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Ungesättigte Halogenverbindungen.
oder in Schwefelkohlenstoff. Es ist eine farblose Flüssigkeit vonchloroformäbnlichem Geruch, dem spezifischen Gewicht 1,593 (bei 20°)und dem Siedepunkt 76°. Es findet Verwendung als Lösungsmittel.Tetrachlorkohlenstoff ist ein stärkeres Gift als Chloroform, das Ein-atmen seiner Dämpfe ist daher gefährlich.
Tetrabromimethan, CBr 4 , auf analogem Wege erhalten, wie das Tetrachlor-methan, bildet glänzende Tafeln. Schmelzp. 92,5°, Siedep. 189°.
Acotylentetrachlorid, CHC1 2 — CHC1 2 , symmetrisches Tetrachlor;äthan, entsteht durch Vereinigung von Acetylen und Chlor. Farblose Flüssigkeitvom Siedepunkt 147°.
Halogensubstitutionsprodukte ungesättigter Kohlenwasser-stoffe entstehen durch gemäßigte Einwirkung alkoholischer Kalilaugeauf disubstituierte Kohlenwasserstoffe, z. B.:
CH 2 Br —CH 2 Br-fKOH = CH 2 = CHBr + KBr-fH 2 0Äthylenbromid. Vinylbromid.
Die wichtigsten dieser Verbindungen leiten sich vom Äthylen, C 2 H 4 ,und Propylen, C 3 H 6 , ab. Das einwertige Radikal CH, = CH — heißtVinyl, das Radikal CH 2 = CH —CH 2 — Allyl. Demnach wird z. B.die Verbindung C 2 H 3 Br als Vinylbromid, C 3 H 5 Br als Allylbromidbezeichnet. Sie zeigen, ihrer Konstitution entsprechend, die Reak-tionen ungesättigter Verbindungen, vermögen also Halogene undHalogenwasserstoffsäuren zu addieren. Hingegen zeigen sie die üb-lichen Reaktionen der gesättigten Halogenverbindungen, also dieleichte Austauschbarkeit der Halogene gegen Radikale, wie Hy-droxyl usw., nur dann, wenn das Kohlenstoffatom, an welchesdas Halogen gebunden ist, nicht selbst an einer doppelten Bindungbeteiligt ist. Dieser Unterschied in der Konstitution ergibt sich ausden Formeln des Vinylbromids, CH 2 = CHBr, und Allylbromids, CH 2 =CH —CH 2 Br. : LLiI
Vinylbromid, CH 2 = CHBr, Bromäthylen, siedet bei 16° und hat das spezi-fische Gewicht 1,516.
Allylbromid, CH 2 = CH — CH 2 Br, wird aus Allylalkohol und Phosphortribro-mid dargestellt. Siedepunkt 71 °, spezifisches Gewicht 1,459.
Allyl Jodid, CH 2 = CH — CH 2 J, Siedepunkt 103°, spezifisches Gewicht 1,789.
Die Allylverbindungen besitzen einen lauchartigen Geruch. Das RadikalAllyl, C 3 H 6 , findet sich in der Molekel mancher in der Natur vorkommenden Verbin-dungen, wie Senföl und Knoblauchöl, und Allylbromid und -Jodid dienen zur syn-thetischen Darstellung solcher Verbindungen.
Tetraj'odäthylen, CJ 2 = CJ 2 , ist unter dem Namen Dijodoform als Jodoform-ersatzmittel empfohlen worden. Es entsteht durch Eintragen von Calciumcarbid ineine auf 0° abgekühlte konzentrierte Lösung von Jod in Kaliumjodid:
C 2 Ca + 6J = CJi + CaJ,,.
Es bildet zitronengelbe Kristalle, ist geruchlos und von jodoformähnlicher Wir-kung. Schmelzpunkt 192°.
Alkohole.
Unter Alkoholen versteht man Verbindungen, die sich von denKohlenwasserstoffen dadurch ableiten, daß das einwertige RadikalHydroxyl, — OH, an Stelle von Wasserstoff tritt. Je nach der Anzahlder Wasserstoffatome, die durch Hydroxyle ersetzt werden, unter-