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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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Balsame,

butierartig. Spezifisches Gewicht 0,930—0,940. Es löst sich in 10 T. 95prozentigemWeingeist klar auf und reagiert neutral. Von seinen Bestandteilen ist nur ein geruch-loses, bei 53—54° schmelzendes Paraffin sicher festgestellt. Außerdem enthält es auchsauerstoffhaltige Verbindungen. Bei der Destillation geht bei 281—289° ein tiefblaugefärbtes Öl über.

Römisches* Kamillenöl, Oleum Chamomillae Romanae, aus den Blüten-köpfen von Anlhemis nobilis, wird heute hauptsächlich in England gewonnen. Das Ölist hellblau, wird aber allmählich grün bis braungelb. Spezifisches Gewicht 0,905—0,915.Seine Bestandteile sind hauptsächlich Ester der Buttersäure und Angclica-säure mit Isobutyl-, Amyl- und Hexylalkohol.

Wernmtöl, Oleum Absinthii, aus dem Kraute von Artemisia absinthium.Das Öl ist etwas dickflüssig und dunkelgrün, von bitterm, kratzendem Geschmack.Es löst sich in 2—4 T. SOprozenligem Alkohol. Spezifisches Gewicht 0,925—0,955°.Sein Hauptbestandteil ist Tanaceton, C 10 H 16 O (S. 365).

Balsame.

Balsame stellen meistens Lösungen von Harzen in ätherischenÖlen, in einigen Fällen auch Gemenge aromatischer Säuren und Alkoholeund ihrer Ester dar. Sie entstehen in Sekreträumen der Pflanzen, diemiteinander in Verbindung stehen, so daß der Balsam bei Verletzungender Rinde und des Holzes in größeren Mengen austritt. Sie sind teilsProdukte des normalen Stoffwechsels der Pflanzen, teils pathologischeBildungen, und zwar besteht ihre Aufgabe dann darin, bei Verletzungendes Baumes durch das beim Verdunsten des flüchtigen Bestandteilszurückbleibende Harz einen wasserdichten Wundüberzug zu bilden.In der lebenden Pflanze sind die Balsame immer klar, und einigebleiben es auch an der Luft, die meisten aber trüben sich mit derZeit infolge der Ausscheidung der ursprünglich gelösten Harzsäuren.Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Terpentin. Die Ursache derallmählichen Erstarrung ist hauptsächlich die Verflüchtigung desätherischen Öls; Balsame, die kein ätherisches Öl enthalten, wie Storaxund Perubalsam, trocknen niemals ein. Von den Balsamen sind dieharzreichen Sekrete zu unterscheiden, die wegen ihres Schleim- undGummigehalts Milchsäfte bilden, sehr wasserreich sind, Emulsionendarstellen, bald nach ihrer Entleerung infolge der Verdunstung desWassers erstarren und. dann die Gummiharze bilden. Die echtenBalsame sind in Alkohol löslich, in Wasser unlöslich. Die Unter-suchungsmethoden der Balsame sind infolge ihrer verschiedenen Zu-sammensetzung nicht einheitlich; die wichtigsten beruhen auf derPrüfung ihrer Löslichkeit in verschiedenen Lösungsmitteln und derBestimmung ihrer Säure- und Verseifungszahl (S. 167).

Terpentin, Terebinthina. Terpentine sind die Harzbalsame der Coniferen.Sie sind in den gesunden Bäumen enthalten, bilden sich aber besonders reichlichnach Verletzungen und haben dann den Charakter von Wundbalsamen. Der Terpentindes Handels ist sehr verschiedener Herkunft. Die wichtigsten Sorten sind der fran-zösische Terpentin von Pinus pinaster, der portugiesische von der gleichenPflanze, der österreichische oder deutsche Terpentin von Pinus Laricio.Ferner kommt noch der venezianisch» Terpentin in Betracht (Terpenthinaveneta oder Iaricina) von Larix deeidua, und auch solcher ungarischen, russischenund amerikanischen Ursprungs.

Terpentin besteht zu 15 — 20% aus Terpentinöl und zu 70 — 85% ausHarz (Kolophonium). Allmählich scheiden sich die Harzsäuren des Kolo-phoniums aus und verursachen eine Trübung, die aber beim Erwärmen desTerpentins im Wasserbade wieder verschwindet. Mit 5 T. Weingeist gibt Terpentineine klare, sauer reagierende Lösung, auch in Chloroform ist er klar löslich. DiaLösungen in Petroläther und Schwefelkohlenstoff sind etwas trübe, klären sich aberauf Zusatz von Alkohol. Wird Terpentin mit Wasserdampf destilliert, so geht Terpentinöl