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Borax.
mittel, die früher einen bedeutenden Umfang angenommen hatte, istin Deutschland heute verboten. In der Technik dient die Borsäurezu Glasuren und zum Tränken der Dochte von Kerzen, die dadurchgesteift werden. Beim Brennen der Kerze schmilzt die Borsäure zueiner Kugel und nimmt die Asche des Dochtes auf. Ferner findet'sie bei der Herstellung von Glassorten Verwendung, die gegen Tem-peraturschwankungen widerstandsfähig sind (Jenaer Glas, S. 326), dieHauptmenge der Borsäure aber wird auf Borax verarbeitet.
Zum Nachweis der Borsäure in Nahrungsmitteln wird eine zerkleinerteMenge der Substanz (etwa 20 g) mit Wasser gekocht, das Filtrat wird bis zur alkalischenReaktion mit Soda versetzt und eingedampft, der Rückstand wird in wenig Salzsäuregelöst und wie beschrieben mit Kurkumapapier geprüft. 1
Die Borsäure ist eine so schwache Säure, daß sie sich infolge der starken hydro-lytischen Spaltung ihrer Salze nicht auf maßanalytischem Wege durch Titrationmit einer Normallauge bestimmen läßt, da ihre Salze mit Kalium und Natrium starkalkalisch reagieren (S. 199), es gibt aber eine Anzahl organischer Verbindungen, wie-Glyzerin und Mannit, mit denen sie sich zu erheblich stärkeren Säuren verbindet.Dm sie maßanalytisch zu bestimmen, versetzt man sie daher mit etwa der hundertfachenMenge (säurefreiem) Glyzerin und kann sie dann unter Anwendung von Phenolphtaleinals Indikator mit Normal-Natronlauge titrieren. Der Farbenumschlag tritt ein, sobaldauf eine Molekel Borsäure eine Molekel Natriumhydroxyd verbraucht worden ist. alsonach Bildung des Metaborats NaB0 3 . Dieser Methode bedient man sich zur Bestimmungder Borsäure in Verbandstoffen, indem man 5 ccm des zerkleinerten Stoffs in einem200 ccm fassenden und mit Marke versehenen Kolben mit Wasser auskocht, nach demErkalten zur Marke auffüllt, filtriert und 100 ccm des Filtrats nach Zusatz von Glyzerinmit x /) 0 Normal-Natronlauge titriert.
Prüfung. Die Prüfung der zum medizinischen Gebrauch dienenden Borsäurewird sich namentlich auf solche Verunreinigungen erstrecken, die in der rohen Borsäureenthalten sind. Man prüft daher auf Metalle der Schwefelwasserstoffgruppe, auf Eisen,Calcium, Magnesium, Sulfate und Chloride.
Borax, Na 2 B 4 O 7 -10H 2 O, Natriumtetraborat, findet sich in derNatur in verschiedenen Gegenden, namentlich in Kalifornien undTibet, von wo er als Tinkal in den Handel kommt. In großem Maß-stabe wird das Salz aus der natürlich vorkommenden Borsäure undNatriumkarbonat dargestellt:
Na 2 C0 3 -f 4H, i BÜ 3 = Na 2 B 4 0 7 -f CO» + 6H,0.Der Borax kristallisiert mit 10 Molekeln Kristallwasser, die er beimErhitzen unter starkem Aufblähen abgibt. Er löst sich in 16 T. kaltemund in 0,5 T. siedendem Wasser, sehr leicht auch in Glyzerin (in1,6 T.), aber nicht in Alkohol. Entsprechend der sehr geringen Stärkeder Borsäure reagiert die Boraxlösung alkalisch. Da die Hydrolysesowohl durch Wärme, als durch Verdünnung befördert wird, nimmtauch die alkalische Beaktion der Lösung bei Erwärmung und Ver-dünnung zu (S. 200), woher es kommt, daß Silbernitrat in konzentrierterBoraxlösung einen weißen Niederschlag von Silberborat hervorruft,der sich beim Erwärmen der Lösung infolge Bildung von Silberoxydbraun färbt, während in verdünnter Lösung sofort ein brauner Nieder-schlag fällt.
An der Luft verwittert der Borax. Die wasserfreie Verbindungschmilzt bei hoher Temperatur zu einem farblosen Glase und hat indiesem Zustande die Fähigkeit, Metalloxyde unter Bildung charak-teristisch gefärbter Doppelborate aufzulösen. Der Borax dient daherin der Analyse zur Darstellung der „Boraxperle", die ebenso wie die
1 Über die Benutzung der Flammenreaktion zum Nachweis der Borsäure inNahrungsmitteln s. Chemiker-Zeitung 1908, S. 314. Über die quantitative Bestimmungder Borsäure in Nahrungsmitteln s. Archiv der Pharmazie 1904, S. 478.