balsam und der brasilianische Parabalsam. Verfälschungen mit minderwertigenBalsamarten sind sehr häufig und nicht immer mit Sicherheit festzustellen. Copaiva-balsam zeigt das spezifische Gewicht 0,980—0,990 und löst sich in absolutem Alkohol,Chloroform und Amylalkohol klar oder nur schwach opalisierend. Reiner Balsamfluoresciert nicht oder nur sehr schwach und unterscheidet sich dadurch von demstark fluorescierenden Gurjunbalsam, der von ostindischen Dipterocarpusartenstammt und unter dem Namen Woodoil im Handel ist. Eine scharfe Probe aufGurjunbalsam beruht auf seiner Violettfärbung durch salpetrige Säure: Man löst3 Tropfen Balsam in 3 ccm Eisessig und gibt 2 Tropfen frischbereiteter Natriumnitrit-lösung hinzu. Die Mischung schichtet man über 2 ccm Schwefelsäure. Bei reinemCopaivabalsam bleibt die Essigsäureschiebt farblos oder färbt sich höchstens gell), beiGegenwart von Gurjunbalsam violett. Fette Öle erkennt man daran, daß bei mehr-stündigem Erwärmen des Balsams auf dem Wasserbade eine beim Abkühlen weichbleibende Masse zurückbleibt, wahrend rinner Balsam ein sprödes Harz hinterläßt.Auch hierbei kann man Gurjunbalsam erkennen, da der Abdampfrückstand dannKristalle enthält, bei reinem Copaivabalsam aber amorph ist. — Die wichtigstenPrüfungen sind die Bestimmung der Säurezahl, die zwischen 75 und 85 (nachdem deutschen Arzneibuch zwischen 75,8 und 84,2), und die Verseifungszahl, diezwischen 80 und 90 (deutsches Arzneibuch 84,2—92,7) liegen soll. Für diese Be-stimmungen gilt das früher über Säure- und Verseifungszahl Angegebene (S. 370).Gurjunbalsam und Paraffinen drücken Säure- und Verseifungszahl herab, Kolophoniumerhöht die Säurezahl. Säurezahl: Man versetzt die Lösung von 1 g Balsam in50 cern Weingeist mit 1 ccm Phenolphtaleinlösung und titriert mit alkoholischerVa-Normal-Kalilauge. Die Anzahl der verbrauchten ccm Lauge multipliziert mit 28,08ergibt die Säurezahl. — Verseifungszahl: Man gibt zur Lösung von 1 g Balsam in50 ccm Weingeist 20 ccm alkoholischer i,..-Normal-Kalilauge und erhitzt i/ 3 Stundeauf dem Wasserbade am Rückflußkühler. Dann verdünnt man mit 200 ccm Wasser,gibt 1 ccm Phenolphtaleinlösung hinzu und titriert mit ^-Normal-Salzsäure bis zurEntfärbung. Die Anzahl ccm der zur Verseifung verbrauchten Vo-Normal-Lauge,multipliziert mit 28,08, ergibt die Verseifungszahl.
Perubalsam, Balsamum pernvianum, stammt von der Myroxylon Fcreiraegenannten Varietät von Myroxylon balsamum, einer in Zentralamerika beimischenPapilionacee. Der Balsam wird von den mit Einschnitten in die Rinde versehenenStämmen durch Anschwelen gewonnen. Die Pflanze enthält keine Balsamgänge, derBalsam ist also ein pathologisches Produkt, das erst durch die Verwundung desBaums entsteht. Er stellt eine klare, dicke, braunschwarze Flüssigkeit dar, die indünner Schicht klar durchsichtig ist, besitzt aromatischen Geruch und kratzenden,bitterlichen Geschmack. In Chloroform und Eisessig löst er sich klar, ebenso imdritten Teile seines Gewichts Schwefelkohlenstoff, doch scheidet ein weiterer Zusatz