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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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337
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Oxyzimtsäuren.

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Der gewöhnlichen Zimtsäure sehreibt man die Konfiguration II zu, sie stellt also dieTransform dar, während die Cisform (I) einer, Allozimtsäure genannten Verbindungvorn Schmelzpunkt 68° zukommt, die sich in den Cocablättern findet. Die Allozimt-säure ist trimorph, sie kristallisiert in drei verschiedenen Formen, und zwar besilztjede einen andern Schmelzpunkt.

/CH: CH • COOH (1)o-Oxyzimtsäure, C 6 H 4 \ , existiert, wie die

x OH (2)

Zimtsäure, in zwei stereoisomeren Formen, von denen die (der Fumar-säure entsprechende) Transform der o-Cumarsäure zukommt, diesich im Steinklee, Melilotus officinalis, findet und bei 202° schmel-zende Nadeln bildet, während die (der Maleinsäure entsprechende)Cisform, die Cumarinsäure, nur in ihren Salzen bekannt ist. Wirdsie aus diesen durch Säuren abgeschieden, so geht sie in ihr inneresAnhydrid, das Cumarin, über.

H - C — C 6 H 4 -OH H - C — C 6 H 4 -OH H — C - C G H 4 \HOOC — C — H H-C — COOH H — C — CO /

o-Cumarsäure. Cumarinsäure. Cumarin.

,CH:CH

Cumarin ist daher das S-Lacton der Cumarinsäure: C 6 H

/ y

^0 • CO

Es ist ein im Pflanzenreiche verbreiteter Riechstoff, der am reich-lichsten in der Tonkabohne und im Waldmeister vorkommt, aberauch in Gräsern, Farnkräutern, Orchideen und andern Pflanzen. Esbildet wohlriechende, sublimierende Prismen vom Schmelzpunkt 67°.In Alkalien löst sich das Cumarin unter Öffnung der Lactonbindungzu Salzen der Cumarinsäure; wird es aber längere Zeit mit kon-zentrierten Alkalien gekocht, so findet Umlagerung zur o-Cumarsäurestatt, die sich bei der Zerlegung ihrer Salze nicht in Cumarin um-wandelt. Dieses verschiedene Verhalten rechtfertigt die obigen Kon-figurati onsformeln. Das Cumarin kann auch synthetisch durch diePERKiN'sche Reaktion (S. 336) beim Erhitzen von Salicylaldehyd mitNatriumacetat und Essigsäureanhydrid gewonnen werden:

n /CHO CH 3 .COONa /CH:CH-COONa /CH:CH

C K H 4 < s - C 6 H 4 < - C 6 H 4 <

X 0H X 0H " 4X 0 • CO

Auch die p-Cumarsäure, HO- C 6 H 4 • CH: CH • COOH, findet sich in der Natur,und zwar in einigen Harzen.

Durch Reduktion des Cumarins entsteht o-Hydrocumarsäure oder o-Oxy-. /CH 2 • CH, • COOH

nydrozimtsäure, C 6 H 4 < , die Melilotsäure genannt wird und

in Melilotus officinalis vorkommt.

Einige natürlich vorkommende Oxyzimtsäuren oder Abkömmlinge von solchen sind:

CH:CH-COOH (1) ,CH: CH-COOH (1)

(3) C 0 H 3 (OH (3)

(4) X 0-CH 3 (4)Ferulasäure, Isoferulasäure,

Methylkaffeesäure. Methylkaffeesäure.

/CH:CH-COOH (1)C 6 H 3 f0H (3)

X 0H

Kaffeesäure,Dioxyzimtsäure.

(4)

C 6 H 3 (o-CH

/CH:CH.COOH(DC 6 H 3 (OH (2)

OH

Umbellsäure,Dioxyzimtsäure.

(4)

CH:CH(1)

C 6 H 3 -o • CO (2)OH (4)Umbelliferon.Oxy Cumarin.

/CH:CH(1)

C 6 H 2 X 0 • CO (2)NN OH (3)x OH (4)Daphnetin,Dioxycumarin.

/

(LH

CH:CH(1)

0 • CO (2)OH (4)X 0H (5)Asculetin,Dioxycumarin.

Scholtz, Pharmazeutische Chemie. II.