Druckschrift 
1 (1910) Anorganischer Teil
Entstehung
Seite
398
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

398

Manganchlorür, Manganooxyd, Maiigansulfid.

es gelöst. Das Mangan findet Verwendung zur Herstellung von Le-gierungen, namentlich mit Eisen (Ferromangan und Manganstahl),das dadurch technisch wertvolle Eigenschaften gewinnt, und mitKupfer (Manganbronze).

Verbindungen des Mangans.

Das Mangan zeigt in seinen Verbindungen eine sehr wechselndeWertigkeit. Gegenüber dem Sauerstoff tritt es 2-, 3-, 4-, 6- und 7-wertigauf, entsprechend den Oxyden MnO, Mn,0 3 , Mn0 2 , Mn0 3 und Mn 2 0 7 ,zu denen noch ein sechstes Oxyd tritt, Mn 3 0 4 , das als Oxyduloxyd,MnO Mn 2 O s , aufgefaßt werden kann. Charakteristisch für Manganist die Leichtigkeit, mit der die verschiedenen Oxydationsstufen in-einander übergehen, die niederen Stufen lassen sich leicht oxydieren,die höheren reduzieren. In den beiden niedrigsten Oxyden ist dasMangan basenbildend, in den höheren säurebildend, es zeigt hierinÄhnlichkeit mit dem Chrom. Im periodischen System gehört das Mangander Reihe des Chlors an, mit dem es darin übereinstimmt, daß esin der höchsten Oxydationsstufe gegen Sauerstoff siebenwertig ist,auch sind die Salze der Übermangansaure, HMn0 4 , mit denen derÜberchlorsäure, HC10 4 , isomorph. Die Verbindungen des zweiwertigenMangans heißen Manganoverbindungen, die des dreiwertigenManganiverbindungen, vom sechswertigen Mangan leitet sich dieMangansäure, H,Mn0 4 , ah, deren Salze Manganate genannt werden,vom siebenwertigen Mangan die Übermangansaure, HMn0 4 , deren SalzePermanganate heißen. Das Mangan bildet demnach Manganojonen,Mn"', Manganrjonen, Mn"", Manganatjonen, Mn0 4 ", und Permanganat-jonen, MnO/. Beim Mangan zeigt sich sehr deutlich die Abnahmeder basischen Eigenschaften mit zunehmender Wertigkeit. Währenddas zweiwertige Mangan mit Säuren beständige Salze bildet, sind diedes dreiwertigen schon unbeständig und werden durch Wasser ge-spalten, das vierwertige Mangan besitzt schon schwach saure Eigen-schaften, die bei den höheren Wertigkeitsstufen sehr deutlich aus-geprägt sind.

Manganoverbindungen.

Die Manganoverbindungen zeigen in ihren Lösungen schwach röt-liche Farbe.

Manganchlorür, MnCL, ist die einzige beständige Chlorverbindungdes Mangans. Sie entsteht als Nebenprodukt bei der Darstellung desChlors aus Braunstein und Salzsäure (S. 80). Aus der Lösung scheidetes sich in rötlichen, zerfließlichen Kristallen der ZusammensetzungMnCL-4H 2 0 aus.

Manganooxyd oder Manganoxydul, MnO, wird durch Erhitzen 1des Karbonats, MnC0 3 , bei Luftabschluß als grünliches Pulver er-halten. Beim Erhitzen an der Luft nimmt es Sauerstoff auf und ver-wandelt sich in Manganoxyduloxyd. Das Manganohydroxyd oderManganhydroxydul, Mn(0H)2, wird aus den Lösungen der Manganosalzedurch Alkalilauge als weißer, voluminöser Niederschlag gefällt:

Mn",+ 20H' = Mn(OH) 2 .An der Luft färbt es sich bald braun infolge der Bildung von Mangani-hydroxyd: 2Mn(OH) 3 -f 0 + H 2 0 == 2Mn(OH) 3 .

Manganosulfid, MnS, findet sich in der Natur in schwarzen