Ferrum oxydatum saccharatum ; Liquor Ferri oxychlorati dialysati.
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ferner entsteht es als Verwitterungsprodukt eisenhaltiger Silikate undist daher sehr verbreitet.
Ebenso wie das Aluminium aus der Lösung seiner Salze beiGegenwart von hydroxylhaltigen organischen Verbindungen, wieZucker, Glyzerin, Weinsäure, durch Alkalien nicht als Hydroxyd gefälltwird, so wird auch die Fällung des Eisenhydroxyds durch dieselbenSubstanzen verhindert. Es bilden sich hierbei komplexe organischeVerbindungen, die das Eisen nicht mehr als Jon enthalten, sondernin denen es einen Teil eines komplexen Jons darstellt. Man kanndemnach das Eisenhydroxyd durch Zucker löslich machen, doch wirdeine völlige und dauernde Löslichkeit nur bei Gegenwart einer, wennauch sehr geringen Menge, von Alkali erzielt. Ein solches löslichesEisensaccharat stellt das Ferrum oxydatum saccharatum, derEisenzucker, vor, das mit Wasser eine klare, rotbraune Lösunggibt, aus der das Eisen durch kohlensaure und phosphorsaure Alkaliennicht gefällt wird, und in der auch Kaliumrhodamid und Kaliumferro-cyanid keine Eisenreaktionen geben. Versetzt man die Lösung desEisensaccharats mit Salzsäure, so bildet sich Eisenchlorid und Kalium-ferrocyanid fällt nunmehr Berlinerblau.
Darstellung des Ferrum oxydatum saccharatum. Der aus der ver-dünnten Lösung von 30 T. Liquor Ferri sesquichlorati durch eine Lösung von 26 T.Natriumkarbonat langsam ausgefällte und ausgewaschene Niederschlag von Eisen-hydroxyd wird in einer Porzellanschale mit 60 T. Zucker und 5 T. löprozentigerNatronlauge vermischt, worauf beim Erwärmen Lösung eintritt. Die Lösung wird zurTrockne eingedampft und der Rückstand mit soviel Zucker verrieben, daß das Gesamt-gewicht 100 T. beträgt.
Prüfung. Das Präparat soll mindestens 2,8 Prozent Eisen enthalten, seine Lösungsoll klar und nur sehr schwach alkalisch sein. Sie darf nur Spuren von Chlor ent-halten, das erst nachgewiesen werden kann, nachdem die Lösung zur Zersetzung desSaccharats mit verdünnter Salpetersäure erwärmt worden ist. Die Bestimmung desEisengehalts geschieht auf jodometrischem Wege. Vorher muß aber etwa zur Ferro-stufe reduziertes Eisen wieder zur Ferristufe oxydiert werden. Man löst daher 1 gEisenzucker in 10 ccm verdünnter Schwefelsäure und, nachdem die rotbraune Farbeverschwunden ist, gibt man vorsichtig Kaliumpermanganatlüsung bis zur schwachen,etwa 20 Sekunden anhaltenden Rötung hinzu. Nachdem wieder Entfärbung ein-getreten ist, gibt man 2 g Kaliumjodid hinzu, läßt 1 Stunde im geschlossenenGefäß vor Licht geschützt stehen und titriert das ausgeschiedene Jod mit1 / 10 -Normal-Natriumthiosulfatlösung (s. unter Analytisches).
Das Eisenhydroxyd besitzt in hohem Grade die Fähigkeit zurBildung kolloider Lösungen. Eine Lösung von Eisenchlorid vermaggroße Mengen von Eisenhydroxyd kolloid zu lösen, woher es kommt,daß in einer konzentrierten Eisenchloridlösung einige Tropfen Kali-lauge keinen Niederschlag, sondern nur eine dunklere Färbung hervor-rufen. Unterwirft man eine Lösung von Eisenhydroxyd in Eisenchloridder Dialyse durch Pergamentpapier, so diffundiert nur die hydrolytischabgespaltene Salzsäure und etwas Eisenchlorid. In dem Maße, wiedie Salzsäure aus der Eisenlösung verschwindet, muß zur Herstellungdes Gleichgewichts zwischen dem hydrolysierten und dem. nicht hydro-lysierten Eisenchlorid neue Hydrolyse eintreten, und es hinterbleibtschließlich eine kolloide Lösung von Eisenhydroxyd. Wenn nurnoch wenig Eisenchlorid in der Lösung vorhanden ist, so ist das Chlornicht mehr durch Silbernitrat fällbar, was wahrscheinlich darauf be-ruht, daß das Silberchlorid kolloid gelöst bleibt. Das kolloide Eisen-chlorid hat für das Silberchlorid die Wirkung eines Schutzkolloids,indem es dessen Ausfallen verhindert. Eine solche diatysierte Eisen-oxychloridlösung, die auf 1 'Mol. FeCL, wenigstens 20 Mol. Fe(OH) 3
Scholtz, Pharmazeutische Chemie. I. 27