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1 (1910) Anorganischer Teil
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Rhodium, Ruthenium.

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chlorür, PdClä, und Pallladiuanichloridj, PdCl 4 , vereinigen sich mit den Alkali-chloriden zu komplexen Salzen, wie K 2 PdCl 4 und K 2 PdCl e . Palladiumchlorür, dasrotbraune Kristalle der Zusammensetzung PdCl 2 .2H 2 0 bildet, dient als Reagensa uf Jod Jonen, da das Palladium jodür, PdJ 2 , im Gegensatz zum Chlorür undBromür unlöslich ist (S. 103). Palladiumjodür fällt hierbei als schwarzer, flockigerNiederschlag. Ferner besitzt die Lösung des Palladiumchlorürs die Fähigkeit,Kohlenoxyd zu absorbieren, wobei unter Abscheidung von metallischem Palla-dium Dunkelfärbung eintritt, das Chlorür dient daher zur Erkennung desKohlenoxyds (S. 239). Mit Ammoniak vereinigen sich die Salze des Palladiumsebenso, wie die des Platins, zu komplexen Verbindungen.

Rhodium, Rh.

Atomgewicht 102,9.

Das Rhodium ist auch in Königswasser nicht löslich und bleibt daher bei derBehandlung des Platinerzes mit Königswasser nebst dem Iridium im Rückstande. Vomjndium trennt man es, indem man die salzsaure Lösung, die nach dem beim Iridiumbeschriebenen Verfahren dargestellt worden ist, mit Ammoniumchlorid versetzt, wo-durch Ammoniumiridiumchlorid ausgefällt wird. Aus der Mutterlauge gewinnt mandurch Eindampfen Ammoniumrhodiumchlorid, das beim Glühen Rhodium hinterläßt.Das Rhodium, hat die Farbe und den Glanz des Aluminiums, ist weich, geschmeidigund dehnbar wie Silber, in unreinem Zustande aber hart und spröde. Sein spezifischesGewicht beträgt 12,1, es schmilzt schwieriger als Platin, in Säuren ist es unlöslich,hingegen wird es von Chlor leichter angegriffen, als die andern Platinmetalle. In feinverteiltem Zustande übt das Rhodium starke katalytische Wirkungen aus, so vermages Ameisensäure in wässeriger Lösung in Wasserstoff und Kohlendioxyd zu zerlegen:H,CO„ = R 2 -)- CO.,, auch verdichtet es als Rhodiumschwarz große Mengen vonWasserstoff.

In seinen Verbindungen ist das Rhodium, wie das Iridium, 2-, 3- und 4-wertig,entsprechend den Oxyden RhO, Rh ä O s , Rh0 2 , ferner kennt man die SulfideRhS und Rh 2 S 3 . Die Salze sind z. T. rot, wovon das Element seinen Namen hat(rhödon Rose). Die beständigsten Verbindungen sind die des dreiwertigen Rhodiums,von denen das Natriumrhodiumchlorid, Na 8 RhCl 6 . 9H 2 0, bemerkenswert ist, das inAlkohol unlöslich ist und daher zur Trennung des Rhodiums von den andern Platin-metallen dient, deren Natriumdoppelchloride sämtlich in Alkohol löslich sind. MitAmmoniak bilden die Rhodiumsalze zahlreiche Additionsprodukte.

Ruthenium, Ru.

Atomgewicht 101,7.Das Ruthenium findet sich in dem unlöslichen Rückstande, der beim Behandelndes Platinerzes mit Königswasser hinterbleibt. Es steht von den Metallen der Platin-'jeihe dem Osmium am nächsten und bildet, wie dieses, ein flüchtiges Tetroxyd,Bu0 4 . Das reine Ruthenium ist silberweiß, hart und spröde. Es findet für sich keineVerwendung, geht aber in die Legierungen aus Platin und Iridium ein, die häufig an«teile des Platins zu chemischen Geräten benutzt werden. Das spezifische Gewicht desRutheniums beträgt 12, es ist nebst dem Osmium das am schwierigsten schmelzbareMetall. Von Säuren wird es nicht angegriffen, a'ber beim Schmelzern mit Kalium-nydroxyd und Salpeter wird es oxydiert. Gleich dem Osmium zeigt das Rutheniumeinen starken Wechsel der Wertigkeit, es bildet die Oxyde RuO, Ru 2 0 3 , Ru0 2 und^ u 0 4 . Oxyde der Zusammensetzung Ru0 3 und Ru 2 0 7 sind zwar nicht bekannt, wohlaber kennt man Salze, die den von diesen. Oxyden abgeleiteten Säuren, H 2 Ru0 4 undH .Ru0 4 , entsprechen, z. B. K 2 Ru0 4 KRu0 4 . Mit Chlor bildet das Ruthenium die Ver-bindungen RuCl,, RuCl 3 und RuCl 4 , von denen die letzte nur in Form von Doppel-chloriden bekannt ist. Die bemerkenswerteste Verbindung des Rutheniums ist dasdurch seine Flüchtigkeit ausgezeichnete Rhuteniumtetroxyd, RuO,,, das beim Hin-durchleiten eines raschen Chlocstroms durch die Lösung eines Rutheniumsalzes ent-steht, wobei es sich verflüchtet und in der Vorlage zu einer goldgelben Kristallmasseverdichtet. Es schmilzt bei 25,5° und verwandelt sich oberhalb 100° in einen gold-gelben Dampf, der den Geruch der höheren Stickoxyde besitzt und heftig zum Hustenreizt. Die Verbindung ist wenig beständig, sie zerfällt leicht in niedere Oxyde, in