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Palladium.
OsCl 3 , OsCl 4 entsprechen, basenbildend sind. Die Lösungen dieser Chloride habenviolette bis rote Farbe. Das Osmiumtrioxyd, Os0 3 , ist als Säureanhydrid zu be-trachten. Es ist in freiem Znstande nicht bekannt, wohl aber kennt man osmium-saure Salze, wie K 2 Os0 4 . 2H 2 Ü, Kaliumosmat, das ein violettrotes Kristallpulverdarstellt.
Die wichtigste Verbindung des Osmiums ist das Tetroxyd, Os0 4 ,das als Überosmiumsäure bezeichnet wird. Sehr fein verteiltes Osmium oxydiertsich sehr langsam schon bei gewöhnlicher Temperatur und verbrennt beim Er-wärmen zu Osmiumtetroxyd, das in durchsichtigen, glänzenden Nadeln sublimiert,bei gewöhnlicher Temperatur wachsweich ist und sich schon bei etwa 100° ineinen farblosen Dampf verwandelt. In Wasser löst es sich zu einer farblosenFlüssigkeit, die Lakmus nicht rötet und sehr ätzend und brennend schmeckt. Esist von unerträglich stechendem Geruch, greift, Lunge und Augenheftig an und erzeugt auf der Haut einen schmerzenden Ausschlag.Von der wässerigen Lösung wird die Haut infolge der Reduktion der Überosmium-säure zu metallischem Osmium schwarz gefärbt. Unter dem Namen Acidumosmicum wurde das Osmiumtetroxyd (das häufig auch einfach Osmiumsäure ge-nannt wird), vorübergehend zur Zerstörung von Geschwürwucherungen und sub-kutan gegen Neuralgie und Epilepsie angewandt. In der mikroskopischen Technikdient es zum Fixieren und Schwärzen wichtiger Bestandteile der Zellen. DasPräparat muß vor Licht und Staub geschützt in sehr gut verschlossenen Flaschenaufbewahrt werden, durch reduzierende Stoffe wird es leicht in niedere Oxydedes Osmiums übergeführt.
Palladium, Pd.
Atomgewicht 106,7.
Das Palladium geht bei der Behandlung der Platinmetalle mit Königswasser inLösung, wird aber aus ihr nicht zusammen mit dem Platin durch Ammoniumchloridgefällt, sondern bleibt als Palladiumchlorür gelöst und wird durch Quecksilbercyanid alsPalladiumcyanür, Pd(CN) 2 , abgeschieden. Durch Glühen des Cyanürs erhält man metal-lisches Palladium.
Das Palladium ist von silberweißer Farbe, sein spezifisches Gewicht ist nurhalb so groß, als das des Platins, es beträgt 11,8. Von allen Platinmetallen ist esdas am leichtesten schmelzbare (ungefähr bei 1500 °) und wird von Säuren am leich-testen angegriffen, Salpetersäure und bei Luftzutritt auch Salzsäure lösen es auf. Ander Luft behält es seinen Metallglanz, nur beim Glühen oxydiert es sich oberflächlich,auch von Schwefelwasserstoff wird es nicht geschwärzt, es findet daher an Stelle desSilbers zur Anfertigung von Metallskalen für anatomische und nautische InstrumenteVerwendung. In der zahnärztlichen Praxis wird eine Legierung aus 95 T. Palladiumund 5 T. Silber benutzt. Fein verteiltes Palladium hat die Fähigkeit, die Vereinigungvon Wasserstoff und Sauerstoff katalytisch sehr zu beschleunigen, bringt man daherPalladiumschwamm in Knallgas, so verbinden sie sich in kurzer Zeit ohne Explosion.
Die bemerkenswerteste Eigenschaft des Palladiums ist seinegroße Absorptionsfähigkeit für Wasserstoff. In der Wärme, am bestenbei 100°, nimmt es über 900 Volumen Wasserstoff auf, auch bei gewöhnlicher Tem-peratur findet die Absorption statt, wenn das Palladium z. B. als Elektrode, an dersich Wasserstoff entwickelt, benutzt wird. Das Aussehen und die metallischenEigenschaften des Palladiums bleiben durch die Wasserstoffabsorption unverändert,nur sein Volumen vermehrt sich um etwa 10 Prozent. Der Palladium Wasser-stoff wird nicht als eine chemische Verbindung, sondern als eine feste Lösungzwischen den beiden Elementen aufgefaßt (S. 327). Beim Erhitzen oder bei Ver-ringerung des Drucks scheidet sich der Wasserstoff leicht wieder aus, in glühendemZustande ist das Palladium daher für Wasserstoff leicht durchlässig, für andereGase aber nicht. _ In der Luft findet langsam Oxydation des Wasserstoffs statt, diesich zuweilen bis zum Selbsterglühen des Palladiumwasserstoffs steigert. DerWasserstoff ist in diesem verdichteten Zustande sehr aktiv, so wirkt der Palladium-wasserstoff reduzierend auf viele Lösungen und verwandelt z. B. Ferrisulfat inFerrosulfat.
Das Palladium bildet drei Oxyde, Pd,0, Palladiumsuboxyd, PdO, Palladiüm-oxyd, und PdO», Palladiumdioxyd. Seine Salze gleichen inder Zusammensetzungdenen des Platins, mit denen sie meist isomorph sind, sie sind grün, rot oder braunund haben zusammenziehenden, aber nicht metallischen Geschmack. Palladium-