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1 (1910) Anorganischer Teil
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Nickel.

besitzt, den man aber wegen seiner hellkupferroten Farbe für eineVerbindung von Arsen mit Kupfer hielt. Da alle Versuche, Kupferaus ihm zu gewinnen, vergeblich waren, erhielt es den SpottnamenKupfernickel. Zur Gewinnung des metallischen Nickels werden diearsen- und schwefelhaltigen Erze geröstet, mit als Flußmittel für dieSchlacke dienendem Quarz geschmolzen und durch Kohle reduziert.'Die Hauptfundorte des Nickels befinden sich in Kanada, für Deutsch-land kommt auch sein Vorkommen bei Frankenstein in Schlesienin Betracht. Das Rohnickel ist durch Kupfer und Eisen, meistens'auch durch Kobalt und Arsen verunreinigt, in reinem Zustande wirddas Metall durch Reduktion seines Oxyduls im Wasserstoffstrome bei270° als grauschwarzes, pyrophores Pulver oder durch elektrolytischeAbscheidung aus der Lösung eines Nickelsalzes in zusammenhängenderSchicht erhalten.

Das Nickel ist ein glänzendes, fast silberweißes Metall, das sichbeinahe so gut wie Eisen hämmern und schweißen läßt. Es schmilztsehr hoch, doch leichter als Eisen, ist hart und sehr politurfähig, wirdvom Magneten angezogen und besitzt das spezifische Gewicht 9,1.In geschmolzenem Zustande löst es, wie das Eisen, Kohlenstoff undwird dadurch leichtflüssig. Das dichte Metall oxydiert sich an feuchterLuft fast gar nicht und selbst beim Glühen nur wenig. In verdünnterSalpetersäure ist es löslich, von verdünnter wie konzentrierter Salz-säure und Schwefelsäure wird es nur schwierig angegriffen. Wegenseiner großen Widerstandsfähigkeit gegen atmosphärische Einflüssesowie gegen chemische Reagenzien findet das Nickel eine vielseitigeVerwendung, die durch die Eigenschaft unterstützt wird, daß es sichdurch den galvanischen Strom in dünner, glänzend weißer, fest zu-sammenhängender Schicht, auf Eisen niederschlagen läßt, das hier-durch vor dem Rosten geschützt wird und an Ansehen gewinnt. Ver-nickelte Geräte finden daher im. Haushalt vielfach Verwendung. Auchzahlreiche Legierungen des Nickels sind in Gebrauch. Legierungendes Nickels mit Kupfer sind Neusilber, Alfenid, Packfong, Christofle-metall, sowie die deutschen Nickelmünzen, die aus 25 T. Nickel und75 T. Kupfer bestehen. Daß sie trotzdem die Farbe des Nickels undnicht die des Kupfers besitzen, zeigt die große färbende Kraft desNickels. Dieses Münzmaterial hat den Vorteil, daß es sich wegenseiner großen Härte wenig abnutzt. Von technischer Bedeutung istferner wegen seiner großen Härte der Nickelstahl, eine Legierungvon Eisen mit Nickel.

Das Nickel ist zwar, wie das Eisen, dem Sauerstoff gegenüberzwei- und dreiwertig, es bildet also die Oxyde NiO und Ni 3 Ö 3 , dochkennt man nur eine Reihe von Salzen, die sich von dem zweiwertigenMetall ableiten, die mithin die Jonen Ni" bilden. Die Salze sind inkristallwasserhaltigem Zustande grün, besitzen einen herben, me-tallischen Geschmack und wirken, innerlich genommen, brechen-erregend. Vernickelte Gefäße werden durch Säuren, auch durch Essig-säure, angegriffen, was bei ihrer Verwendung als Kochgeschirre zubeachten ist, doch sind Vergiftungen, die hierdurch hervorgerufenwurden, nicht bekannt.

Nickelchlorür, NiCl 2 -6H,0, ist ein grünes, in Wasser sehr leichtlösliches Salz. Die wasserfreie Verbindung ist gelb und wird durchErhitzen von Nickelpulver im Chlorstrom erhalten.