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1 (1910) Anorganischer Teil
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Kaliumferroeyanid, Käliumferricyanid.

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4Fe" : = Fe i [Fe(CN) 6]3 .; ] 8 oder Fe,(CN) 18 , sind die vier Eisen-

Heute wird die Hauptmenge des gelben Blutlaugensalzes aus dem Ammonium-cyanid des rohen Leuchtgases dargestellt, das man zur Befreiung von Schwefel- undCyanverbindungen über die LAMING'sche Gasreinigungsmasse leitet, die aus Ätzkalk,Eisenvitriol und Sägespähnen besteht. Das Eisen setzt sich mit Cyan zu Salzen derferrocyanwasserstoffeäure um, und durch Behandlung mit Ätzkalk gewinnt man darausCaiciumferrocyanid, Ca 2 Fe(CN) 6 , das sich mit Kaliumkarbonat zu Kaliumferroeyanid'umsetzt. Einfacher ist die Darstellung, wenn das rohe Leuchtgas durch einePottaschelösung geleitet wird, die Eisenkarbonat suspendiert enthält:2K 2 C0 3 + FeC0 3 + 6HCN = K 4 Fe(CN) 6 + 3H 2 0 + 3 C0 2 .

Das Kaliumferroeyanid bildet große, gelbe Oktaeder mit basischerEndfläche. Bei 100° verliert es 1 sein Kristallwasser und zerfällt zu einemweißen Pulver. Beim Glühen zerfällt es in Kaliumcyanid, Stickstoffund ein Karbid des Eisens: K 4 Fe(CN) c ==4KCN + N 2 + FeC 2 . Es löstsich in 4 T. Wasser, durch starke Säuren wird aus dieser Lösung diefreie Ferrocyanwasserstoffsäure, H 4 Fe(CN) 6 , als weißer "Niederschlagabgeschieden, der sich sehr leicht unter Entwicklung von Cyanwasser-stoff zersetzt. Auch beim Erwärmen mit verdünnten Säuren entwickeltdas gelbe Blutlaugensalz Cyanwasserstoff (S. 243). Es ist ein wichtigesReagens auf Ferrijonen, mit denen es noch in der größten Ver-dünnung einen blauen Niederschlag von Ferrifer.rocyanid oderBerlinerblau gibt:

3K 4 Fe(CN) 6 + 4FeCl 3 = Fe 4 [Fe(CN) 6 ] 3 + 12KC1oder 3[Fe(CN) 6 ]

Im Berlinerblau, Fe 4 [Fe(

atome, die das Kation der Molekel bilden, dreiwertig, die drei Eisen-atome des komplexen Anions sind zweiwertig. In Säuren ist dieVerbindung unlöslich, hingegen löst sie sich in Alkalien, wobei Eisen-hydroxyd ausfällt:

Fe 4 [Fe(CN) e ] 3 + 12KOH = 4Fe(OH) 3 + 3K 4 Fe(CN) 6 .Der Nachweis von Ferrijonen durch Kaliumferroeyanid ist daher nurin saurer Lösung zu führen. Das Berlinerblau findet als Farbstoffausgedehnte Anwendung.

Auch mit vielen andern Metallsalzen gibt das Kaliumferroeyanidin Wasser unlösliche Niederschläge. Aus Lösungen von Kupfersalzenfällt es braunrotes Cupriferrocyanid, Ou 2 Fe(CN) 6 , dessen Bildung zurErkennung des Kupfers dient, Zinksalze geben einen weißen Nieder-schlag von Zinkferrocyanid, Zn 2 Fe(CN) c . Mit den Lösungen des zwei-wertigen Eisens, den Ferroverbindungen, gibt das Kaliumferroeyanidkeine Farbenreaktion, sondern einen weißen Niederschlag, der sichaber infolge Oxydation zu Berlinerblau bald blau färbt. Auch deranalytische Nachweis der Blausäure beruht auf der Bildung vonBerlinerblau (S. 244).

Käliumferricyanid, K 3 Fe(CN) 6 , rotes Blutlaugensalz, ent-steht durch Oxydation des Kaliumferrocyanids. Man stellt es durchEinleiten von Chlor in eine Lösung von gelbem Blutlaugensalz dar:K 4 Fe(CN) s -f Cl = K 3 Fe(CN) 6 + KCloder [Fe(CN) G ]"" -j- Cl = [Fe(CN) 6 ]'" + Cl'.Die Reaktion beruht mithin darauf, daß das Chlor dem vier wertigenAnion [Fe(CN) e ]"" eine .Tonenladung entzieht, um selbst in den .Tonen-zustand überzugehen.

Das Käliumferricyanid bildet rubinrote, in Wasser leicht löslicheSäulen. In wässeriger Lösung zersetzt es sich allmählich, indem teil-