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2 (1912) Organischer Teil
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Essigsäure -Äthylester.

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Kutte!, zur Darstellung des Acetessigesters und zur Fabrikation vonFruchtsäften.

( Zur Darstellung im kleinen Maßstabe mischt man in einem Kolben 50 ccma °prozentigen Alkohol mit 50 ccm konzentrierter Schwefelsäure und erhitzt das Ge-Busch im Ölbade auf 140° (Abb. 23). Ist diese Temperatur erreicht, so läßt man durcheinen Tropftrichter allmählich ein Gemisch gleicher Raumteile Alkohol und Eisessig zu-fließen, indem man die Temperatur auf 130—140° erhält. Es destilliert fortgesetzt Essig-ester über, aber auch Alkohol, sowie etwas Wasser und Essigsäure. Die 'Schwefelsäure^irkt als Katalysator, indem sie zunächst mit dem Alkohol Äthylschwefelsäure bildet,um aber zurückgebildet wird, da sich die Äthylschwefelsäure mit Essigsäure zu

Ätlivlaeetat und Schwefelsäure umsetztCJK • OH

Mi

CH, • COÜH-

S0 4 H 2

SOJI • C 2 H 5 + H 2 0

CR, • COO • C.,H, + SOJI,.

Man kann daher nach obiger Vorschrift etwa 1 1 Essigsäure in den Äthylester überführen.u as Destillat schüttelt man zur Entfernung der übergegangenen Säure in einem offenenGefäß mit Sodalösung, bis die obere Schicht blaues Lackmuspapier nicht mehr rötet,wennt die beiden Schichten im Scheidetrichter und schüttelt den Ester zur Entfernungdes Alkohols mit einer üOprozentigen Lösung von Calciumchlorid. Hierauf wird erWiederum im Scheidetrichter von der Salzlösung getrennt, über gekörntem Calcium-Chlorid getrocknet und aus dem Wasserbade destilliert.

Prüfung. Essigester soll zwischen' 74 und 77° sieden unddas spezifische Gewicht 0,902—0,906 aufweisen. Lackmuspapierwird durch reinen Ester nicht sofort gerötet, doch tritt nachdein Verdunsten des Esters Rötung ein. Mit Essigester getränktesFiltrierpapier darf nach dem Verdunsten des Esters nicht nachfremden Ätherarten riechen. — Der offizinelle Ester enthäll stetssehr geringe Mengen Alkohol und Wasser (1—2%). Ein höherer Gehallwird beim Ausschütteln mit Wasser erkannt. (Ein gleichzeitig mit Alkoholund Wasser versetzter Ester kann das richtige spezifische Gewicht auf-weisen.) Man bringt in ein graduiertes Rohr (Abb. 24) 10 ccm Wasserund 10 ccm Essigester und schüttelt kräftig um. Das Volumen desWassers darf sich hierbei höchstens um 1 ccm vermehren. — Zur Prüfungauf Amvlverbindungcn (aus fuselhaltigem Alkohol) schichtet manden Ester über konzentrierte Schwefelsäure, wobei innerhalb 15 Minutenzwischen beiden Flüssigkeiten keine gefärbte Zone entstehen darf.

Essigsäure-Amylester, CH 3 -COO-C 5 H n , Amylacetat, Amyliumaceticum, aus Essigsäure und Isoamylalkohol dargestellt, wird als,,Birnöl" verwandt und dient auch als Lösungsmittel, namentlich in derCelluloidfabrikation. Siedepunkt 139°.

Buttersäure-Äthylester, C 3 H 7 • COO • C 2 H 5 , Aether butyricus,dient als Ananasessenz. Siedepunkt 120°.

Valeriansäure-Amylester, CJI 9 • COO • C 5 H 1:l , (Isovaleriansäure-Isoamylester), findet als „Apfelöl" Verwendung. Siedepunkt 188°.

Die als Kognakessenz oder Rumessenz im Handel befindlichenFlüssigkeiten sind in der Hegel alkoholische Lösungen verschiedenerEster und enthalten auch andere Aromatisierungsmittel, wie Vanillin undPerubalsam. Durch Verseifung des Kokosnußöls entsteht ein Säure-gemisch, das aus Capronsäure. Caprylsäure, Caprinsäure und einigenhöheren Säuron besteht, und durch dessen Veresterung mit ÄthylalkoholAbb. 24. der „Kognakäther" entsteht, der zur künstlichen Darstellung desKognaks Verwendung findet.

Hochmolekulare Ester kommen im Pflanzen- and Tierreich inreichlicher Menge vor und stellen die Wachsarten und das Walratuar. Sie sind hei gewöhnlicher Temperatur hart und zerbrechlich,Werden bei maßigem Erwärmen plastisch, sind in Alkohol nur weniglöslich und verursachen in geschmolzenem Zustande auf Papier Flecke,gleich den Fettflecken. Die Wachsarten werden nicht ranzig wie die■rette, für Mikroorganismen bieten sie keinen Nährboden, sie sinddaher nicht der Fäulnis ausgesetzt und an der Luft unveränderlich.«n Pflanzenreiche finden sich die Wachsarten namentlich an der Ober-fläche der Organe, die mit der Luft in Berührung kommen, wie Blätter,