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1 (1910) Anorganischer Teil
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Mangansäure, Perniangansäure.

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Mineralien. Man bemißt seinen Wert nach der Menge Chlor, die er beim Erwärmenaus Salzsäure entwickelt. Zu diesem Zweck werden 0,2 g fein zerriebener Braunsteinmit 15 ccm 25prozentiger Salzsäure erwärmt. Das entweichende Chlor wird in eineLösung von 3 g Kaliumjodid in 20 ccm Wässer eingeleitet und das ausgeschiedene Jodwird durch Titration mit Vio-Normal-Natriumthiosulfatlösung bestimmt. Ein MolekelMn0 2 entwickelt zwei Atome Chlor, die zwei Atome Jod in Freiheit setzen. Ein guterBraunstein enthalt wenigstens 76 Prozent Mn0 2 , was einem Verbrauch von 35 ccm derThiosulfatlösung entspricht.

Mangansäure und Perniangansäure.

Die beiden Oxyde des sechs- und siebenwertigen Mangans, Mn0 3u nd Mn,0 7 , die als Säureanhydride aufzufassen sind, sind sehr un-beständig. Von den Säuren, die sich durch Addition von Wasservon ihnen ableiten: Mn0 3 -j-H 2 0 = H 2 Mn0 4 , Mangansäure, undMn 2 0 7 ^-H 2 0 = 2HMn0 4 , Übermangansaure oder Perniangansäure, istdie Mangansäure in freiem Zustande gar nicht, die Übermangansaurenur in Lösung bekannt, doch bilden sie praktisch wichtige Salze,die Manganate und Permanganate. Wie aus den Formeln H 2 Mn0 4und HMn0 4 hervorgeht, ist das Anion Mn0 4 in der Mangansäure zwei-wertig, in der Übermangansaure einwertig. Das zweiwertige Manganat-jon Mn0 4 " ist grün, das einwertige Permanganatjon Mn0 4 ' violett ge-färbt. Die Konstitution der Mangansäure ist analog der der Schwefel-säure, die der Perniangansäure analog der der Perchlorsäure:

q^Mik^^tt Mangansäure, 0=Mn—OH Perniangansäure.

Schmilzt man ein Mangansalz mit Salpeter oder Käliunichloratund Kaliumhydroxyd, so erhält man eine grünschwarze Schmelze vonKaliummanganat:

3MnS0 4 + 12KOH + 2KC10 3 = 3K s Mn0 4 + 3 S K 2 S0 4 + 2KC1 + 6H 2 0.Das Kaliummanganat bildet schwarzgrüne Kristalle, die denen desKaliumsulfats und -Chromats isomorph sind. Auch in der Schwer-löslichkeit des Bariumsalzes stimmt die Mangansäure mit der Schwefel-säure und Chromsäure überein. Die Manganatjonen sind wenig be-ständig, sie oxydieren sich leicht zu Permanganatjonen, die Lösungender Manganate werden daher allmählich violett, während ein dunklerNiederschlag von Mangansuperoxydhydrat ausfällt:

3K,Mn0 4 + 3 ILO = 2KMn0 4 -j- 4KOH -f Mn0 2 • H,0oder 3Mn0 4 " -f 3H 2 0 = 2Mn0 4 ' + 4OH' + Mn0 2 • H 2 0.Noch schneller verläuft die Reaktion in saurer Lösung oder bei Ein-leiten von Kohlendioxyd:

3K 2 Mn0 4 + 2CO, + H 2 0 = 2KMn0 4 + 2K 2 C0 3 + Mn0 2 -H 2 0,es kann daher aus den Manganaten durch Säuren keine Mangansäureabgeschieden werden, da sie sofort in Perniangansäure und Mangan-superoxyd zerfällt. Durch Oxydationsmittel, wie Chlorwasser, wirddie Abscheidung des Superoxyds verhindert und das gesamte Manganatm Permanganat übergeführt:

K 2 Mn0 4 -f Cl = KMn0 4 + KCloder Mn0 4 " -j- Cl = Mn0 4 ' + Cl'.Das Chlor entzieht also dem Manganatjon eine elektrische Ladung,indem es selbst in den Jonenzustand übergeht.

Kaliumpermanganat, KMn0 4 , Kalium permanganicum, wirdtechnisch durch Zusammenschmelzen von Braunstein mit Kalium-

Scholtz, Pharmazeutische Chemie. 1. 26